Kennst du eigentlich das Gefühl, dass du Tarot eigentlich kannst, aber dich trotzdem noch irgendwie unsicher fühlst? Dass du die Karten kennst und sie deutest, aber da ist immer noch so dieses nagende Gefühl, was ist da jetzt stimmig? Habe ich an alles gedacht? Habe ich nichts übersehen? Eins vorweg, deuten ist nicht das Problem und deuten ist aber auch nicht das Ziel. Worum es wirklich geht, werde ich dir gleich erzählen.
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Transkript der Episode
Viele setzen Deuten und Verstehen gleich, dabei sind es ganz unterschiedliche Ebenen. Deuten bedeutet, du kennst eine Karte, du weisst, was die Bedeutungen sind, du kannst zu ihr was sagen. Verstehen bedeutet, du siehst, warum eine Karte irgendwo liegt, an einer bestimmten Stelle, welche Rolle sie spielt, was sie im Zusammenhang erzählt.
Und genau da entsteht die Unsicherheit. Denn Bedeutungen, die geben Halt, die geben Sicherheit. Du weisst genau, welche Schlagworte du mit welcher Karte verbindest.
Das ist wie so ein Treppengeländer, an dem du dich festhältst. Aber es wird schwierig, wenn das eine ungewöhnliche Konstellation ist, wenn die Karte in einem Zusammenhang kommt, wo sie auf den ersten Blick nichts verloren hat. Und dann verlieren die Bedeutungen auf einmal die Bedeutung.
Dann verlierst du die Orientierung. Denn die Bedeutungen werden in dem Moment sinnlos. Und das ist so, um bei dem Treppenbeispiel zu bleiben, dann hältst du dich noch an dem Geländer, also an den Bedeutungen fest, aber du spürst, das Geländer ist wackelig, die Schrauben sind nicht so ganz festgezogen und du weisst nicht so genau, ob du dich tatsächlich noch drauf verlassen kannst.
Vor allem, weil die Treppe anfängt zu knarzen und zu quietschen und es Unsicherheit ist. Das ist der Grund, warum sich häufig Legungen unsicher anfühlen, instabil, nicht falsch, aber irgendwie wackelig. Das steht alles nicht auf einem soliden Fundament.
Das hast du vielleicht auch schon erlebt. Und dann fängst du an, nochmal nachzulesen, ein Video zu schauen, nochmal ein Buch rumzublättern. Nicht aus Neugier, weil du denkst, oh cool, ich möchte wissen, was es noch für Aspekte gibt. Ich möchte meine Perspektive erweitern. Ich möchte meinen Horizont erweitern. Also das passiert nicht aus Neugier, dass du nachschaust, sondern aus Unsicherheit.
Und dann passiert etwas, was nicht so gut ist. Du verlagerst deine Kompetenz, deine Tarotautorität, deine innere Autorität, dein Vertrauen nach aussen, auf andere Personen.
Intuition hat jeder, auch Kopfmenschen
Du gibst deine Autorität und dein Vertrauen einfach ab, weil du dir nicht selber zutraust, die Karte zu verstehen, zu deuten. Viele sagen in dem Fall, dass sie sich dann auf ihre Intuition verlassen. Das wird häufig dargestellt als etwas Spontanes, als eine Eingebung, als etwas Magisches, als etwas, was passiert und was am besten noch bestimmten Menschen vorbehalten ist.
Aber in der Praxis ist die Intuition meist leise, sehr leise, so leise, dass Kopfmenschen wie ich sie lange nicht hören und dann teilweise auch glauben, dass sie sie nicht haben, was Quatsch ist, denn jeder ist intuitiv. Und jeder hat Intuition. Die manchen müssen sie bloss nur ein bisschen hervorkitzeln, hervorlocken.
Die anderen haben es schon eher. Aber jeder hat sie. Manche brauchen mehr Raum, Zeit und Geduld, um sie zu aktivieren.
Aber Intuition ist keine Eingebung aus dem Nichts. Sie ist Wahrnehmung, die durch Erfahrung gewachsen ist. Und dieses komische Gefühl in einer konkreten Situation, das sind quasi Erinnerungen an eine Situation, die vielleicht bei dir nicht mehr im Bewusstsein ist, dass du schon mal in so einer ähnlichen Situation warst, aber das ist alles abgespeichert in deinem Unterbewusstsein.
Und dann kommt so dieses komische Gefühl, so nach dem Motto, okay, jetzt sollte ich vielleicht besser gehen. Oder wenn es was Positives ist, so ja, beim letzten Mal war das schon richtig cool, mega, dieses Mal wird es bestimmt auch cool. Intuition basiert auf Wahrnehmung, auf Erfahrung, dass die kommt nicht einfach so, sondern das ist irgendwo in deinem Unterbewusstsein tief in dir verankert.
Und Intuition, damit sie funktioniert, braucht einen Bezugsrahmen, so eben wie eine konkrete Situation, so nach dem Motto, das war schon mal ähnlich so. Also entweder Red Flag, also Warnung, oder yeah, let’s go for it. Das beruht auf Erfahrungen und auf einem Bezugsrahmen, auf einer gewissen Struktur.
Intuition braucht eine Struktur
Und deshalb braucht Intuition auch eben eine gewisse Struktur als Orientierungshilfe, nicht als Regel, die einen einquetscht und einengt, sondern als Orientierung. Und Struktur ist daher einfach nicht das Gegenteil von Intuition, sondern es gibt dem Ganzen ein stabiles Fundament. Und mit einer gewissen Struktur wird Intuition auch ruhig.
Und so ähnlich ist es auch mit Tarot, das ja auch viel mit Intuition arbeitet, mit Bildern, mit Symbolen, die unser Unterbewusstsein ansprechen. Tarot funktioniert nicht im luftleeren Raum, sondern es lebt aus der Symbolik, aus den Bildern, aus den Elementen, aus den Ziffern. Und es ist eine Sprache, die du letztendlich lernen kannst.
Und viele starten einfach zu früh, die wollen deuten, die wollen kombinieren, die wollen eine Legung machen. Und das ist auch super, je früher du mit dem Üben anfängst, desto besser. Aber häufig ist es so, dass die Leute losstarten, ohne überhaupt zu verstehen, was sie da sehen, ohne zu wissen, was sie da sehen.
Das ist so, wie wenn du in einer fremden Stadt bist und du weisst, ja, ich habe mal gehört, da gibt es ein tolles Museum oder eine tolle Kirche, einen tollen Tempel. Und du sagst, ich lasse mich da jetzt rein intuitiv führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du diesen Tempel oder dieses Museum findest, wenn du die Schilder nicht lesen kannst, wenn du keine Google Maps hast, wenn du keine App hast, wenn du keinen Stadtplan hast, die ist relativ gering.
Du kannst dich natürlich durchfragen, aber das ist auch ein Hilfsmittel, da verlässt du dich ja auch nicht auf deine Intuition.
Natürlich kannst du Eindrücke sammeln, dich treiben lassen und kommst vielleicht zu einem ganz anderen Museum oder zu einem ganz anderen Tempel, der auch richtig toll ist, aber du kommst nicht da an, wo du eigentlich hin möchtest. Aber wenn du weisst, was auf den Schildern steht, wenn du eine Orientierung hast, wenn du eine Karte hast, dann weisst du, wo du lang musst.
Und deshalb ist Wissen wichtig. Wissen, gerade im Tarot, ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Es ist so das Sprungbrett auf deinem Sprung in eine neue Reise, in eine weitere Reise.
Du siehst nur, was du weisst
Denn im Grunde siehst du auch nur das, was du kennst und wenn du ein Symbol nicht kennst, kannst du es auch nicht einordnen.
Da habe ich hier mal als Beispiel hier den Ritter der Kelche mitgebracht und du siehst hier die Flügel hier oben am Helm und die Flügel hier unten an den Stiefeln. Und Flügel kannst du dir denken, ja das hat was mit Vögeln zu tun, vielleicht was mit Freiheit, vielleicht was mit Reisen.

Das erschliesst du dir schon mal. Und das ist auch richtig, aber wenn du weisst, dass dieser geflügelte Helm und diese geflügelten Schuhe dem Götterboten Merkur im Römischen und Hermes bei den Griechen zugeordnet, dann ist es schon mal eine ganz andere Dimension. Ein Götterbote bringt Nachrichten, also es hat was mit Kommunikation zu tun, es hat was mit Sprache zu tun.
Und Merkur war auch der Gott der Diebe, der Reisenden und der Händler. Also da kann auch Manipulation mit reinspielen, aber auch Händler brauchen eine gewisse Zungenfertigkeit, um dir etwas zu verkaufen. Dann ist Merkur der Namensgeber von Quecksilber, also im Englischen Mercury, Merkur, liegt natürlich auf der Hand. Das ist ein sehr sehr flüchtiges Element und auch ein giftiges. Das hat was mit Toxizität zu tun, mit Giftigkeit zu tun.
Auf jeden Fall sind das schon mal andere Bedeutungsebenen, die du jetzt kennst. Und wenn der Ritter der Kelche auftaucht in der Liebeslegung, ja, er ist der Romantiker. Er ist der, der dir Gedichte vorträgt, der dir Rosenblätter auf den Weg streut und so weiter.
Er ist der Romantiker. Aber wenn du das jetzt alles weisst mit der Flüchtigkeit, mit der Zungenfertigkeit. Und Merkur ist eben mit den Flügeln auch dem Element Luft zugeordnet, also Logik, Verstand, Ratio, aber auch Reisen.
Du kannst dir überlegen, okay, nachdem er sich jetzt alles über den Merkur weiss, ja, das mag vielleicht ein schönes Verhältnis sein. Aber ist er wirklich ein zuverlässiger Partner? So flüchtig, so eloquent, wie er ist? So unbeständig, wie er ist? Und da hast du schon mal ganz andere Bedeutungsebenen, wie wenn du nur denkst, okay, Flügel haben was mit Freiheit zu tun.
Ja, klar, er liebt auch seine Freiheit. Er ist nicht so wirklich beständig. Aber du merkst, es sind schon ganz, ganz viele Ebenen noch dazu.
Also wenn du nicht weisst, was ein Symbol oder ein Element oder eine Zahl ausdrückt, dann kann sie dir auch nichts erzählen. Und wenn du dieses Wissen nicht hast, dann bleiben die Karten auch flach. Aber, und das ist nicht entscheidend, Wissen allein reicht nicht.
Nicht immer ist alles gleich relevant
Es geht nicht darum, jetzt auswendig zu lernen, okay, das hat was mit Merkur zu tun und der steht für alles Mögliche. Es geht nicht darum, das alles auswendig zu lernen oder Bedeutungen zu sammeln, Bedeutungslisten zu sammeln. Es geht darum, zu wissen und zu verstehen, was du da siehst.
Denn erst dann kannst du fragen, warum ist dieses Symbol in der Legung relevant und warum nicht in der anderen? Warum ist gerade dieses Element jetzt wichtig? Und warum kommt jetzt vielleicht gerade die eine Zahl, nicht die andere? Und da beginnt dann das Verstehen. Das hat nichts mit Wissen abrufen zu tun, wie so ein Computer, sondern es geht darum, dass du das alles in Beziehung setzt, in Beziehung zu der Legung, in Beziehung zu der Frage, in Beziehung zu der Situation, in Beziehung zu deiner persönlichen Stimmung, deiner eigenen Situation. Denn nicht jedes Symbol ist in jeder Legung gleich wichtig.
Aber du solltest sie kennen und du solltest da ein gewisses Fundament haben, einen gewissen Fundus, aus dem du herauszuschöpfen kannst. Und eben dieser Bezugsrahmen und dieses Fundament aus Symbolik, aus Elementen, aus Zahlen, wenn du das mal verstanden hast, wenn du es mal durchdrungen hast, und das hört sich jetzt ein bisschen komplizierter an, als es eigentlich ist, denn es sind eigentlich nur überschaubare Grundregeln, das macht Tarot nicht komplexer und komplizierter, sondern es macht es ruhiger. Du hast deinen Werkzeugkoffer quasi neben dir und du rätst nicht mehr, du suchst nicht mehr, du weisst, was das alles bedeutet und wie es auch zusammenhängt.
Erfahrungen sind wichtiger als Bedeutungslisten
Du erkennst, was jetzt in dem Moment wirklich relevant ist, was jetzt wichtig ist. Und von diesem Punkt aus kannst du weitergehen, intuitiv, eigenständig und du klammerst dich nicht mehr an die Bedeutungslisten fest, die du vielleicht irgendwann mal auswendig gelernt hast oder die du dir erstellt hast und die für dich noch das Nonplusultra sind, sondern du machst deine eigenen Entdeckungen, du machst deine eigenen Erfahrungen. Du gehst einfach weiter und das Wissen engt dich hier nicht ein wie so ein Korsett oder so ein Käfig, sondern er ist der Boden, auf dem du stabil stehst und weitergehen kannst.
Und dann wird Bewegung und auch schnelle Bewegung möglich, weil es ist ein solides Fundament, das dich trägt. Und über dieses Fundament spreche ich natürlich auch ganz ganz ausführlich in meinem Pfad der Karten. Und wenn du das nächste Mal dir die Karten legst, dann frage nicht, was bedeutet diese Karte, sondern was trägt sie zum Gesamtbild bei? Welches Puzzlestück ist diese Karte, das aus diesen vielen Karten ein rundes Bild macht, ein rundes Gesamtbild?
Mehr Bedeutungen bringen nicht mehr Klarheit
Und jetzt möchte ich noch einen Mythos auflösen, der immer noch herumschwirrt und zwar das mehr Bedeutung, mehr Klarheit bringt.
Das ist es nicht. Mehr Bedeutung erzeugt mehr Druck. Du hast das Gefühl, dich an alles Mögliche erinnern zu müssen.
Und dann ist dann noch dieser nagende Zweifel, habe ich jetzt alles berücksichtigt? Klarheit entsteht nicht, wenn du alles weisst. Sie entsteht, wenn du beginnst zu verstehen, was in dem Moment wesentlich ist. Du musst nicht alles immer in eine Legung mit einfliessen lassen.
Mal ist dieser geflügelte Helm völlig irrelevant, mal ist der Fluss viel wichtiger oder diese Klippe oder der Kelch oder die Fische hier. Dann spielen die Flügel überhaupt keine Rolle. Das hängt, wie gesagt, von der Frage, von der Situation von allem Möglichen ab.
Dann lässt du wirklich das einfliessen, was in dem Moment relevant ist, was dir auch deine Intuition, also dein Unterbewusstsein, das auf Erfahrung basiert, das haben wir ja gerade besprochen, was dir sagt, was da wirklich da reinschiesst. Und um diese Entscheidung zu treffen, was ist jetzt wirklich relevant, da brauchst du Übung. Und die Übung entsteht, indem du die Karten nicht nur einzeln betrachtest, sondern sie auch im Zusammenhang betrachtest.
Verstehen bedeutet nicht, dass alles eindeutig ist. Es bedeutet, dass du eine Landkarte hast, dass du dich orientieren kannst. Es bedeutet, dass du ein Vertrauen in dich hast, auch wenn nicht alles klar ist.
Du musst nicht alles anbringen, was du weisst
Es bedeutet, dass du spürst, wenn die Deutung in sich stimmig ist, auch wenn du nicht jedes Symbol berücksichtigst, auch wenn du nicht dein ganzes Wissen in den Topf schmeisst. Und auch wenn du nicht das Gefühl hast, beweisen zu müssen, dass die Legung richtig ist, sondern es geht darum, dass es Sinn gibt, nicht, dass das alles lehrbuchmässig abgehakt ist und korrekt ist. Und ich habe dieses Symbol berücksichtigt, dieses Symbol, dieses Symbol, alles korrekt. Nein, das ist dann nur eine Abfolge von Aussagen.
Aber der Sinn ist wichtig. Und dieser Sinn und dieses Gefühl, dass es stimmig ist, das entsteht nicht durch Abrufen von Wissen, sondern es entsteht durch Beziehungen, die du mit den Karten hast. Und dies entsteht durch Zeit, durch Wiedererkennen, durch die Zusammenhänge erfassen, durch Übung.
Und dafür brauchst du ein solides Fundament, von dem aus du deine eigene Entdeckungsreise starten kannst. Und dieses Fundament gebe ich dir mit dem Pfad der Karten mit. Dann wird Tarot ruhig und entspannt.
Es wird in dem Moment entspannt, wenn du aufhörst, es perfekt machen zu wollen und all dein ganzes Wissen reinkippen zu wollen, sondern wenn du beginnst zu verstehen und nicht nur mit dem Kopf, sondern auch die inneren Zusammenhänge und vor allem mit deiner Intuition, mit deinem Herzen, wenn da alles zusammenfliesst.

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