kooperation
 

Als Solopreneur oder Blogger ist man häufig als Einzelkämpfer unterwegs, doch es lohnt sich, auch einmal über eine Kooperation nachzudenken. Löwen sind ja schließlich auch im Rudel erfolgreich.
Ich teile mit dir meine Erfahrungen und verrate dir, wie du die passenden Kooperationen findest und auf was du alles achten solltest.
 
Kooperationen können unterschiedliche Richtungen haben

  • Sie können dazu dienen, Geld zu verdienen
  • Sie können helfen, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen oder
  • Man kann sich gegenseitig unterstützen und so als Team von der Kooperation profitieren.

Je nachdem, wo man gerade selbst im Business steht, sind bestimmte Formen von Kooperationen sinnvoll. Gerade wenn du mit deinem Business am Anfang stehst, wirst du wahrscheinlich eher für eine Kooperation anfragen als selbst angefragt zu werden.

Ich möchte dir zeigen, welche Formen der Kooperation es gibt und auf was du in jedem Fall achten solltest.

1. Arten von Kooperationen

Gerade mit meinem Reiseblog, aber auch mit meinem Coaching-Business bin ich schon die unterschiedlichsten Kooperationen eingegangen. Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen komme ich später.

Bezahlte Artikel

Immer wieder treten Firmen an mich heran, damit ich für ihr Produkt Werbung in Form eines bezahlten Artikels mache oder sie gegen Geld in einem Artikel erwähne. Meine Devise dabei ist, dass ich nichts bewerte, was ich nicht selbst ausprobiert habe und von dem ich überzeugt bin. Alles andere würde meiner Glaubwürdigkeit schaden. Natürlich muss auch das Produkt zum Thema passen.
So lehne ich konsequent Anfragen von Online-Casinos etc. ab. Dagegen passen Reise-Gadgets wie faltbare Trinkflaschen oder eine elektrische Waage für den Koffer oder den Rucksack durchaus zu meinem Reiseblog.

Pressereisen

Ich bin schon einige Male von Agenturen, Tourismus-Büros oder Veranstaltern zu Pressereisen eingeladen worden. Das können individuelle Reisen oder Gruppenreisen sein. Ziel ist es, dass eine Destination bekannter gemacht wird und in der Regel wird hier alles bezahlt. Dafür schreibe ich in meinem Blog über das Land und die Region.

Rezensionen von Büchern oder Filmen

Ab und zu wurde ich von Verlagen kontaktiert, die mir Rezensionsexemplare von Filmen oder Büchern schicken wollten. Wenn es gepasst hat, habe ich es meist angenommen und dann ein kurzes Video dazu gemacht, in dem ich den Inhalt vorgestellt habe und dazu auch meine persönliche Meinung erzählt habe. Wichtig ist mir hier immer, dass ich wirklich frei in der Beurteilung bin. Das gilt auch für andere Kooperationen wie Pressereisen.

Affiliate-Marketing

Du findest ein Produkt oder einen Hersteller eines Services gut? Perfekt, denn viele Anbieter haben ein Affiliate-Programm. Das vermutlich grösste ist das von Amazon, aber das Prinzip ist immer gleich. Du registrierst dich als Partner, packst einen individuellen Link zu deinem Partner auf deine Seite und auf diese Weise können die Einkäufe dir zugeordnet werden.
Du bekommst eine kleine Provision, die dir ausbezahlt wird. Um hier wirklich gut zu verdienen, brauchst du aber viel Traffic auf deiner Website oder im Eintelfall auch auf den Social Media.

Produktverlosung

Ich habe für meinen Blog ab und zu Gadgets zur Verfügung gestellt bekommen, die ich verlosen konnte. Das war natürlich spannend für meine Leser und der Anbieter konnte sich so eine neue Kundschaft erschliessen.
Eine Verlosung kann auch eine Gegenleistung sein. Ich habe in einem Buch einen Artikel über meine Backpacking-Erfahrung geschrieben und Exemplare zur Verlosung bekommen. Der Artikel war Werbung für mich, das Buch für den Verlag.

Interviews

Ich habe selbst einen Podcast und lade mir gern Interviewgäste ein. Umgekehrt war ich auch schon bei anderen Podcastern im Interview. Hier geht es nicht in erster Linie darum, sich und sein Angebot zu präsentieren, sondern den Zuhörern einen Mehrwert zu bieten. Das können die eigenen Erfahrungen sein, eine andere Sichtweise zu einem Thema oder ein Austausch.

Gastartikel

Gerade am Anfang des Business kannst du mit Menschen mit bereits größerer Reichweite in Kontakt treten und ihnen vorschlagen, einen Artikel in ihrem Blog zu veröffentlichen. Ich habe auf einigen Reiseblogs Gastartikel veröffentlicht, zum Beispiel bei den Indojunkies über Sumatra.

Kongresse

Das ist gerade eine sehr beliebte Form der Kooperation. Ein Veranstalter ruft zu einem bestimmten Thema einen virtuellen Kongress aus und du kannst dich hier als Experte präsentieren. Sei es, dass du zu einem Thema einen Vortrag, Workshop oder ein Info-Video machst oder dich in einem Interview präsentierst. Alle rühren gemeinsam die Werbetrommel und so erfahren Menschen von diesem Kongress, an denen er sonst einfach vorbei gegangen wäre.
In der Regel sind die Vorträge für eine bestimmte Zeit kostenlos und werden dann als Paket verkauft.

Gemeinsame Webinare

Bei dieser Zusammenarbeit veranstaltet man ein Webinar zusammen und verdoppelt die Reichweite, indem beide auch ordentlich Werbung für das Webinar machen. Idealerweise ist dann das Produkt auch ein Gemeinschaftsprojekt oder man wird am Umsatz beteiligt.

Echte Kooperation

Hier finden sich zwei Partner zusammen, die sich von ihren Fähigkeiten her ergänzen und so beide von einander profitieren.
Ich hatte schon gute Kooperationen, aber auch schlechte und jedes Mal war mein Bauchgefühl richtig.
Gerade wenn es menschelt, dann solltest du wirklich auf deinen Instinkt hören und dir deinen Partner genau anschauen. Du heiratest ja auch nicht den/die Erstbesten oder?

Außer Konkurrenz: Masterminds und Buddies

Hier handelt es sich um einen Austausch auf Augenhöhe. Meistens ist das kostenlos, aber es gibt auch bezahlte Masterminds.
Hier tauscht man sich aus, lässt sich inspirieren, bekommt zu anstehenden Projekte Feedback etc.
Das empfinde ich als unglaublich wertvoll, denn ein Blick von Außen ist nie verkehrt und kann dabei helfen, das Angebot zu justieren.

2. Grundregeln für jede Form der Zusammenarbeit

Ich habe dir gerade viele unterschiedliche Formen vorgestellt, die ich selbst ausprobiert habe. Vielleicht gibt es noch andere, vielleicht sind manche für dein Business nicht anwendbar.
Manche Kooperationen sind auch erst ab einem gewissen Stadium sinnvoll, denn zum Beispiel wirst du wahrscheinlich am Anfang eher weniger zu einem Kongress eingeladen werden. Gastartikel dagegen können dich am Anfang gut pushen, aber auch später dazu dienen, dir einen neuen Leserkreis/Follower zu erschließen.

Aber für jede Form der Kooperation sollten einige Grundprinzipen gelten, damit es für beide Seiten eine Win-Win-Situation ist.

Eine Zusammenarbeit kann nur erfolgreich sein, wenn du deinem Partner vertraust.
Für mich hat sich eine Chance zu einer Zusammenarbeit offline ergeben, aber mein Bauchgefühl grummelte. Die Idee eines gemeinsamen Workshops und dann einer Seminarreihe fand ich super, aber ich habe nicht auf meine innere Stimme gehört. Nach mehreren Monaten hat es sich auf unschöne Weise zerschlagen und ich war froh, nur Zeit verloren zu haben.

Wenn es z.B. um ein Affiliate-Programm geht, dann sollte es sich um Anbieter handeln, die ein gewisses gutes Renommée geniessen. Online-Wettplattformen gehören da meiner Meinung nicht dazu, Amazon schon.

Egal, welche Form der Kooperation du wählst, es muss zu deiner Marke, deiner Zielgruppe und zu deinem Business passen. Die paar Euro oder Franken Honorar sind schnell weg, aber wenn es der falsche Partner ist, für den du Werbung machst, ist dann dauert es, bis der Imageschaden und der Vertrauensverslust bei deinen Followern wieder repariert ist.

Gerade am Anfang fühlen sich manche Blogger geschmeichelt, wenn die ersten Anfragen eintrudeln. Doch hier solltest du wirklich vorsichtig sein und strategisch denken. Was bringt es dir oder könnte es dir am Ende sogar schaden?
Meine Devise bei Produkten oder Firmen war immer, dass ich nur dann für etwas Werbung mache, was ich selbst kenne und selbst nutze.

Lehne auch eine Kooperation ab, wenn du ein schlechtes Gefühl dabei hast. Das ist in der Regel auch berechtigt und im Zweifel ist der Ärger dann grösser als der Nutzen. Ein “Nein” ist immer legitim.

Gerade wenn es sich um eine grössere Kooperation handelt, dann solltest du dir auch Gedanken über deine Kapazitäten machen. Bist du zeitlich in der Lage, deinen Teil der Abmachung zu erfüllen? Sei hier auch tatsächlich realistisch, denn es braucht seine Zeit, einen guten Artikel zu schreiben, sich professionell auf ein Interview vorzubereiten oder ein Video für einen Kongress aufzunehmen, das dich in einem guten Licht erscheinen lässt. Im schlimmsten Fall kann es auch eher deinem Expertenstatus schaden.

Wenn du Kooperationen mit Agenturen oder Firmen anstrebst, dann solltet du dir ein Media Kit zulegen. Das ist eine Zusammenstellung der wichtigsten Eckpunkte deines Business und sollte folgende Daten enthalten:

  • Kurzer Abriss deines Business: Worum geht es bei dir? Wer ist die Zielgruppe? Seit wann gibt es das Business?
  • Zahlen, Daten, Fakten: Follower-Zahl auf deinen Kanälen und Screenshot von Google Analytics. Am besten zeigst du über einen gewissen Zeitraum die Entwicklung auf.
  • Welche Kooperationen du schon hattest
  • Für welche Form der Kooperation du zur Verfügung stehst und für welche nicht
  • Eine kurze Beschreibung zu dir und welchen Mehrwert du bringst

3. Worauf solltest du achten, wenn du einen Kooperationspartner suchst

Wenn du selbst eine Kooperation anstoßen willst, dann hast du es natürlich in der Hand, mit wem es sein soll. Das ist schon einmal ein riesiger Vorteil, denn du überlegst dir im Vorfeld, mit wem eine Zusammenarbeit spannend sein könnte.

Bei Firmen, die Affiliate-Programme anbieten, ist es recht simpel: Du meldest dich an und wirst angenommen oder nicht.

Bei Kooperationen mit anderen Solopreneuren, Influencern oder Unternehmern gibt es einige Spielregeln, gerade wenn du sie (noch) nicht persönlich kennst.
Es soll ja schließlich kein One-Night-Stand werden, sondern eine Partnerschaft, die bestenfalls langfristig angelegt ist. Doch auch wenn es nur eine kurze Affäre sein sollte, sollten beide etwas davon haben und es sollte auch kein schales Gefühl übrig bleiben.

Wenn du geschickt bist, dann bereitest du deinen ersten direkten Kontakt gut vor. Dazu gehört das Kommentieren auf Posts, Beiträge oder auch Blogartikel. Damit meine ich nicht nur Herzchen, sondern wirklich qualifizierte Kommentare. Was hat dich an diesem Beitrag bewegt, was hat dir besonders gut gefallen.

Kommentiere öfter, hilf in der Gruppe der Person, wenn sie eine hat, mache dich positiv bemerkbar.

Bevor du jemand anschreibst, prüfe auf der Website, ob diese Person etwas zu Kooperationen geschrieben hat.
Manche stehen generell für Kooperationen zur Verfügung, andere nicht oder nur für bestimmte Arten von Zusammenarbeit. Das solltest du wirklich ernst nehmen und dich daran halten.
Dir als Anschreibenden erspart es auch Frust, wenn du weißt, dass XY eben nicht für Gastartikel offen ist. Widerstehe da auch bitte der Versuchung, es trotzdem zu probieren, denn meist ruft das nur folgende Reaktion hervor: Genervtes Augenrollen und Löschen. Im besten Fall bekommst du noch eine Absage mit dem Hinweis, dass XY es deutlich auf der Seite geschrieben hat oder es kommt keine Reaktion.

Für deinen echten Erstkontakt empfehle ich dir die gute alte Email und nicht den Messenger oder ähnliches.
Das hat mehrere Gründe:

  • Messenger sieht eher nach Spam aus und kann schnell untergehen, gerade wenn ihr nicht befreundet seid. Nicht jeder schaut bei Facebook in den Ordner “Nachrichtenanfragen”
  • Ich persönlich finde es mühsam, lange Nachrichten, am besten auch ohne Formatierung, im Messenger zu lesen.
  • In einer Mail kannst du den Text besser strukturieren, ggf. noch einen Anhang senden (z-B. das Media Kit)

Schreibe bitte keine Massenmail, in der du nur den Namen austauschst. Das Giesskannenprinzip funktioniert nicht und man merkt es. Die Motivation darauf zu antworten ist gleich Null. Da musst du schon ein verdammt gutes Angebot haben, um überhaupt eine Reaktion zu bekommen.

Verwende eine vernünftige Email-Adresse. Gmail oder Web.de-Adressen vermitteln nicht unbedingt Vertrauen.

Vermeide Tippfehler, denn auch das sagt einiges über dich aus.

Zeige deutlich, dass du dich wirklich mit der Person/dem Unternehmen beschäftigt hast. Dazu gehört auch, dass du die Person auch mit ihrem Namen (richtig geschrieben!) ansprichst. No-Gos sind Anreden wie Webmaster, Blogger etc. oder eine falsche Anrede (Herr statt Frau oder umgekehrt).
Genauso peinlich und mit einer Löschgarantie sind Floskeln wie “ich folge deinem Blog/Profil schon lange” ohne wirklich konkret auf Artikel oder Beiträge einzugehen, die einem wirklich gut gefallen haben.

Versetze dich bitte in die Position desjenigen, den du anschreibst. Gerade wenn es jemand ist, der eine deutlich höhere Reichweite als du hat, solltest du eines wirklich gut herausarbeiten: den Nutzen, den du bringst. Der sollte deutlich über das “du sparst dir Content zu erstellen” hinausgehen.
Welchen neuen Aspekt bringst du? Was hat derjenige davon, dass er dir seine Plattform zur Verfügung stellt? In welchem Thema bist du stark, von dem die Leser deines Gegenüber profitieren könnten?
Hier ist es clever, einen Partner zu wählen, dessen Zielgruppe ähnliche Interessen hat wie deine, aber nicht deckungsgleich ist. Wenn du z.B. über Entspannung schreibst, dann könnte das auch für eine Seite interessant sein, die sich mit gesunder Ernährung beschäftigt. Der gemeinsame Nenner könnte achtsames Essen oder achtsame Essenszubereitung sein.

Ich würde dir empfehlen, bereits konkrete Vorschläge zu machen, so dass dein Gegenüber ein Gefühl dafür bekommt, was du dir vorstellst. Das spart zumindest eine Mail-Schleife und damit auch Zeit.
Signalisiere aber auch, dass du offen für Vorschläge bist. Dann kannst du immer noch entscheiden, ob es für dich passt oder nicht. Bleib bitte authentisch und verbiege dich nicht (zu sehr), nur um einen Deal abzuschliessen. Wenn du nicht du selbst bist, irritierst du die Besucher, die über die Kooperation zu dir kommen, weil du bei deinem Auftritt ein anderes Bild vermittelst als bei der Kooperation.
Bitte recherchiere hier auch sorgfältig, ob es nicht schon einen Beitrag zu dem Thema gibt. Das spart Zeit und zeigt wieder, dass du dich mit dem anderen beschäftig hast.

Vergiss nicht, ein paar Zeilen über dich, dein Business und deine Motivation zu schreiben, denn schließlich kannst du nicht davon ausgehen, dass der andere dich kennt oder selbst anfängt zu recherchieren, wer ihn da eigentlich anschreibt. Füge auch deine Website und/oder einen Link zu einem Social Media Kanal dazu.

Wenn du die Mail abgeschickt hast, dann heißt es abwarten. Fasse bitte nicht alle paar Tage nach, das nervt und erhöht die Chance auf eine Absage.

Falls du tatsächlich eine Absage bekommst, dann nimm es sportlich. Vielleicht passt es gerade nicht, vielleicht hat der andere zu viel zu tun, da kann es x Gründe geben, die nichts mit dir zu tun haben.
Mach aber nicht eines – betteln und mit Mails bombardieren. Das bringt nichts und führt garantiert nicht zum Ziel.

Nimm die Absage nicht persönlich, erst recht nicht, wenn du eine Firma angeschrieben hast. Du kannst es ja später immer noch einmal versuchen.

Wenn es geklappt hat, dann freue dich! Im nächsten Schritt solltest du abklären, wer was macht und was von dir erwartet wird.
Halte dich an deine Zusagen und liefere pünktlich deinen Beitrag, wie es ausgemacht war. Sei zuverlässig und freundlich. Viele sind vernetzt und es kann durchaus passieren, dass dir dein Verhalten neue Türen öffnet oder eben auch schließt.

4. Worauf solltest du achten, wenn du hinsichtlich einer Kooperation angesprochen wirst

Wenn du angeschrieben wirst, schau dir genau an, wer dich anschreibt. Wenn du genügend Zeit hast, recherchiere ruhig und lasse dich nicht von deinem Ego blenden, dessen Brust vor Stolz schwillt, weil dich jemand anfragt.

Häufig verbergen sich hinter Social Media-Auftritten oder Blogs Agenturen, auch wenn die Seiten den Anschein erwecken, dass es einzelne Personen sind. Die Masche, auf diese Weise kostenlosen Werbeplatz zu ergattern, ist verbreitet.
Checke daher immer das Impressum, wenn eine Seite angegeben ist.
Wenn es eine Agentur/Firma ist, dann mach klar, dass du, wenn es vom Thema her passt, durchaus zu einer Kooperation bereit bist, aber nur gegen Geld. Dann trennt sich schon schnell die Spreu vom Weizen.

Schenke den Floskeln wie “du bekommst Traffic und neue Kunden” keinen Glauben, das ist in 99% der Fälle Marketing-Blabla ohne Substanz, denn keiner kann dir Traffic garantieren. Seriöse Firmen haben das nicht nötig.

Absolutes No-Go ist, wenn dir vorgeschrieben wird, was das Ergebnis sein soll. Bei meinen ganzen Pressereisen und auch bei den Produkten wurde mir nie vorgegeben, was und in welcher Weise ich berichten soll. Darauf habe ich immer grossen Wert gelegt, denn meine Glaubwürdigkeit ist mir wichtig.

Wenn eine Firma dich für eine Kooperation anfragt, dann ist natürlich auch immer die Bezahlung ein Thema.
Bei Pressereisen ist es z.B. die Übernahme der Anreisekosten oder auch ein zusätzliches Honorar. Hab keine Hemmungen, das Geld anzusprechen, denn das schafft Klarheit für alle Seiten. Tust du es nicht, hast du im Zweifel ein schales Gefühl und Bauchschmerzen.

Über die Honorarhöhe von bezahlten Artikeln kursieren die wildesten Zahlen und die hängen von Faktoren wie Reichweite des Bloggers, Followerzahlen, Artikellänge, Anzahl der zu veröffentlichenden Artikeln, Anzahl der Bilder, Größe/Bekanntheitsgrad des Partners etc. ab.
Wenn du unsicher bist, frage einfach Google oder andere Menschen, die du kennst und die selbst schon ähnliche Kooperationen eingegangen sind.

Setze für dich ein Limit und lasse dich nicht von Argumenten wie “Du bekommst mehr Reichweite/Traffic durch den Artikel, denn wir promoten den auch” oder “die anderen schreiben auch kostenlos” verunsichern. Wenn du ein Business und kein Hobby hast, dann musst du selbst deine Krankenversicherung etc. zahlen. Die Zeit, die du in die Kooperation steckst, kannst du nicht für andere Kunden verwenden. Sei also realistisch und bedenke deinen Zeitaufwand.

Auf der anderen Seite erwarte auch keine hohen Zahlungen, wenn dein Blog noch recht klein ist. Da kann es auch ein guter Gegenwert sein, wenn du z.B. den Partner erwähnen darfst. Ein gut klingender Name kann in einer Rubrik “Erfolgreiche Kooperationen mit” oder “Bekannt aus” weitere Türen öffnen.

5. Wo findest du geeignete Kooperationspartner?

Google und die Suchfunktionen bei den einzelnen Social Media-Kanälen sind ein guter Start, wenn du nicht schon bestimmte Personen oder Firmen im Auge hast, mit denen du gern zusammenarbeiten wollen würdest.
Starte hier mit relevanten Suchbegriffen und schau, welche Namen dir vorgeschlagen werden

Wenn du noch am Anfang bist und nicht einen supermegahammermässigen Mehrwert bringst, dann solltest du lieber erst einmal bei kleineren Unternehmen oder Micro-Influencern anfragen statt bei den ganz Grossen deiner Branche. Die laufen dir nicht davon und die Chancen auf eine Zusammenarbeit sind höher, wenn du erst einmal kleiner anfängst.

Auch Gruppen, Kurse und Challenges sind eine Fundgrube für Kooperationen, wenn es um Interviews oder Kongresse geht. In manchen Facebook-Gruppen gibt es auch regelmässig die Möglichkeit, nach Kooperationspartnern zu suchen.
Sei hier aber so konkret wie möglich bei dem was du willst und was du anbietest.
Auf diese Art und Weise kannst du schon gut vorselektieren und freundlich mit Hinweis auf deine Kriterien absagen. Wenn die Chemie stimmt, könnt ihr ja immer noch schauen, welche Möglichkeiten es gibt.

Mein Tipp ist, dass du Vor-/Kennenlerngespräche machen solltest, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Sonst siehst du dich in der (moralischen) Pflicht, jeden zu nehmen und damit tust du dir keinen Gefallen.

Recherchiere auch mit Schlagworten, die nicht zu 100% dein Business betreffen, aber für deine Zielgruppe interessant sind. Menschen, die Yoga machen, interessieren sich häufig auch für gesunde Ernährung.

Kontaktiere Agenturen, die mit Firmen zusammenarbeiten. Das ist gerade bei grossen Firmen erfolgversprechender als direkt die Firmen anzuschreiben.

Besuche einschlägige Messen. Als ich noch aktiver mit meinem Reiseblog war, war die ITB, die weltgrösste Reisemesse in Berlin, ein Pflichttermin.

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Die IHK oder Verbände können auch eine Anlaufstelle sein, wenn du mit Firmen zusammenarbeiten willst.

Es gibt auch Branchenbücher, in denen Ansprechpartner für Marketing genannt sind. Teilweise sind dort auch die Voraussetzungen für Kooperationen genannt. Achte hier in jedem Fall auf Aktualität.

Scheue dich nicht, dich auch einmal selbst direkt an die Presse zu wenden, um auf dich aufmerksam zu machen.

6. Rechtliche Basics

In jedem Fall sollte klar sein, welchen Umfang die Kooperation hat. Wenn es sich um eine einmalige Aktion handelt, dann reichen Emails. Bei einer langfristigen Zusammenarbeit empfehle ich dir eine Art Rahmenvereinbarung. Hier könnten dann auch Punkte wie Bezahlung, Umfang, Geheimhaltung, Wettbewerbsverbote etc. geregelt werden.

In jedem Fall sollte klar sein, was du leistet oder was du erwarten kannst. Das können z.B. die Länge eines Artikels sein, die Anzahl der Bilder oder der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Jedoch solltest du dir nie vorschreiben lassen, was du genau schreibst, denn das macht dich unglaubwürdig.

Aufgrund der diversen Diskussionen und Urteile sollte dir klar sein, dass du gerade Beiträge und Artikel als Werbung kennzeichnen solltest, wenn du Geld oder andere Vergünstigungen bekommen hast.
Kläre das im Vorfeld, dass du den Beitrag entsprechend kennzeichnen wirst. Wenn dein Partner ein Problem damit hat oder dir ein höheres Honorar verspricht, wenn du darauf verzichtest, dann sollte die Antwort ein klares Nein von deiner Seite sein, denn im Zweifel hast du den Ärger.

Stehe dazu, wenn du eine Kooperation eingegangen bist. Das schafft auch Vertrauen bei deinen Lesern, denn du bist transparent.

Wenn Geld fliesst, dann schreibe auch eine korrekte Rechnung. Wie die aussieht, ist von Land zu Land verschieden und auch die steuerliche Behandlung. Kläre das bitte mit einem Steuerberater.

Häufig wollen gerade Agenturen oder Firmen, dass die Verlinkung ein do-follow ist. Fakt ist, dass du damit gegen die Google-Richtlinie verstösst, wenn du bezahlte Links nicht als no-follow einstellst. Seriöse Firmen wissen und akzeptieren das.

Wenn du wissen möchtest, wie ich dich bei deinem Business unterstützen kann, dann vereinbare einfach ein Strategiegespräch mit mir.

Ich hoffe, dass ich mit diesem ausführlichen Artikel dir einen guten Überblick zum Thema Kooperationen geben konnte. Natürlich freue ich mich über Ergänzungen und deinen Erfahrungsbericht als Kommentar.

 
 
 
 

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Ivana

Bist du eine Passionpreneurin? Ich begleite dich auf meinem Blog und in meinen Coachings dabei, dein Unternehmen, für das du brennst, erfolgreich online zu bringen.

4 Kommentare

  1. Liebe Ivana,
    Vielen Dank für die zahlreichen Tipps.
    Einige Kooperationen lebe ich schon, neue Ideen sind hinzugekommen. Deinen Artikel muss ich mir unbedingt speichern!

    Schöne Grüße
    Sandra

    1. Author

      Liebe Sandra,

      sehr gerne und ich freue mich, wenn ich dir ein paar Ideen geben konnte.
      Liebe Grüsse,
      Ivana

  2. Hallo Ivana, ich bin noch neu, was Kooperationen betrifft und habe durch Dich noch ein paar neue Impulse bekommen. Danke. Einer meiner am meisten gelesenen Artikel ist aus einer Kooperation ganz am Anfang entstanden, verdient habe ich fast nichts, aber der Reisebericht kam super an. Für mich wichtig ist es, auch gleich auf Anfragen zu antworten, viele der Kollegen in meinem Bereich tun das nicht. Ihr Pech, mein Glück. Liebe Grüße Katja

    1. Author

      Hallo Katja,

      das stimmt, das ist ein wichtiger Punkt – freundlich und zügig bei Anfragen reagieren 🙂
      Ich freue mich, dass ich dir ein paar Impulse geben konnte und viel Erfolg bei den künftigen Kooperationen.

      Liebe Grüsse,
      Ivana

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