Wenn du mit dem Gedanken spielst, deine Website mit WordPress zu erstellen, Glückwunsch, das ist genau die richtige Entscheidung, denn weltweit läuft schon mehr als 1/3 der Websites auf dieser Plattform. Doch Achtung, es gibt einige Fehler, die du als Anfänger machen kannst.

Damit du dir den ein oder anderen Ärger ersparst, der dich im Nachhinein Zeit, Nerven und Geld kostet, plaudere ich heute mal aus dem Nähkästchen und verrate dir die häufigsten Anfängerfehler.

Ich mache meine Websites seit 2003 mit WordPress, ich weiß also, von was ich spreche.

Du buchst wordpress.com statt wordpress.org

Ich gebe zu, es ist ein wenig verwirrend mit den beiden WordPress. Da kann es schnell passieren, dass du beim “falschen” WordPress landest.

Wenn du WordPress bei Google eingibst, kommst du erst zu wordpress.com und genau da solltest du nicht hin. Das ist nämlich eines der Baukastensysteme, von denen ich abrate. Wenn du bei einem Baukasten-Anbieter bist, bist du in seiner geschlossenen Welt. Du bist davon abhängig, was er dir für welchen Betrag zur Verfügung stellst und du kannst nicht frei entscheiden, wie du deine Website gestalten willst, welche zusätzlichen Elemente du hinzufügen möchtest, wie die Website aussehen soll. Alle Daten liegen auf einer fremden Plattform und du bist nur Mieter. Dafür zahlst du und je mehr Funktionen du haben willst nicht zu knapp.

Das ist nicht meine Wunschvorstellung, denn ich möchte selbst entscheiden, was ich mache, welche Plugins (zusätzliche Helferlein, die die Website schöner und sicherer machen) ich installiere und ich will auch selbst Zugriff haben.

Daher ist das einzig wahre WordPress das kostenlose bei wordpress.org. Ja, du brauchst auch einen Anbieter, einen Hoster, bei dem du deine Domain hast und der dir den Raum im WWW zur Verfügung stellst und du musst dich um ein paar Dinge kümmern. Aber das ist kein Hexenwerk und deine Unabhängigkeit sollte dir ein paar Klicks und wenige Minuten im Monat wert sein.

Vermeide also diesen Anfanängerfehler und gehe gleich zu wordpress.org

Du hast einen Anbieter, der nicht auf dem Stand der Technik ist

Das sollte eigentlich nicht passieren, aber ich hatte diesen Fall tatsächlich bei einer Kundin. Wir wunderten uns, dass es nicht möglich war, auf die aktuelle WordPress-Version zu aktualisieren und der Grund war, dass ihr Anbieter bei WordPress 4.9 (Stand 05.02.21 ist 5.6.1) stehen geblieben ist und bei der php-Version 7.1  (Stand 05.02.21 ist 7.4). Das ist schon ziemlich blöd, denn die aktuelle Version von WordPress braucht eben 7.4, sonst läuft es einfach nicht.

Wenn du dir einen neuen Hoster suchst, dann kann ich dir All-Inkl (Werbung) empfehlen. Dort bin ich mit meinen Seiten und auch viele meiner Kundinnen. All-Inkl ist stets auf dem aktuellen Stand und auch der Support ist super. Da passiert es dir nicht, dass du auf veralteter Software sitzen bleibst und deine Seite technisch veraltet ist.

Das ist übrigens auch ein Sicherheitsproblem. Wie bei einer alten morschen Tür kann da fast jeder reinspazieren und Unfug machen.

Du hast keine SSL-Verschlüsselung

Du brauchst eine SSL-Verschlüsselung. Punkt. Keine Diskussion. Damit wird gewährleistet, dass Daten, die von Menschen auf deiner Website z.B. in einem Kontaktformular hinterlassen werden, verschlüsselt übertragen werden. Das ist natürlich viel sicherer als wenn sie offen durchs Netz schwirren. Richtig private Nachrichten schickst du ja auch nicht mit einer Postkarte, die jeder lesen kann oder?

Darüber hinaus öffnen manche Browser schon gar nicht mehr Seiten, die nicht verschlüsselt sind und auch Google straft solche Websites ab.

Denke auch daran, nicht nur die Seite bei deinem Hoster verschlüsseln zu lassen UND nimm auch die entsprechenden Einstellungen direkt in WordPress vor. Mach bitte beides und vermeide diesen Anfängerfehler

Du unterscheidest nicht zwischen Seiten und Beiträgen

Die Unterscheidung ist für Anfänger ein wenig tricky, das gebe ich zu. Wann nimmst du was?

Du packst deine Inhalte auf Seiten, wenn es sich um statische Inhalte handelt und sie nicht chronologisch veröffentlich werden. Die Startseite, das Impressum, die Kontakt-Seite, die Über-mich-Seite, die Datenschutzerklärung und deine Angebotsseite(n) sind typische Beispiele.

Beiträge erstellst du, wenn du Inhalte in einer zeitlichen Abfolge veröffentlichst wie in einem Blog. Da nimmst du IMMER Beiträge, denn dann erscheinen sie schön untereinander, ähnlich wie im Feed bei Facebook. Nur dass es eben nur deine Inhalte sind 😉

Das, was du gerade liest, ist ein Beitrag.

Du hast zu viele Kategorien bei den Beiträgen

Das ist auch ein beliebter Anfängerfehler bei WordPress – zu viele Kategorien bei den Beiträgen. Kategorien dienen erst einmal dazu, dass deine Leser Beiträge leichter finden, die inhaltlich zusammengehören. Ich habe z.B. die Kategorien Website und Social Media, Mindset, Business, Entspannung etc.

Wenn du zu viele Kategorien hast, wird es schnell unübersichtlich, gerade wenn du auch die Kategorien in die Navigation packst. Denke an die Handy-Nutzer. Wenn die Navigation fast den ganzen Text verdeckt, ist es ein ziemlicher Abtörner.

Du änderst nicht die Einstellungen in den Permalinks

Permalinks ist die Struktur und die Bezeichnung deiner Links. Was macht mehr Sinn: Ein Link der z.B. https://ivanadrobek.com/p=1234 heißt oder einer wie https://ivanadrobek.com/9-gruende-warum-du-einen-blog-haben-solltest/ ? Bei letzterem weißt du sofort, um was es geht und entweder interessiert es dich oder nicht. Aber du kannst dich gut entscheiden. Bei einer wilden Zahlenkombination klickst du wahrscheinlich erst gar nicht darauf.

Deine Bilder sind zu groß/zu klein

Zu große, also zu “schwere” Bilder, die am besten 2, 3, 4 MB haben, machen deine Seite langsam, denn sie brauche eeeeewig zum Laden.

Ich achte darauf, dass meine Bilder in der Regel nicht mehr als 500kb haben. Du kannst deine Bilder mit Grafikprogrammen (z.B. paint.net) oder entsprechenden Plugins verkleinern, ohne dass es zu großen Qualitätsverlusten kommt.

Canva und Co. können das NICHT. Da brauchst du wirklich ein eigenes Programm, z.B. paint.net (Achtung, die Seite ist von der Optik her ziemlich grottig, aber das Programm ist völlig ok), das kostenlos ist, ein Plugin wie Short Pixel oder einen Online-Dienst wie z.B. Compressjpg

Das andere Extrem sind zu kleine Bilder, bei denen die Besucher fast eine Lupe brauchen. Denke auch hier an die Handynutzer. Es macht keinen Spaß, winzige Bilder zu betrachten.

Du fügst den Text direkt aus Word ein

Das ist ein Klassiker der Anfängerfehler. Du schreibst einen tollen Text in Word oder einem anderen Textbearbeitungsprogramm. Am besten formatierst du noch die Überschriften und fügst Bilder ein. Dann kopierst du alles und fügst es in WordPress ein.

Du klickst auf die Vorschau und bekommst einen halben Herzschlag, weil es eventuell mit dem ursprünglichen Aussehen nichts mehr zu tun hat. Und dann fängst du an, alles manuell nachzubessern.

Zur Ehrrettung von WordPress muss ich jedoch sagen, dass der Gutenberg-Editor nicht ganz so zickig ist wie der Classic Editor. Probiere es einfach mal aus. Vielleicht hast du Glück und Gutenberg zeigt alles so an, wie du es möchtest.

Wenn du einen komischen Textwust erhältst, dann gibt es mehrere Wege, um zu einem vernünftigen Text zu kommen:

Du schreibst gleich im WordPress-Editor. Achte da aber darauf, dass du im Entwurfmodus bist, denn sonst sieht die ganze Welt deinen gerade entstehenden Text.

Alternativ schreibst du den Text einfach ohne Formatierung und fügst du den Text in der Code-Editor-Ansicht ein. Dann kannst du im Nachhinein Links und Überschrift-Formate einfügen.

Du hast deine Website nicht mobil optimiert

Mehr als die Hälfte der Menschen sind mit dem Handy oder Tablet unterwegs und immer noch gibt es Seiten, die nicht dafür ausgelegt sind. So gibt es Seiten, die dann irgendwo in der Mitte abgeschnitten sind oder man sie erst groß ziehen muss. Das ist nicht wirklich benutzerfreundlich.

Ich kann verstehen, wenn die Website nicht auf jedem Handy oder Tablet top aussieht, denn es gibt einfach zu viele verschiedene Formate. So kann es durchaus mal passieren, dass ein Wort in der Überschrift über 2 Zeilen geht. Aber im Großen und Ganzen sollte es auch mobil passen.

Du verwendest Umlaute, Akzente oder das “ß” in Bildbezeichnungen

Dieser Fehler wird auch gern gemacht. Du fügst ein Bild in deinen Beitrag und lädst es hoch. Das Bild heißt z.B. Münzen.jpg oder Großes_Tor.jpg oder Gijón_Tür.jpg. Im ersten Moment merkst du nicht, dass du einen Fehler gemacht hast, aber spätestens, wenn du eine Sicherung machst oder Dateien exportierst, wird das System meckern und einen Fehler ausspucken. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es im internationalen (=englischen) Zeichensatz diese Sonderzeichen nicht gibt. Das kann zur Problemen bei der Namensauflösung führen. Also vermeide bitte das in Bildernamen und am besten auch in den Links.

Du hast zu viele Plugins

Diese Plugins sind schon verführerisch, das gebe ich zu. Sie machen dein Leben angenehmer, die Website sicherer und/oder schöner und es gibt ja sooo viele.

Doch denke daran, dass mit jedem Plugin mehr programmierter Code auf deiner Website ist. Je mehr Code, desto mehr Fehlerquellen und desto mehr Angriffsmöglichkeiten.

Viele Plugins machen deine Seite zudem auch langsamer.

Überlege dir also gut, bevor du ein Plugin installierst, ob du es wirklich brauchst. Darüber hinaus sollte es mit der aktuellen WordPress-Version kompatibel sein und auch selbst regelmäßig aktualisiert werden.

Du aktualisierst nicht regelmäßig

Je älter dein WordPress, dein Layout-Theme und deine Plugins sind, desto anfälliger sind sie. Das ist wie bei einem Auto. Je älter es wird, desto mehr Macken hat es, desto leichter lässt es sich knacken und desto häufiger ist es in der Werkstatt.

Nur wenn du deine Website mit all ihren Bestandteilen aktuell hältst, dann kannst du (halbwegs) sicher sein, dass alles reibungslos funktioniert und du so wenig Angriffsfläche wie möglich bietest.

Mach es dir zur wöchentlichen Routine, in das Backend deiner Website zu schauen, ob es etwas zu aktualisieren gibt. Plugins wie Wordfence (ist eigentlich eine Firewall und ich nutze auch nur die kostenlose Version) informieren dich regelmäßig, wenn es hier etwas zu tun gibt.

Du machst keine regelmäßige Sicherung

Oooooh, das kann böse enden, wenn du nicht regelmäßig sicherst. Stelle dir nur vor, dass dein letztes Update die Seite zerschossen hat, du selbst einen Fehler gemacht hast, der sich nicht so einfach wieder reparieren lässt oder du hast dir einen Virus eingefangen. Das alles kann schneller passieren, als du WordPress sagen kannst.

Dann bist du froh und dankbar, wenn du auf eine Sicherung zurückgreifen kannst. Ja, auch dein Hoster macht Backups und kann deine Website wiederherstellen. Doch das kann dauern und kosten. Besser ist es, wenn du selbst sicherst und schnell wieder betriebsbereit bist.

Ich empfehle in der Regel eine wöchentliche Sicherung und dass du 5-7 Wochen zurückgehen kannst. Das reicht in den meisten Fällen, wenn das Malheur passiert ist.

Du verwendest kein sicheres Passwort

Nicht nur Anfänger machen häufig diesen Fehler: Als Admin-Bezeichnung Admin nehmen und als Passwort qwertz123456 oder eine andere Tastenkombination wie qwerasdyxc. Sieht erst einmal gut aus, ist es aber nicht.

Diese “Passwörter” kannst du dir schon fast sparen. Stecke stattdessen lieber ein wenig Hirnschmalz rein und verwende auch #, &, % etc.

Nimm z.B. die Anfangsbuchstaben der Wörter eines Satzes und ersetze Buchstaben durch ähnliche Ziffern.

Beispiel: Der Hund läuft im Herbst gern durch Pfützen wird zu DH11HgdP#21% Darauf kommt kein Mensch und es ist auch kein System zu erkennen.

Du antwortest nicht auf Kommentare

Wenn du einen Blog hast, freust du dich sicher, wenn Menschen deine Beiträge kommentieren. Sie nehmen sich Zeit, um ihre Sicht der Dinge zu schildern, deinen Beitrag noch zu ergänzen oder dir einfach ein Kompliment zu machen. Sei höflich und antworte darauf.

Du schaltest Kommentare pauschal frei

Nicht nur nette Menschen schreiben Kommentare, sondern auch Personen, die mit merkwürdigen Angeboten spammen. Das nervt nicht nur die anderen Besucher, sondern kann dich wegen des Inhalts auch schnell in Teufels Küche bringen, denn du bist dafür verantwortlich, dass alles auf deiner Website korrekt ist.

Das kannst du leicht verhindern, indem du Kommentare manuell freischaltest. WordPress informiert dich, dass du einen neuen Kommentar erhalten hast und dann siehst du schon, was es ist.

Um nicht jeden Kommentar händisch freizuschalten, kannst du es auch so einstellen, dass Personen immer kommentieren dürfen, wenn du schon einmal einen ihrer Kommentare freigeschaltet hast.

Du hast keine interne Verlinkung

Wenn du dir die Mühe machst und tolle Inhalte erstellst, dann macht es auch Sinn, sie mit thematisch passenden anderen Beiträgen zu verlinken. So bleiben deine Leser länger auf deiner Website. Das ist wiederum ein positives Zeichen für Google und es listet deine Seite besser.

Mit einer guten internen Verlinkung kommen deine Leser*innen immer tiefer auch in ein Thema oder können sich über ähnliche Themen weiter informieren. Das schafft Vertrauen und untermauert dein Expertenwissen.

Du hast vergessen, die Sichtbarkeit für Suchmaschinen einzuschalten

Es ist absolut vernünftig, die Sichtbarkeit/Indexierung für Suchmaschinen auszuschalten, wenn die Seite noch im Entstehen ist. Doch sobald du live gehst, solltest du diesen Anfängerfehler vermeiden und die Sichtbarkeit wieder einschalten, denn sonst wird die Website eben nicht von Google und Co. Gefunden. Du hast es ja schließlich verboten.

Du hast zu viele Menüpunkte

Ok, das hat jetzt einmal nicht direkt etwas mit WordPress zu tun, aber ich nehme es dennoch dazu. 20 Fehler liest sich auch besser als 19 😉

Im Ernst, manche haben ein riesiges Menü und führen jede Unterseite auf. Davon einmal abgesehen, dass wir diese Masse nicht mit einem Blick erfassen können, macht es das Ganze unübersichtlich. Zudem passiert es oft, dass die vielen Menüpunkte sich übereinander verschieben, bis der Umbruchpunkt erreicht wird und aus den Menüpunkten das “Hamburger-Menü” wird. Das sind diese 3 waagrechten Striche, hinter denen sich auf dem Handy das Menü verbirgt.

Das Kuddelmuddel ist nicht wirklich schön und verschreckt Besucher.

So sieht es natürlich nicht auf meiner Reisewebsite aus, das habe ich nur mal kurz geändert, um dir zu zeigen, was ich meine.

Du hast keine Suchfunktion

Gerade wenn du einen Blog hast oder viele Seiten, kann es Sinn machen, nein, Quatsch, macht es Sinn, wenn du eine Suchfunktion hast. Auf meiner Reisewebsite habe ich knapp 300 Beiträge. Natürlich habe ich die Reisetipps nach Kontinenten sortiert, aber auch noch alle Länder aufzuführen hätte die Navigation schon wieder unübersichtlich gemacht. Daher macht in diesem Fall eine Suchfunktion absolut Sinn, wenn du z.B. nach Indien oder Nepal suchst. Aber auch sonst erhöht die kleine Lupe oben in der Navigation den Komfort für deine Besucher. Mach also nicht den Fehler, auf sie zu verzichten.

Und jetzt du: Welchen dieser Fehler hast du schon gemacht? Bei mir waren es ALLE im Laufe der Jahre Gibt es noch andere Fehler, die mir nicht eingefallen sind und die du beitragen kannst?

  

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Ivana