Als Solopreneur oder Blogger ist man h├Ąufig als Einzelk├Ąmpfer unterwegs, doch es lohnt sich, auch einmal ├╝ber eine Kooperation nachzudenken. L├Âwen sind ja schlie├člich auch im Rudel erfolgreich.
Ich teile mit dir meine Erfahrungen und verrate dir, wie du die passenden Kooperationen findest und auf was du alles achten solltest.
 
Kooperationen k├Ânnen unterschiedliche Richtungen haben

  • Sie k├Ânnen dazu dienen, Geld zu verdienen
  • Sie k├Ânnen helfen, die eigene Sichtbarkeit zu erh├Âhen oder
  • Man kann sich gegenseitig unterst├╝tzen und so als Team von der Kooperation profitieren.

Je nachdem, wo man gerade selbst im Business steht, sind bestimmte Formen von Kooperationen sinnvoll. Gerade wenn du mit deinem Business am Anfang stehst, wirst du wahrscheinlich eher f├╝r eine Kooperation anfragen als selbst angefragt zu werden.

Ich m├Âchte dir zeigen, welche Formen der Kooperation es gibt und auf was du in jedem Fall achten solltest.

1. Arten von Kooperationen

Gerade mit meinem Reiseblog, aber auch mit meinem Coaching-Business bin ich schon die unterschiedlichsten Kooperationen eingegangen. Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen komme ich sp├Ąter.

Bezahlte Artikel

Immer wieder treten Firmen an mich heran, damit ich f├╝r ihr Produkt Werbung in Form eines bezahlten Artikels mache oder sie gegen Geld in einem Artikel erw├Ąhne. Meine Devise dabei ist, dass ich nichts bewerte, was ich nicht selbst ausprobiert habe und von dem ich ├╝berzeugt bin. Alles andere w├╝rde meiner Glaubw├╝rdigkeit schaden. Nat├╝rlich muss auch das Produkt zum Thema passen.
So lehne ich konsequent Anfragen von Online-Casinos etc. ab. Dagegen passen Reise-Gadgets wie faltbare Trinkflaschen oder eine elektrische Waage f├╝r den Koffer oder den Rucksack durchaus zu meinem Reiseblog.

Pressereisen

Ich bin schon einige Male von Agenturen, Tourismus-B├╝ros oder Veranstaltern zu Pressereisen eingeladen worden. Das k├Ânnen individuelle Reisen oder Gruppenreisen sein. Ziel ist es, dass eine Destination bekannter gemacht wird und in der Regel wird hier alles bezahlt. Daf├╝r schreibe ich in meinem Blog ├╝ber das Land und die Region.

Rezensionen von B├╝chern oder Filmen

Ab und zu wurde ich von Verlagen kontaktiert, die mir Rezensionsexemplare von Filmen oder B├╝chern schicken wollten. Wenn es gepasst hat, habe ich es meist angenommen und dann ein kurzes Video dazu gemacht, in dem ich den Inhalt vorgestellt habe und dazu auch meine pers├Ânliche Meinung erz├Ąhlt habe. Wichtig ist mir hier immer, dass ich wirklich frei in der Beurteilung bin. Das gilt auch f├╝r andere Kooperationen wie Pressereisen.

Affiliate-Marketing

Du findest ein Produkt oder einen Hersteller eines Services gut? Perfekt, denn viele Anbieter haben ein Affiliate-Programm. Das vermutlich gr├Âsste ist das von Amazon, aber das Prinzip ist immer gleich. Du registrierst dich als Partner, packst einen individuellen Link zu deinem Partner auf deine Seite und auf diese Weise k├Ânnen die Eink├Ąufe dir zugeordnet werden.
Du bekommst eine kleine Provision, die dir ausbezahlt wird. Um hier wirklich gut zu verdienen, brauchst du aber viel Traffic auf deiner Website oder im Eintelfall auch auf den Social Media.

Produktverlosung

Ich habe f├╝r meinen Blog ab und zu Gadgets zur Verf├╝gung gestellt bekommen, die ich verlosen konnte. Das war nat├╝rlich spannend f├╝r meine Leser und der Anbieter konnte sich so eine neue Kundschaft erschliessen.
Eine Verlosung kann auch eine Gegenleistung sein. Ich habe in einem Buch einen Artikel ├╝ber meine Backpacking-Erfahrung geschrieben und Exemplare zur Verlosung bekommen. Der Artikel war Werbung f├╝r mich, das Buch f├╝r den Verlag.

Interviews

Ich habe selbst einen Podcast und lade mir gern Interviewg├Ąste ein. Umgekehrt war ich auch schon bei anderen Podcastern im Interview. Hier geht es nicht in erster Linie darum, sich und sein Angebot zu pr├Ąsentieren, sondern den Zuh├Ârern einen Mehrwert zu bieten. Das k├Ânnen die eigenen Erfahrungen sein, eine andere Sichtweise zu einem Thema oder ein Austausch.

Gastartikel

Gerade am Anfang des Business kannst du mit Menschen mit bereits gr├Â├čerer Reichweite in Kontakt treten und ihnen vorschlagen, einen Artikel in ihrem Blog zu ver├Âffentlichen. Ich habe auf einigen Reiseblogs Gastartikel ver├Âffentlicht, zum Beispiel bei den Indojunkies ├╝ber Sumatra.

Kongresse

Das ist gerade eine sehr beliebte Form der Kooperation. Ein Veranstalter ruft zu einem bestimmten Thema einen virtuellen Kongress aus und du kannst dich hier als Experte pr├Ąsentieren. Sei es, dass du zu einem Thema einen Vortrag, Workshop oder ein Info-Video machst oder dich in einem Interview pr├Ąsentierst. Alle r├╝hren gemeinsam die Werbetrommel und so erfahren Menschen von diesem Kongress, an denen er sonst einfach vorbei gegangen w├Ąre.
In der Regel sind die Vortr├Ąge f├╝r eine bestimmte Zeit kostenlos und werden dann als Paket verkauft.

Gemeinsame Webinare

Bei dieser Zusammenarbeit veranstaltet man ein Webinar zusammen und verdoppelt die Reichweite, indem beide auch ordentlich Werbung f├╝r das Webinar machen. Idealerweise ist dann das Produkt auch ein Gemeinschaftsprojekt oder man wird am Umsatz beteiligt.

Echte Kooperation

Hier finden sich zwei Partner zusammen, die sich von ihren F├Ąhigkeiten her erg├Ąnzen und so beide von einander profitieren.
Ich hatte schon gute Kooperationen, aber auch schlechte und jedes Mal war mein Bauchgef├╝hl richtig.
Gerade wenn es menschelt, dann solltest du wirklich auf deinen Instinkt h├Âren und dir deinen Partner genau anschauen. Du heiratest ja auch nicht den/die Erstbesten oder?

Au├čer Konkurrenz: Masterminds und Buddies

Hier handelt es sich um einen Austausch auf Augenh├Âhe. Meistens ist das kostenlos, aber es gibt auch bezahlte Masterminds.
Hier tauscht man sich aus, l├Ąsst sich inspirieren, bekommt zu anstehenden Projekte Feedback etc.
Das empfinde ich als unglaublich wertvoll, denn ein Blick von Au├čen ist nie verkehrt und kann dabei helfen, das Angebot zu justieren.

2. Grundregeln f├╝r jede Form der Zusammenarbeit

Ich habe dir gerade viele unterschiedliche Formen vorgestellt, die ich selbst ausprobiert habe. Vielleicht gibt es noch andere, vielleicht sind manche f├╝r dein Business nicht anwendbar.
Manche Kooperationen sind auch erst ab einem gewissen Stadium sinnvoll, denn zum Beispiel wirst du wahrscheinlich am Anfang eher weniger zu einem Kongress eingeladen werden. Gastartikel dagegen k├Ânnen dich am Anfang gut pushen, aber auch sp├Ąter dazu dienen, dir einen neuen Leserkreis/Follower zu erschlie├čen.

Aber f├╝r jede Form der Kooperation sollten einige Grundprinzipen gelten, damit es f├╝r beide Seiten eine Win-Win-Situation ist.

Eine Zusammenarbeit kann nur erfolgreich sein, wenn du deinem Partner vertraust.
F├╝r mich hat sich eine Chance zu einer Zusammenarbeit offline ergeben, aber mein Bauchgef├╝hl grummelte. Die Idee eines gemeinsamen Workshops und dann einer Seminarreihe fand ich super, aber ich habe nicht auf meine innere Stimme geh├Ârt. Nach mehreren Monaten hat es sich auf unsch├Âne Weise zerschlagen und ich war froh, nur Zeit verloren zu haben.

Wenn es z.B. um ein Affiliate-Programm geht, dann sollte es sich um Anbieter handeln, die ein gewisses gutes Renomm├ęe geniessen. Online-Wettplattformen geh├Âren da meiner Meinung nicht dazu, Amazon schon.

Egal, welche Form der Kooperation du w├Ąhlst, es muss zu deiner Marke, deiner Zielgruppe und zu deinem Business passen. Die paar Euro oder Franken Honorar sind schnell weg, aber wenn es der falsche Partner ist, f├╝r den du Werbung machst, ist dann dauert es, bis der Imageschaden und der Vertrauensverslust bei deinen Followern wieder repariert ist.

Gerade am Anfang f├╝hlen sich manche Blogger geschmeichelt, wenn die ersten Anfragen eintrudeln. Doch hier solltest du wirklich vorsichtig sein und strategisch denken. Was bringt es dir oder k├Ânnte es dir am Ende sogar schaden?
Meine Devise bei Produkten oder Firmen war immer, dass ich nur dann f├╝r etwas Werbung mache, was ich selbst kenne und selbst nutze.

Lehne auch eine Kooperation ab, wenn du ein schlechtes Gef├╝hl dabei hast. Das ist in der Regel auch berechtigt und im Zweifel ist der ├ärger dann gr├Âsser als der Nutzen. Ein “Nein” ist immer legitim.

Gerade wenn es sich um eine gr├Âssere Kooperation handelt, dann solltest du dir auch Gedanken ├╝ber deine Kapazit├Ąten machen. Bist du zeitlich in der Lage, deinen Teil der Abmachung zu erf├╝llen? Sei hier auch tats├Ąchlich realistisch, denn es braucht seine Zeit, einen guten Artikel zu schreiben, sich professionell auf ein Interview vorzubereiten oder ein Video f├╝r einen Kongress aufzunehmen, das dich in einem guten Licht erscheinen l├Ąsst. Im schlimmsten Fall kann es auch eher deinem Expertenstatus schaden.

Wenn du Kooperationen mit Agenturen oder Firmen anstrebst, dann solltet du dir ein Media Kit zulegen. Das ist eine Zusammenstellung der wichtigsten Eckpunkte deines Business und sollte folgende Daten enthalten:

  • Kurzer Abriss deines Business: Worum geht es bei dir? Wer ist die Zielgruppe? Seit wann gibt es das Business?
  • Zahlen, Daten, Fakten: Follower-Zahl auf deinen Kan├Ąlen und Screenshot von Google Analytics. Am besten zeigst du ├╝ber einen gewissen Zeitraum die Entwicklung auf.
  • Welche Kooperationen du schon hattest
  • F├╝r welche Form der Kooperation du zur Verf├╝gung stehst und f├╝r welche nicht
  • Eine kurze Beschreibung zu dir und welchen Mehrwert du bringst

3. Worauf solltest du achten, wenn du einen Kooperationspartner suchst

Wenn du selbst eine Kooperation ansto├čen willst, dann hast du es nat├╝rlich in der Hand, mit wem es sein soll. Das ist schon einmal ein riesiger Vorteil, denn du ├╝berlegst dir im Vorfeld, mit wem eine Zusammenarbeit spannend sein k├Ânnte.

Bei Firmen, die Affiliate-Programme anbieten, ist es recht simpel: Du meldest dich an und wirst angenommen oder nicht.

Bei Kooperationen mit anderen Solopreneuren, Influencern oder Unternehmern gibt es einige Spielregeln, gerade wenn du sie (noch) nicht pers├Ânlich kennst.
Es soll ja schlie├člich kein One-Night-Stand werden, sondern eine Partnerschaft, die bestenfalls langfristig angelegt ist. Doch auch wenn es nur eine kurze Aff├Ąre sein sollte, sollten beide etwas davon haben und es sollte auch kein schales Gef├╝hl ├╝brig bleiben.

Wenn du geschickt bist, dann bereitest du deinen ersten direkten Kontakt gut vor. Dazu geh├Ârt das Kommentieren auf Posts, Beitr├Ąge oder auch Blogartikel. Damit meine ich nicht nur Herzchen, sondern wirklich qualifizierte Kommentare. Was hat dich an diesem Beitrag bewegt, was hat dir besonders gut gefallen.

Kommentiere ├Âfter, hilf in der Gruppe der Person, wenn sie eine hat, mache dich positiv bemerkbar.

Bevor du jemand anschreibst, pr├╝fe auf der Website, ob diese Person etwas zu Kooperationen geschrieben hat.
Manche stehen generell f├╝r Kooperationen zur Verf├╝gung, andere nicht oder nur f├╝r bestimmte Arten von Zusammenarbeit. Das solltest du wirklich ernst nehmen und dich daran halten.
Dir als Anschreibenden erspart es auch Frust, wenn du wei├čt, dass XY eben nicht f├╝r Gastartikel offen ist. Widerstehe da auch bitte der Versuchung, es trotzdem zu probieren, denn meist ruft das nur folgende Reaktion hervor: Genervtes Augenrollen und L├Âschen. Im besten Fall bekommst du noch eine Absage mit dem Hinweis, dass XY es deutlich auf der Seite geschrieben hat oder es kommt keine Reaktion.

F├╝r deinen echten Erstkontakt empfehle ich dir die gute alte Email und nicht den Messenger oder ├Ąhnliches.
Das hat mehrere Gr├╝nde:

  • Messenger sieht eher nach Spam aus und kann schnell untergehen, gerade wenn ihr nicht befreundet seid. Nicht jeder schaut bei Facebook in den Ordner “Nachrichtenanfragen”
  • Ich pers├Ânlich finde es m├╝hsam, lange Nachrichten, am besten auch ohne Formatierung, im Messenger zu lesen.
  • In einer Mail kannst du den Text besser strukturieren, ggf. noch einen Anhang senden (z-B. das Media Kit)

Schreibe bitte keine Massenmail, in der du nur den Namen austauschst. Das Giesskannenprinzip funktioniert nicht und man merkt es. Die Motivation darauf zu antworten ist gleich Null. Da musst du schon ein verdammt gutes Angebot haben, um ├╝berhaupt eine Reaktion zu bekommen.

Verwende eine vern├╝nftige Email-Adresse. Gmail oder Web.de-Adressen vermitteln nicht unbedingt Vertrauen.

Vermeide Tippfehler, denn auch das sagt einiges ├╝ber dich aus.

Zeige deutlich, dass du dich wirklich mit der Person/dem Unternehmen besch├Ąftigt hast. Dazu geh├Ârt auch, dass du die Person auch mit ihrem Namen (richtig geschrieben!) ansprichst. No-Gos sind Anreden wie Webmaster, Blogger etc. oder eine falsche Anrede (Herr statt Frau oder umgekehrt).
Genauso peinlich und mit einer L├Âschgarantie sind Floskeln wie “ich folge deinem Blog/Profil schon lange” ohne wirklich konkret auf Artikel oder Beitr├Ąge einzugehen, die einem wirklich gut gefallen haben.

Versetze dich bitte in die Position desjenigen, den du anschreibst. Gerade wenn es jemand ist, der eine deutlich h├Âhere Reichweite als du hat, solltest du eines wirklich gut herausarbeiten: den Nutzen, den du bringst. Der sollte deutlich ├╝ber das “du sparst dir Content zu erstellen” hinausgehen.
Welchen neuen Aspekt bringst du? Was hat derjenige davon, dass er dir seine Plattform zur Verf├╝gung stellt? In welchem Thema bist du stark, von dem die Leser deines Gegen├╝ber profitieren k├Ânnten?
Hier ist es clever, einen Partner zu w├Ąhlen, dessen Zielgruppe ├Ąhnliche Interessen hat wie deine, aber nicht deckungsgleich ist. Wenn du z.B. ├╝ber Entspannung schreibst, dann k├Ânnte das auch f├╝r eine Seite interessant sein, die sich mit gesunder Ern├Ąhrung besch├Ąftigt. Der gemeinsame Nenner k├Ânnte achtsames Essen oder achtsame Essenszubereitung sein.

Ich w├╝rde dir empfehlen, bereits konkrete Vorschl├Ąge zu machen, so dass dein Gegen├╝ber ein Gef├╝hl daf├╝r bekommt, was du dir vorstellst. Das spart zumindest eine Mail-Schleife und damit auch Zeit.
Signalisiere aber auch, dass du offen f├╝r Vorschl├Ąge bist. Dann kannst du immer noch entscheiden, ob es f├╝r dich passt oder nicht. Bleib bitte authentisch und verbiege dich nicht (zu sehr), nur um einen Deal abzuschliessen. Wenn du nicht du selbst bist, irritierst du die Besucher, die ├╝ber die Kooperation zu dir kommen, weil du bei deinem Auftritt ein anderes Bild vermittelst als bei der Kooperation.
Bitte recherchiere hier auch sorgf├Ąltig, ob es nicht schon einen Beitrag zu dem Thema gibt. Das spart Zeit und zeigt wieder, dass du dich mit dem anderen besch├Ąftig hast.

Vergiss nicht, ein paar Zeilen ├╝ber dich, dein Business und deine Motivation zu schreiben, denn schlie├člich kannst du nicht davon ausgehen, dass der andere dich kennt oder selbst anf├Ąngt zu recherchieren, wer ihn da eigentlich anschreibt. F├╝ge auch deine Website und/oder einen Link zu einem Social Media Kanal dazu.

Wenn du die Mail abgeschickt hast, dann hei├čt es abwarten. Fasse bitte nicht alle paar Tage nach, das nervt und erh├Âht die Chance auf eine Absage.

Falls du tats├Ąchlich eine Absage bekommst, dann nimm es sportlich. Vielleicht passt es gerade nicht, vielleicht hat der andere zu viel zu tun, da kann es x Gr├╝nde geben, die nichts mit dir zu tun haben.
Mach aber nicht eines – betteln und mit Mails bombardieren. Das bringt nichts und f├╝hrt garantiert nicht zum Ziel.

Nimm die Absage nicht pers├Ânlich, erst recht nicht, wenn du eine Firma angeschrieben hast. Du kannst es ja sp├Ąter immer noch einmal versuchen.

Wenn es geklappt hat, dann freue dich! Im n├Ąchsten Schritt solltest du abkl├Ąren, wer was macht und was von dir erwartet wird.
Halte dich an deine Zusagen und liefere p├╝nktlich deinen Beitrag, wie es ausgemacht war. Sei zuverl├Ąssig und freundlich. Viele sind vernetzt und es kann durchaus passieren, dass dir dein Verhalten neue T├╝ren ├Âffnet oder eben auch schlie├čt.

4. Worauf solltest du achten, wenn du hinsichtlich einer Kooperation angesprochen wirst

Wenn du angeschrieben wirst, schau dir genau an, wer dich anschreibt. Wenn du gen├╝gend Zeit hast, recherchiere ruhig und lasse dich nicht von deinem Ego blenden, dessen Brust vor Stolz schwillt, weil dich jemand anfragt.

H├Ąufig verbergen sich hinter Social Media-Auftritten oder Blogs Agenturen, auch wenn die Seiten den Anschein erwecken, dass es einzelne Personen sind. Die Masche, auf diese Weise kostenlosen Werbeplatz zu ergattern, ist verbreitet.
Checke daher immer das Impressum, wenn eine Seite angegeben ist.
Wenn es eine Agentur/Firma ist, dann mach klar, dass du, wenn es vom Thema her passt, durchaus zu einer Kooperation bereit bist, aber nur gegen Geld. Dann trennt sich schon schnell die Spreu vom Weizen.

Schenke den Floskeln wie “du bekommst Traffic und neue Kunden” keinen Glauben, das ist in 99% der F├Ąlle Marketing-Blabla ohne Substanz, denn keiner kann dir Traffic garantieren. Seri├Âse Firmen haben das nicht n├Âtig.

Absolutes No-Go ist, wenn dir vorgeschrieben wird, was das Ergebnis sein soll. Bei meinen ganzen Pressereisen und auch bei den Produkten wurde mir nie vorgegeben, was und in welcher Weise ich berichten soll. Darauf habe ich immer grossen Wert gelegt, denn meine Glaubw├╝rdigkeit ist mir wichtig.

Wenn eine Firma dich f├╝r eine Kooperation anfragt, dann ist nat├╝rlich auch immer die Bezahlung ein Thema.
Bei Pressereisen ist es z.B. die ├ťbernahme der Anreisekosten oder auch ein zus├Ątzliches Honorar. Hab keine Hemmungen, das Geld anzusprechen, denn das schafft Klarheit f├╝r alle Seiten. Tust du es nicht, hast du im Zweifel ein schales Gef├╝hl und Bauchschmerzen.

├ťber die Honorarh├Âhe von bezahlten Artikeln kursieren die wildesten Zahlen und die h├Ąngen von Faktoren wie Reichweite des Bloggers, Followerzahlen, Artikell├Ąnge, Anzahl der zu ver├Âffentlichenden Artikeln, Anzahl der Bilder, Gr├Â├če/Bekanntheitsgrad des Partners etc. ab.
Wenn du unsicher bist, frage einfach Google oder andere Menschen, die du kennst und die selbst schon ├Ąhnliche Kooperationen eingegangen sind.

Setze f├╝r dich ein Limit und lasse dich nicht von Argumenten wie “Du bekommst mehr Reichweite/Traffic durch den Artikel, denn wir promoten den auch” oder “die anderen schreiben auch kostenlos” verunsichern. Wenn du ein Business und kein Hobby hast, dann musst du selbst deine Krankenversicherung etc. zahlen. Die Zeit, die du in die Kooperation steckst, kannst du nicht f├╝r andere Kunden verwenden. Sei also realistisch und bedenke deinen Zeitaufwand.

Auf der anderen Seite erwarte auch keine hohen Zahlungen, wenn dein Blog noch recht klein ist. Da kann es auch ein guter Gegenwert sein, wenn du z.B. den Partner erw├Ąhnen darfst. Ein gut klingender Name kann in einer Rubrik “Erfolgreiche Kooperationen mit” oder “Bekannt aus” weitere T├╝ren ├Âffnen.

5. Wo findest du geeignete Kooperationspartner?

Google und die Suchfunktionen bei den einzelnen Social Media-Kan├Ąlen sind ein guter Start, wenn du nicht schon bestimmte Personen oder Firmen im Auge hast, mit denen du gern zusammenarbeiten wollen w├╝rdest.
Starte hier mit relevanten Suchbegriffen und schau, welche Namen dir vorgeschlagen werden

Wenn du noch am Anfang bist und nicht einen supermegahammerm├Ąssigen Mehrwert bringst, dann solltest du lieber erst einmal bei kleineren Unternehmen oder Micro-Influencern anfragen statt bei den ganz Grossen deiner Branche. Die laufen dir nicht davon und die Chancen auf eine Zusammenarbeit sind h├Âher, wenn du erst einmal kleiner anf├Ąngst.

Auch Gruppen, Kurse und Challenges sind eine Fundgrube f├╝r Kooperationen, wenn es um Interviews oder Kongresse geht. In manchen Facebook-Gruppen gibt es auch regelm├Ąssig die M├Âglichkeit, nach Kooperationspartnern zu suchen.
Sei hier aber so konkret wie m├Âglich bei dem was du willst und was du anbietest.
Auf diese Art und Weise kannst du schon gut vorselektieren und freundlich mit Hinweis auf deine Kriterien absagen. Wenn die Chemie stimmt, k├Ânnt ihr ja immer noch schauen, welche M├Âglichkeiten es gibt.

Mein Tipp ist, dass du Vor-/Kennenlerngespr├Ąche machen solltest, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Sonst siehst du dich in der (moralischen) Pflicht, jeden zu nehmen und damit tust du dir keinen Gefallen.

Recherchiere auch mit Schlagworten, die nicht zu 100% dein Business betreffen, aber f├╝r deine Zielgruppe interessant sind. Menschen, die Yoga machen, interessieren sich h├Ąufig auch f├╝r gesunde Ern├Ąhrung.

Kontaktiere Agenturen, die mit Firmen zusammenarbeiten. Das ist gerade bei grossen Firmen erfolgversprechender als direkt die Firmen anzuschreiben.

Besuche einschl├Ągige Messen. Als ich noch aktiver mit meinem Reiseblog war, war die ITB, die weltgr├Âsste Reisemesse in Berlin, ein Pflichttermin.

lebe_traum

Die IHK oder Verb├Ąnde k├Ânnen auch eine Anlaufstelle sein, wenn du mit Firmen zusammenarbeiten willst.

Es gibt auch Branchenb├╝cher, in denen Ansprechpartner f├╝r Marketing genannt sind. Teilweise sind dort auch die Voraussetzungen f├╝r Kooperationen genannt. Achte hier in jedem Fall auf Aktualit├Ąt.

Scheue dich nicht, dich auch einmal selbst direkt an die Presse zu wenden, um auf dich aufmerksam zu machen.

6. Rechtliche Basics

In jedem Fall sollte klar sein, welchen Umfang die Kooperation hat. Wenn es sich um eine einmalige Aktion handelt, dann reichen Emails. Bei einer langfristigen Zusammenarbeit empfehle ich dir eine Art Rahmenvereinbarung. Hier k├Ânnten dann auch Punkte wie Bezahlung, Umfang, Geheimhaltung, Wettbewerbsverbote etc. geregelt werden.

In jedem Fall sollte klar sein, was du leistet oder was du erwarten kannst. Das k├Ânnen z.B. die L├Ąnge eines Artikels sein, die Anzahl der Bilder oder der Zeitpunkt der Ver├Âffentlichung. Jedoch solltest du dir nie vorschreiben lassen, was du genau schreibst, denn das macht dich unglaubw├╝rdig.

Aufgrund der diversen Diskussionen und Urteile sollte dir klar sein, dass du gerade Beitr├Ąge und Artikel als Werbung kennzeichnen solltest, wenn du Geld oder andere Verg├╝nstigungen bekommen hast.
Kl├Ąre das im Vorfeld, dass du den Beitrag entsprechend kennzeichnen wirst. Wenn dein Partner ein Problem damit hat oder dir ein h├Âheres Honorar verspricht, wenn du darauf verzichtest, dann sollte die Antwort ein klares Nein von deiner Seite sein, denn im Zweifel hast du den ├ärger.

Stehe dazu, wenn du eine Kooperation eingegangen bist. Das schafft auch Vertrauen bei deinen Lesern, denn du bist transparent.

Wenn Geld fliesst, dann schreibe auch eine korrekte Rechnung. Wie die aussieht, ist von Land zu Land verschieden und auch die steuerliche Behandlung. Kl├Ąre das bitte mit einem Steuerberater.

H├Ąufig wollen gerade Agenturen oder Firmen, dass die Verlinkung ein do-follow ist. Fakt ist, dass du damit gegen die Google-Richtlinie verst├Âsst, wenn du bezahlte Links nicht als no-follow einstellst. Seri├Âse Firmen wissen und akzeptieren das.

Wenn du wissen m├Âchtest, wie ich dich bei deinem Business unterst├╝tzen kann, dann vereinbare einfach ein Strategiegespr├Ąch mit mir.

Ich hoffe, dass ich mit diesem ausf├╝hrlichen Artikel dir einen guten ├ťberblick zum Thema Kooperationen geben konnte. Nat├╝rlich freue ich mich ├╝ber Erg├Ąnzungen und deinen Erfahrungsbericht als Kommentar.

 

 
 
 
 

 

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden

Website-Powerwoche

Lerne in 5 Tagen, was auf deine Website geh├Ârt, damit sie zum Kundenmagneten wird.

Erfahre, welche Domain Sinn macht, welche Inhalte auf deine Website geh├Âren, auf was du rechtlich achten musst und wie du die richtigen Menschen ansprichst.

Wir starten am 17.02. um 9 Uhr und die Powerwoche ist f├╝r dich nat├╝rlich kostenlos.

You have Successfully Subscribed!