Du bist kein Experte, du bist einfach nur ein Hochstapler

Kennst du auch diese Stimme, die das sagt?

In meiner Gruppe habe ich ein Mini-Training gemacht, in dem es um das Thema ging, wann du ein Experte bist und ich habe da kurz das Thema “Hochstapler-Syndrom” gestreift, das auch als Impostor-Syndrom bezeichnet wird.

Einige meiner Zuschauer haben sich da durchaus wiedererkannt und es ist ja auch nicht so, dass mir das komplett fremd wĂ€re. Daher habe ich mich entschieden, einfach etwas ausfĂŒhrlicher auf dieses Thema einzugehen, denn vielleicht fĂŒhlst du dich in deinem Business auch manchmal wie eine Hochstaplerin und dann lass dir gesagt sein, dass du wirklich nicht allein bist.

Was ist das Impostor-Syndrom ĂŒberhaupt?

Wenn dir folgende SĂ€tze bekannt vorkommen, dann ist diese Episode genau das richtige fĂŒr dich:

  • Ich habe das GefĂŒhl, meinen Erfolg nicht verdient zu haben.
  • Ich stelle sehr hohe AnsprĂŒche an mich selbst.
  • Ich fĂŒrchte mich davor, Fehler zu machen und dass es jemand merkt.
  • Ich kann mir nicht erklĂ€ren, wie ich es soweit geschafft habe.
  • Ich verstehe nicht, was andere an meiner Arbeit so besonders finden.
  • Alle anderen sind besser als ich.

Falls es dich beruhigt, auch andere großartige Frauen sind vor solchen Gedanken nicht sicher. In Interviews haben z.B. Kate Winslet, Meryl Streep, Michelle Pfeiffer oder Emma Watson, der Hermine aus Harry Potter zugegeben, dass sie glauben, dass mit ihnen die falsche Person gecastet hĂ€tten, dass kein Mensch einen Film mit ihnen sehen will, dass sie gar nicht wissen wie sie eine Rolle spielen sollen, dass sie einen grottigen Job machen oder sich immer noch wie ein Verlierer wie auf der High School fĂŒhlen und sich klar machen mĂŒssen, dass sie ein Superstar sind, um durch den Tag zu kommen und fĂŒr die Fans dazu sein. Das letzte Zitat stammt ĂŒbrigens von Lady Gaga, die gerade einen Oscar abgerĂ€umt hat.

Den Begriff Impostor brachten 1978 die Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes das erste Mal ins Spiel

Laut Wikipedia ist “das Hochstapler-Syndrom, teilweise auch Impostor-Syndrom, Impostor-PhĂ€nomen, Mogelpackungs-Syndrom oder BetrĂŒger-PhĂ€nomen ein psychologisches PhĂ€nomen, bei dem Betroffene von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener FĂ€higkeiten, Leistungen und Erfolge geplagt werden und unfĂ€hig sind, ihre persönlichen Erfolge zu internalisieren.
Trotz offensichtlicher Beweise fĂŒr ihre FĂ€higkeiten sind Betroffene davon ĂŒberzeugt, dass sie sich ihren Erfolg erschlichen und diesen nicht verdient haben. Von Mitmenschen als Erfolge angesehene Leistungen werden von Betroffenen dieses Symptoms mit GlĂŒck, Zufall oder mit der ÜberschĂ€tzung der eigenen FĂ€higkeiten durch andere erklĂ€rt. Bei manchen dieser Menschen sind diese Selbstzweifel derart ausgeprĂ€gt, dass sie sich selbst fĂŒr Hochstapler halten und in der stĂ€ndigen Angst leben, andere könnten ihren vermeintlichen Mangel an BefĂ€higung bemerken und sie als BetrĂŒger entlarven.”

Wie erkennst du es?

Im tÀglichen Leben zeigt es sich also immer dann, wenn du dich klein machst, wenn du gelobt wirst, wenn du deine Leistung schmÀlerst, auch wenn du Erfolge bei deinen Klienten siehst, aber nicht erkennst, dass du einen guten Teil dazu beigetragen hast. Selbst wenn du Lobesmails und wundervolle Bewertungen bekommst, glaubst du nicht so wirklich dran und denkst, dass die anderen nur nett sind, dass es gar nicht so sehr dein Verdienst ist etc.

Dir fĂ€llt es unglaublich schwer, Lob anzunehmen, du hĂ€ltst alle anderen fĂŒr besser und fĂ€higer und fragst dich am Ende, ob du dich nicht wieder lieber in dein Mauseloch verkriechen solltest, bevor der ganze Schwindel auffliegt und ein riesiger Shitstorm dich unter sich begrĂ€bt.

Du rennst von einer Weiterbildung zur nĂ€chsten, hast im Regal x Meter an Fachliteratur stehen, die du in- und auswendig kennst, aber du hast immer noch das GefĂŒhl, dass du nicht genug weißt.

Du bist auf einem Gebiet ein absolutes Naturtalent, aber du hast den Glaubenssatz, dass es immer hart sein muss, wenn du Erfolge hast. Ohne Fleiss kein Preis eben. Diese beiden Punkte sind natĂŒrlich nicht vereinbar. Du musst also ein Hochstapler sein, denn dir fĂ€llt eine bestimmte Sache leicht und das kann ja nicht sein.

In Wahrheit sind Impostor hÀufig sehr erfolgreiche Menschen, die aber ihren Erfolg nicht sehen oder nicht anerkennen.

Viel hĂ€ngt hier am Selbstbild und am eigenen SelbstwertgefĂŒhl.

Es gibt ĂŒbrigens auch das komplette Gegenteil, den Dunning-Kruger-Effekt, das ist die komplette SelbstĂŒberschĂ€tzung.

Tatsache ist, dass eher Frauen dazu tendieren, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen und daher ist das Impostor-Syndrom eher ein Frauenthema.

Woher kommt das Impostor-Syndrom?

HĂ€ufig liegen hier die Ursachen wie so oft in der Kindheit. Wenn du dich an Situationen erinnern kannst, in denen deine Leistung nicht anerkannt wurde, du nur fĂŒr herausragende Leistung gelobt wurdest, alles andere war selbstverstĂ€ndlich oder du wurdest mit anderen verglichen wurdest, die natĂŒrlich viel besser waren als du, da wurde schon die Grundlage dafĂŒr gelegt, dass es dir heute schwer fĂ€llt, anzuerkennen, was du alles geleistet hast.

Weitere GrĂŒnde können darin liegen, dass du zu Perfektionismus neigst und an dich eigentlich unerreichbare Anforderungen stellst.

Wenn dich dann jemand lobt oder dank deiner UnterstĂŒtzung ein bestimmtes Ziel erreicht, kannst du es nicht annehmen, dass du dazu beigetragen hast, weil du dir noch mehr vorgenommen hast. FĂŒr dich ist der Erfolg, der z.B. deinen Klienten schon superhappy macht, einfach nicht das, was du in deinen Augen hĂ€ttest erreichen können und vor allem sollen. Umso schlimmer, wenn der Klient auch noch Geld gezahlt hat. Dass er oder sie mit dem Erfolg glĂŒcklich ist, blendest du aus.

Die heutige Leistungsgesellschaft fördert natĂŒrlich diese Denkweise. Wenn du bei Facebook & Co. die erfolgreichen Coaches siehst, die in 4 Wochen 7-stellig verdienen und das ohne Blog, ohne Facebook und ohne Liste, dann kommst du dir natĂŒrlich wie ein Fake oder absolut mies vor, wenn du fĂŒr deinen Service, der in eine Ă€hnliche Richtung geht, gutes Geld verlangst, aber kein Millionenbusiness versprichst.

Wie so viele Dinge ist es eine Sache, wie du mit dir und ĂŒber dich sprichst. Das Gute daran ist, dass es in deinem Kopf passiert und du es daher auch Ă€ndern kannst.

Was kannst du dagegen tun?

1. VergegenwÀrtige dir deine Erfolge

Schreib auf, was du in den letzten 6 oder 12 Monaten alles geleistet hast.

Welche Angebote hast du in die Welt gebracht, wie viele Klienten hast du begleitet, bei welchen ehrenamtlichen TĂ€tigkeiten hast du dich engagiert, wem hast du etwas Gutes getan?

Über so einen langen Zeitraum wirst du dich wahrscheinlich nur an die grĂ¶ĂŸeren Dinge erinnern. Daher möchte ich dich ermutigen, ein Erfolgstagebuch zu fĂŒhren. Das kannst du ĂŒbrigens prima mit deinem Dankbarkeitstagebuch kombinieren. Schreibe tĂ€glich 3-5 Dinge auf, die du geschafft hast, die du erledigt hast und 3-5 Dinge, fĂŒr die du dankbar bist.
Das wird deinen Fokus immer stĂ€rker auf die Dinge lenken, die du erreicht hast, auf die du stolz sein und fĂŒr die du dankbar sein kannst.

2. Mach eine Liste mit all deinen FĂ€higkeiten und Kenntnissen

Das gehört ĂŒbrigen zu den Aufgaben, die ich mit meinen Coachees mache – sie sollen einfach alles aufschreiben, was sie an Ausbildungen haben, was sie gelernt haben und was sie alles können.

Nimm dir ein paar Tage Zeit, ich bin sicher, da wird eine erstaunliche Menge zusammenkommen. Das alles sind lauter Argumente fĂŒr dich, wenn wieder einmal diese fiese Stimme dir erzĂ€hlt, dass du ja ĂŒberhaupt keine Ahnung hast und deine Erfolge reiner Zufall sind.

3. Sammele positive Feedbacks

Ich habe einen virtuellen Ordner, in dem ich positive Feedbacks ablege und zusÀtzlich habe ich auch bei mir Testimonials, also Bewertungen von meinen Klienten auf meiner Seite. Das zeigt mir, dass ich wirklich etwas kann und mit ihnen gemeinsam erreiche. Das sind Fakten, die ich mir vor Augen halte, wenn ich mal wieder eine Impostor-Anwandlung habe.

Deine ganzen Zertifikate und Bescheinigungen sind ebenfalls Fakten, die dir beweisen, was du schon alles geleistet hast. Das sind Tatsachen, die dein GefĂŒhl der UnzulĂ€nglichkeit widerlegen. Das funktioniert ganz gut, wenn du eher ein Kopfmensch bist wie ich.

4. Lerne Lob anzunehmen

Wie oft macht du ein Lob klein? Der schicke Rock? Ach der alte Fetzen
 Ein tolles Webinar? Ja, aber die Technik wollte nicht so wie ich und ich habe mich 3x versprochen. Ein neuer Klient? Er hat mich nur zufÀllig gefunden


Kennst du das von dir auch? Dann solltest du lernen, mit Komplimenten entspannter umzugehen.

Der erste Schritt ist einfach: Verteile du aufrichtige Komplimente.
Das fĂ€llt dir wahrscheinlich erst einmal leichter, als selbst welche anzunehmen. Aber du gewöhnst dich an den Umgang mit Komplimenten, mit positiven Aussagen, denn du hörst sie ja auch selbst, wenn du sie sagst. Dein Unterbewusstsein nimmt sie wahr, auch wenn du sie anderen gegenĂŒber aussprichst.
Mache aber bitte immer nur dann ein Kompliment, wenn du es aufrichtig meinst, denn das merkt dein GegenĂŒber.

Der zweite Schritt ist: Mache dir selbst Komplimente und sprich sie laut aus.
Was hast du heute Gutes gemacht? Das können Kleinigkeiten sein. Lob dich selbst. So gewöhnst du dich langsam immer mehr daran, gut ĂŒber dich zu denken und zu sprechen.

Der dritte Schritt ist, Komplimente annehmen und sich dafĂŒr bedanken.
Mache es wirklich bewusst, dass du nicht wieder in das alte Muster zurĂŒckfĂ€llst und dich klein machst. Und lobe dich selbst ruhig, wenn du ein Kompliment angenommen hast.
Du kannst dich mit einem LĂ€cheln bedanken, Danke sagen oder es auch als einen AufhĂ€nger fĂŒr ein GesprĂ€ch nehmen.
Wenn du nach und nach lernst, mit Komplimenten umzugehen, wird das deinen Selbstwert und dein Selbstbewusstsein steigern.

An Anfang ist es noch ungewohnt, aber mit der Zeit wirst du dich ĂŒber aufrichtig gemeinte Komplimente freuen, glaub mir. Es sind Streicheleinheiten fĂŒr die Seele. Sei freigiebig damit und lerne, sie anzunehmen.

5. Hole dir UnterstĂŒtzung

Du bist nicht Superwoman und ich auch nicht. Daher gibt es Menschen, die dich und mich unterstĂŒtzen. Es ist auch keine Schande, sich Hilfe von jemand zu holen, der in einem Gebiet besser ist. Das zeugt eher von Weisheit und Vernunft und bewahrt dich vor einem Burn-Out. In den schlitterst du nĂ€mlich, wenn du den Anspruch hast, alles allein zu schaffen und das auch noch perfekt.

Versuche zu akzeptieren, dass es keinen Perfektionismus gibt. Du wirst nie ALLES zu 100% nach deinen MaßstĂ€ben perfekt hinbekommen, also hĂ€nge dir zuliebe die Messlatte ein wenig niedriger und lass dir von anderen helfen, die es auf diesem Gebiet einfach besser können.

6. Arbeite an deinem Selbstwert

Mit den genannten Tipps kommst du schon einmal recht weit, aber da sind eben noch die fiesen GlaubenssÀtze, die dich ausbremsen und am Ende deinen Erfolg sabotieren.

Letztendlich nutzt es dir wenig, wenn du nach außen Erfolg hast, dich aber innen mies fĂŒhlst.

Erinnere dich an Situationen, bei denen du so wirklich auf dich stolz warst. Wie war deine Körperhaltung, wie war dein GefĂŒhl dabei? Erinnere dich daran und steigere dich geradezu in dieses GefĂŒhl hinein. Gehe in eine Siegerpose, denn es lĂ€uft unglaublich viel ĂŒber den Körper und die Körperhaltung. Deine Körpersprache spricht nicht nur zu deinem GegenĂŒber, sondern auch zu dir.
Gerade fĂŒr dich als Impostor sollte es eine reale Erinnerung sein.

Selbst wenn dein Gehirn RealitĂ€t und Vorstellung nicht so wirklich auseinander halten kann, wĂŒrde dein Ego sagen, das ist Fake, wenn ich dir rate, dir dieses GefĂŒhl vorzustellen. Das wĂ€re Wasser auf die Hochstapler-MĂŒhle.

Wie du siehst, alles ist in deinem Kopf und du kannst es Àndern. Und das solltest du auch, wenn du mit deinem Business durchstarten willst. Dein Mindset macht einen wesentlichen Teil deines Erfolges aus, nicht nur dein tatsÀchliches Wissen.

Wenn du ganzheitlich dein Business voranbringen willst, dann bin ich gern fĂŒr dich da und unterstĂŒtze dich. Melde dich einfach fĂŒr ein StrategiegesprĂ€ch an und wir sehen uns zusammen an, wo du gerade stehst. Ich habe wieder einige PlĂ€tze fĂŒr mein 1-1-Coaching frei und wĂŒrde mich freuen, wenn du dich bei mir meldest.

Ich freue mich, wenn du mir deine Gedanken zu dieser Episode in den Kommentaren hinterlÀsst.

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