Lass mich dir zwei Fragen stellen:

Warum fühlt sich Tarot bei dir immer noch unsicher an, trotz der ganzen Kurse, die du gemacht hast, trotz der Videos, die du angeschaut hast, trotz der ganzen Bücher, die du gelesen hast? Warum ist da immer noch diese Unsicherheit da?

Und die zweite Frage: Warum hast du das Gefühl oder häufig das Gefühl, dass trotz deinem ganzen Wissen dir immer noch irgendwas fehlt, was alle anderen haben? Tarot fühlt sich für dich immer noch irgendwie leer, chaotisch und in sich nicht stimmig an.

Warum mehr Tarot-Wissen dich nicht sicherer macht

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Transkript der Episode

Ich sage dir jetzt etwas, was unbequem ist, aber was auch viele dir nicht sagen.

Tarot scheitert in der Regel nicht daran, dass es dir an Intuition mangelt, denn das halte ich für Quatsch, denn intuitiv ist jeder, mal mehr, mal weniger, aber das kann man trainieren. Daran scheitert Tarot nicht.

Tarot scheitert daran, dass viele Wissen mit Können verwechseln und wenn du bis zum Ende dran bleibst, wirst du verstehen, was ich meine und du wirst verstehen, warum dich immer mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr Input nicht wirklich weiterbringt und was stattdessen den Unterschied macht.

Weisst du, ich arbeite schon relativ lange mit Tarot und arbeite auch lange mit Menschen, die an den Punkt sind, „Ich weiss schon unheimlich viel, aber warum fühlt es sich trotzdem leer an?“

Und genau dem gehen wir heute auf den Grund. Viele glauben, wenn sie noch einen Kurs machen, noch ein Buch lesen, noch ein Video anschauen, noch eine weitere Bedeutungsübersicht finden, dass es irgendwann mal Klick macht.

Bücher und Kurse sind ein Startpunkt

Das Problem ist nicht, dass dieses Wissen falsch ist oder dass es Quatsch ist, was sie da lesen, denn ein guter Kurs kann unheimlich viel bewirken. Er kann dir eine Struktur geben, einen klaren roten Faden, ein Fundament, auf dem du aufbaust und ein in sich schlüssiges Bezugssystem. Das ist eine Abkürzung, eine super gute Grundlage, denn ohne so ein Fundament, ohne einen Kurs, siehst du oft nicht das, was wirklich unter der Oberfläche liegt, was unter dem Offensichtlichen liegt.

Gerade was Symbole angeht, Ziffern, Elemente, da ist es entscheidend, dass du nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern auch tiefer gehst und wenn dir dieses Wissen fehlt, dann bleiben dir ganze Bedeutungsebenen verborgen. Also insofern machen Kurse und Bücher absolut Sinn, aber das Problem ist, dass wenn du dieses Wissen aufnimmst, dass es dir eine gewisse Sicherheit simuliert, dass es dir das Gefühl gibt, aktiv zu sein und alles zu wissen und Tarot zu beherrschen. Ein Tarotkurs ist ein solides Fundament, wenn er gut ist, und er gibt dir eine gute Basis, er gibt dir einen guten Startpunkt, er ist aber kein Endpunkt.

Er bringt dich zur Schwelle, er führt dich auch noch weiter, aber dann hast du so wie der Narr das Wissen in seinem Bündel. Du hast du all dein Wissen bei dir, hast das ganze Wissen dabei, aber gehen musst du selber und ein Kurs oder ein Buch oder ein Video ersetzt nicht deine Beziehung zu den Karten, die du selber aufbaust.

Es ist nicht nur eine reine Information mit Tarot, sondern auch eine Fähigkeit und die Fähigkeit entsteht nicht dadurch, dass du passiv bist und ein Buch liest oder ein Video anschaust oder einen Kurs durcharbeitest, sondern dass du übst, dass du wiederholst, dass du Erfahrungen sammelst und dass du vor allem dran bleibst.

Konsum ersetzt keine Erfahrung

Ich sehe so viele, die durch Instagram oder YouTube oder TikTok scrollen und haben das Gefühl, sie konsumieren und sie lernen dabei, aber das ist Quatsch. Wenn du Tarot nur konsumierst, wenn du dir nur Input von aussen holst, dann ist es alles ausserhalb von dir, dann ist es nicht deine eigene Erfahrung.

Praxis und wahres Verstehen beginnt da, wo du selbst aktiv bist, wo du selber hinschaust, wo du in eine Karte schaust, wo du dich mit den Symbolen beschäftigst, wo du auf deine Reaktionen schaust.

Und ja, das ist langsamer, das braucht Zeit, das braucht Geduld, aber nur dann entsteht Tiefe. Ich kenne viele Menschen, die quasi wandelnde Lexika sind, die etliche Bedeutungen kennen, aber die keine Verbindung zu der Karte haben. Dann sind sie überfordert, die Karte in einem Beziehungssystem, in einem Legemuster zu deuten, weil sie kennen jede Karte für sich separat, aber sie verstehen nicht, wie sie die Karten miteinander in Bezug setzen.

Das kommt wirklich nur durch Üben, durch die Karten verstehen. Ein Kurs ersetzt keine persönliche Erfahrung, er bereitet dich vor, er zeigt dir den Weg, er leitet dich an, aber nur wenn du konsumierst, dann bleibt alles theoretisch.

Praxis beginnt dort, wo du anfängst die Karten selber zu ziehen, wo du deine eigenen Worte findest, wo du deine eigenen Definitionen findest, wo du deine eigenen Bedeutungslisten findest, wo du Zusammenhänge herstellst. Und wie gesagt, ein guter Kurs führt dich an die Schwelle, der gibt dir schon einiges an Input, aber das ist der Start.

Bedeutungslisten und so weiter, das sind Startpunkte, das sind keine Endpunkte. Das ist das Sprungbrett, von dem aus du weitermachen kannst und gehen musst du letztendlich selbst. Die Listen und die Kurse und das ganze Wissen ist nicht das Problem.

Ich arbeite selbst auch mit Bedeutungslisten in meinen Kursen, aber es ist wie gesagt ein Startpunkt und wenn du dann viele unterschiedliche Listen oder Bücher oder Videos konsumierst, dann bist du am Ende verwirrt. Einer sagt das, einer sagt das und dann bist du plötzlich blockiert, weil du nicht weisst, was ist richtig. Du wirst einfach unsicher.

Es gibt keine absolute Wahrheit

Und warum ist das so? Weil wir häufig, und ich kenne das auch aus eigener Erfahrung, ich habe den Fehler nämlich auch gemacht, wir sind auf der Suche nach der absoluten Wahrheit. Und das gibt es nicht im Tarot. Das Tarot ist ein System, das lebt und es lebt auch davon, dass es erlebt wird.

Es ist ein Erfahrungsraum und kein dogmatisches System, wo alles ganz sauber, klar und deutlich und eindeutig ist. Das ist Quatsch. Es ist ein Erfahrungsraum mit einer gewissen Struktur.

Die Struktur sind die Karten der Grossen Arkana, die Karten der Kleinen Arkana, die vier Reihen, die Elemente, die da eine Rolle spielen. Das ist der Rahmen, das ist die Struktur. Aber das ist kein Käfig, das ist kein Korsett, es ist ein Rahmen innerhalb dem du dich bewegst.

Es ist so wie bei uns ganz normal im Alltag. Wenn es keine Gesetze gäbe und jeder machen würde, was er wollen würde, dann wäre nur noch Anarchie da, da wäre Chaos da, da könnte man nicht zusammenleben. Und es braucht gewisse Regeln und Strukturen, die braucht es auch im Tarot.

Bleibe am Anfang bei einer Quelle, einem Lehrer

Und ich habe es gerade erwähnt, wenn du unterschiedliche Quellen hast, kann das verwirren und blockieren. Ich halte es deshalb für sehr, sehr wichtig, dass du immer bei einem Lehrer oder bei einer Richtung bleibst oder auch bei einem Deck erstmal und nicht am Anfang alles mischt. Also nicht mal das Crowley Tarot, mal das Rider-Waite-Smith, mal das Tarot de Marseille, nicht immer einmal den Autor A lesen, dann den Autor B, dann den Autor C. Die möchten alle super sein, alle super für sich, aber sie haben alle ein bisschen anderen Blick auf die Karten, einen anderen Blickwinkel.

Die Bücher wurden zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben, auch Tarot verändert sich. Und wenn du eben unterschiedliche Quellen hast und viel mischt, dann ist Chaos da. Wenn du zehn unterschiedliche Stimmen hörst, verstehst du gar keine.

Das ist wie in der Kneipe oder in einem Restaurant. Wenn alle um dich herum quatschen, dann verstehst du überhaupt nichts mehr. Wenn du aber stattdessen dich mit einer Person unterhältst, dann verstehst du, was sie sagt.

Also mein Plädoyer definitiv, bleib bei einer Person und nicht mal hier, mal da, mal dort was gucken. Natürlich muss das, was du bei dieser Person lernst, auch mit dir in Resonanz gehen. Aber bleib erstmal da und wenn du dieses System verstanden hast, dann kannst du weitergehen. Diese eine Person hat mit Sicherheit nicht die absolute Wahrheit für sich gepachtet.

Das gibt es ja auch im Tarot nicht. Aber es gibt ein in sich schlüssiges System. Es gibt ja nicht die absolute Wahrheit, aber es gibt eine Struktur innerhalb der du die ganzen Bedeutungen, die Karten, die Symbole einsortieren kannst.

Damit hast du ein Fundament, auf das du dann aufbauen kannst und von wo aus du dann auch weitergehen kannst. Erst wenn das Fundament steht und es solide steht, nicht auf irgendwelchen sandigen Boden oder Schlammboden oder sonst was, dann fällt es irgendwann mal auseinander oder irgendwann passt nicht mehr alles zusammen, sondern wenn du dieses Fundament hast, dann kannst du immer weiter aufstocken und nicht vorher.

Das ist meine Meinung. Und bevor ich dir noch weiter quatsche, nehmen wir mal einfach eine Karte als Beispiel hier: Die Vier der Münzen.

Bevor du dir ein Buch schnappst und gleich anfängst zu blättern, was bedeutet das, dass er hier die Münze auf der Krone hat und die hier umklammert und mit den Füssen auf den Münzen steht und was hat das mit der Stadt auf sich und so weiter, schau erst mal selber hin.

Was fällt dir als erstes auf und welches Gefühl löst diese Karte aus? Woher kennst du das vielleicht aus deinem eigenen Erlebnis? Da ist einer, der klammert sich an das Geld, der steht auf dem Geld, damit es ja nicht irgendwie wegkommt und wir kennen alle mit Sicherheit diese Situation, wo Ebbe im Geldbeutel war, wo wir aus Angst, dass auch noch der letzte Cent oder Pfennig oder Rappen weg ist, dass wir uns daran klammern und ja, das braucht Zeit, aber das ist Praxis und das ist nicht vielleicht absolut richtig, wenn du dem glaubst, was in den Büchern steht.

Es ist nicht perfekt, aber es ist deins. Also setz dich wirklich mit den Karten auseinander und wenn du dir aufgeschrieben hast, was du damit verbindest, welche Gefühle das auslöst, an was es dich erinnert, dann kannst du immer noch nachschauen, aber nicht um dich zu korrigieren, sondern um deinen Blick zu erweitern, um noch weitere Impulse zu bekommen, um zu sehen, so kann ich das vielleicht auch noch sehen und das ist vielleicht auch noch mal eine Idee, aber hier hören viele auf bei dem selbst Erleben. Nicht, weil sie es nicht können, sondern weil sie sich die Zeit nicht nehmen, weil es sich ein bisschen unsicher anfühlt, man wagt sich da raus aus seiner Höhle, aus seiner Komfortzone und plötzlich wird man so seine eigene Autorität.

Nimm dir Zeit für deine Erfahrungen mit den Karten

Es kostet Zeit, es ist unbequem, du musst dich hinsetzen, was notieren, das ist viel viel aufwendiger, wie einfach nur so durch deinen Feed zu scrollen. Es gibt auch vielleicht keine sofortige Bestätigung, weil du auch erst mal nachdenken musst, gerade bei komplexeren Karten mit mehr Details. Hier sind ja relativ wenig Details, aber es gibt Karten mit ganz ganz vielen Symbolen und Details, die sich nicht auf den ersten Blick erschliessen.

Es ist also kein schnelles Erfolgserlebnis, du hast nicht dieses sofortige Belohnungsding, was dein was dein Hirn aktiviert und so jubeln lässt, sondern du musst es dir selber erarbeiten und davor schrecken ganz ganz viele zurück, aber hier beginnt die echte Entwicklung.

Es gibt nicht den Moment, in dem du Tarot vollkommen kannst

Es kommt aber noch ein wirklich wichtiger Punkt. Der Mythos, der häufig bei Tarot blockiert ist, dass es einen Moment gibt, in dem es Klick macht und du Tarot kannst und das gibt es nicht.

Sorry to say, aber diesen Punkt gibt es nicht. Tarot ist wie eine Sprache und selbst als Muttersprachler kennst du nicht wirklich jede Redewendung, jeden Ausdruck, jede Nuance deiner Muttersprache. Mir geht es genauso wie dir.

Es gibt Ausdrücke oder Begriffe, die ich im Leben noch nicht gehört habe und mit Tarot ist es ähnlich. Es ist lebendig, es will erlebt werden, es will verstanden werden. Es ist keine Fähigkeit, die du irgendwann mal gemeistert hast, wo du einen Haken hinter machen kannst und denkst: Jetzt kann ich es perfekt.

Es ist ein Weg und wenn du dich darauf einlässt, ist es auch ein sehr wertvoller Weg, denn es ist ein Weg, der auch eine tiefe Beziehung zu dir selber ermöglicht und über die Bilder entwickelt sich dann ein Zusammenspiel zwischen deinem normalen Bewusstsein, deinem Unterbewusstsein, deiner Seele und dafür ist Tarot wunderbar geeignet. Und für diese Beziehung über die Karten brauchst du Zeit.

Da geht es nicht nur um Tempo und schnell schnell. Ein Kurs kann dir zeigen, worauf du schauen kannst, was du wahrnehmen kannst, was du sonst übersehen würdest. Ich habe hier auch noch mal ein Beispiel für dich.

Hier der König der Schwerter. Ich habe mich in letzter Zeit auch wieder intensiv mit dieser Karte beschäftigt und da ist mir etwas aufgefallen, was mir in über 20 Jahren nicht aufgefallen ist. Nämlich hier diese Elfe.

Ich weiss nicht, ob du die jemals gesehen hast. Ich kann diese Karte jetzt nicht mehr sehen, ohne die Elfe hier nicht zu sehen. Aber ich sage, es braucht alles Zeit.

Es entwickelt sich. Du bist nie an einem Punkt, wo du sozusagen fertig bist. Und wenn du so ein Symbol wie hier eben diese Elfe entdeckst, dann kannst du dich fragen, okay, was bedeutet eine Elfe? Was bedeutet eine Elfe für mich und in welcher Beziehung steht sie mit dem König der Schwerter? Pamela Coleman-Smith, die das Rider-Waite-Smith-Deck kreiert hat, hat sich sicher bei jedem Symbol etwas gedacht.

Also was bedeutet die Elfe hier? Und ein guter Kurs weist dich auf solche Details hin. Er zeigt dir, wie das System zusammenhängt, was der rote Faden ist, wie die Struktur ist. Aber was er dir nicht abnehmen kann, ist, dass du dran bleibst, dass du übst, dass du selber deine Erfahrungen machst.

Es geht nicht darum, dich zu fragen, ob du gut genug bist, sondern es geht daran, dich zu fragen, ob du dran bleiben willst. Genau das ist der Unterschied zwischen mir und vielen anderen. Das ist nicht das Talent. Es ist das Dranbleiben und das Üben.

Tarot öffnet sich nicht denen, die alles wissen wollen, weil das ist nicht möglich, sondern es öffnet sich denen, die bereit sind, wirklich dran zu bleiben und in die Karten einzutauchen.

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Ivana