Natürlich kannst du Tarot alleine lernen, das ist völlig richtig, so habe ich auch angefangen, so hat jeder angefangen, aber seien wir mal ehrlich, das geht gut, das geht super, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dann fängst du dich an im Kreis zu drehen, weil einfach etwas Entscheidendes fehlt und darüber möchte ich heute mit dir reden.
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Transkript der Episode
Also steigen wir mal direkt ein. Wir kennen das alle, wir haben alle so angefangen, wir lesen Bücher, wir schauen Videos, wir üben alleine und das ist auch super und gerade am Anfang ist die Lernkurve richtig richtig gut, da machen wir Fortschritte, da saugen wir alles auf wie so ein Schwamm, aber es geht nur bis zu einem gewissen Punkt und dann wird es ein bisschen diffus.
Mal hast du das Gefühl, die Legung klappt, da läuft alles, aber manchmal ist es so richtig richtig zäh. Du kannst nichts mit den Karten anfangen, du weisst nicht, was sie dir eigentlich wirklich sagen wollen. Du hängst mit den Bedeutungslisten und mit den Büchern fest und du hast trotzdem ganz ganz viele Fragezeichen über deinem Kopf. Das ist eine Situation, wo ich schon war und wo ganz ganz viele andere auch schon waren und das ist völlig normal.
Also mit dir ist da nichts falsch, das ist völlig normal, wenn du alleine lernst und alleine arbeitest und es ist genauso normal, dass du dann anfängst, noch mehr Videos anzuschauen, noch mehr Bücher zu lesen, noch mehr Wissen anzuhäufen, aber du kommst trotzdem gefühlt nicht vom Fleck und der Grund ist, weil eigentlich drei Sachen fehlen oder weil es einfach drei Stolperfallen gibt, an denen es klemmt.
1. Lerne mit Struktur
Der erste Punkt ist die Struktur. Du liest den Autor, du schaust das Video von dem Menschen an, du hörst einen Podcast von jemand Dritten und alle machen ihren Job in der Regel sehr gut, aber teilweise widersprechen die sich.
Teilweise sind die Ansätze einfach andere und das ist auch völlig normal, denn jeder Mensch hat seinen eigenen Zugang zu Tarot.
Es ist auch okay, dass du mal bei unterschiedlichen Menschen reinschnupperst, um zu gucken, wessen Stil, wessen Art magst du, mit wem willst du wirklich weiterlernen, mit wem willst du weitergehen. Aber es bringt nichts, wenn du hier mal was machst, da mal was machst, dort mal was machst, weil teilweise widersprechen sich auch die Aussagen und dann ist gerade am Anfang die Verwirrung gross, was stimmt jetzt eigentlich?
Der eine sagt dies, der andere sagt jenes, der eine sagt nur Intuition, der andere sagt nur Kopfwissen, der Dritte sagt eine Mischung aus beidem, wenn ja wie viel und ich als Kopfmensch weiss sowieso nicht wie ich Zugang zu meiner Intuition bekomme. Da ploppen ohne Ende Fragezeichen auf, wenn du unstrukturiert an die ganze Sache reingehst, wenn du immer zwischen unterschiedlichen Quellen hin und her springst. Da baut nichts aufeinander auf und woher sollst du dann einen roten Faden kriegen und woher sollst du dann wissen, was richtig ist, wobei es ist ja nie etwas zu 100% absolut richtig im Tarot, weil es einfach unterschiedliche Wege, unterschiedliche Ansichten gibt.
Da hilft nur eines, entscheide dich, nachdem du ein bisschen hin und her geschnuppert hast, für eine Quelle, für eine Person, mit der du dann arbeitest oder deren Infos du dir anschaust, weil dann kannst du sicher sein, das ist stringent, das baut aufeinander auf.
Also such dir einen roten Faden, hör auf mit dem Herumgespringe. Wenn dir einer sagt, ich bringe dir Tarot in zwei Stunden bei, ja das ist ein nettes Versprechen, das ist auch ein guter Startpunkt, um weiterzugehen, aber unter uns, Tarot wirklich lernen, wirklich begreifen, das ist wie bei einer Sprache, das dauert seine Zeit. Je nachdem wie tief du gehen möchtest, kann es auch viele Jahre dauern oder nur ein paar Wochen, aber so ruckzuck, da wirst du nicht weit kommen.
Bring da Struktur rein, wenn du alleine lernst.
2. Du gerätst in die Projektionsfalle
Der zweite Punkt, der auch absolut nicht zu unterschätzen ist, du spiegelst deine Wünsche, deine Bedürfnisse, deine Hoffnungen, deine Erwartungen in die Karten rein. Du nimmst die quasi als Projektionsfläche für das, was du erwartest, welches Ergebnis du gerne hättest. Das ist auch völlig normal, denn wenn wir für uns selber legen, können wir nicht absolut objektiv sein, das geht gar nicht.
Du kochst in deiner eigenen Suppe, du hast kein Feedback, du projizierst dein Wunschdenken in die Karten, du verrennst dich und du siehst nur das, was du sehen willst, weil wo es wehtut, wo die dunklen Seiten sind oder diese unbequemen Wahrheiten, da schaut keiner gerne hin und das ist absolut menschlich.
Aber wenn du nur irgendwie in deiner eigenen Sosse kochst, wenn du deine eigenen Gedanken hörst, aber kein Feedback von aussen hast, wie sollst du dich da einfach weiterentwickeln? Das funktioniert einfach nicht. Weiterentwicklung entsteht dadurch, dass du dich auch austauschst, mit anderen austauschst oder einfach auch Impulse von aussen bekommst.
3. Du bleibst immer wieder an denselben Punkten hängen
Der dritte Knackpunkt kann sein, dass du zwar übst und regelmässig übst, aber letztendlich drehst du dich im Kreis, weil du einfach alleine bist. Du bleibst immer an derselben Stelle hängen und es ist keiner da, den du fragen kannst und das macht die Sache schwierig. Dann fragst du dich , was sind wirklich die Unterschiede zum Beispiel zwischen den Buben oder von ähnlichen Karten wie der Neun der Schwerter und der Zehn der Schwerter.
Beide sind irgendwie ein grosses Drama, du bist sehr im Kopf und es sieht alles nach Ende aus und alles ganz schlimm, aber wo sind da die Feinheiten, wo sind da die Nuancen? Oder die Asse. Sie sind alle Potenzial, genau wie der Narr der Neuanfang ist. Wo sind da die feinen Unterschiede, wo sind da die wirklich entscheidenden Unterschiede? Es gibt tatsächlich ähnliche Karten, aber da mitzubekommen, wann ist es was, da braucht Übung. Wenn du alleine lernst, dann sitzt du dann vielleicht vor unterschiedlichen Büchern, die auch wie gesagt unterschiedliche Ansichten haben und wirst nicht wirklich schlau draus. Wenn keiner da ist, den du fragen kannst, dann hat dein alleine Lernen keine Richtung.
Alleine lernen ist super, ich habe auch so angefangen, aber das ist der Anfang. Wenn du alleine lernst, dann wird es mit der Zeit, wenn du immer mehr und immer mehr und immer mehr Wissen aufnimmst, mit mehr Zeit, mit mehr Wissen nicht besser, sondern es wird besser, wenn du Klarheit in das Ganze reinbringst. Wenn du weiter sagst, okay, ich will das ganze Ding trotzdem weiter alleine durchziehen, dann bring da Struktur rein und fokussier dich auf eine Quelle.
Mach dir eine kleine Checkliste für jede Legung, nach der du vorgehst
Und Struktur kann bedeuten, dass du bei jeder Legung und wenn es auch nur eine Tageskarte ist oder so ein Tagesduo ist, dass du erst mal guckst, in welchem Bereich bin ich? Grosse Arkana, kleine Arkana, in welchem Reich bin ich, also im Reich der Schwerter, im Reich der Stäbe, im Reich der Kelche, im Reich der Münzen? Was ist wirklich der Grundtenor der Legung?
Der nächste Schritt ist, was sehe ich? Da brauchst du noch gar nicht zu deuten und zu interpretieren oder dir zu überlegen, was die ganzen Symbole und Farben und Ziffern und alles mögliche bedeutet, sondern was sehe ich wirklich? Du wirst mal bei einer Legung ein bestimmtes Detail sehen, bei der gleichen Karte bei einem anderen Tag wirst du ein anderes Detail sehen.
Es geht nicht darum, die Karte wirklich zu 100% vollständig zu erfassen, sondern zu gucken, was siehst du? Was fällt dir ins Auge? Was ist wirklich das Symbol oder die Gestalt oder die Farbe, die dir im Moment, in diesem Moment zuerst ins Auge springt? Und was fällt dir sonst noch auf?
Und dann der dritte Schritt ist, was ist eigentlich die Essenz der Karte? Und da gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten.
Du kannst dir überlegen, okay, die Situation in der Karte, so wie ich sie jetzt sehe, wann habe ich die selber erlebt? Wie ist es mir da gegangen? Wie bin ich da rausgekommen? Also das mit eigenen Erfahrungen zu verknüpfen.
Du kannst mit der Karte meditieren.
Du kannst sie mit bestimmten Übungen in deinen Alltag integrieren, dazu journalen, kreative Übungen machen. Das ist alles, was bei mir im Pfad der Karten alles mit dabei ist, um dir deinen eigenen Zugang zu der Essenz der Karte zu ermöglichen. Du kannst dir verschiedene Decks anschauen, also immer eine Karte aus unterschiedlichen Decks und gucken, was ist da so der kleinste gemeinsame Nenner? Was ist wirklich die Essenz der Karte? Also bring da Struktur rein, wenn du alleine weitergehst.
Die andere Möglichkeit ist natürlich, dir eine Gemeinschaft zu suchen, wie meine Tarot-Gilde, wo wir uns zweimal im Monat treffen und gemeinsam in die Karten schauen. Da ist es unfassbar bereichernd, dass du wirklich von unterschiedlichsten Leuten ihre Ideen hörst und das öffnet einfach deinen Horizont. Du musst es ja nicht übernehmen, aber deine Fantasie wird angeregt und das erweitert dein Wissen.
Da kriegst du auch mit Anleitung natürlich eine gewisse Richtung, eine gewisse Struktur. Du kochst nicht mehr in deiner eigenen Suppe, sondern du tauschst dich aus und da sind Menschen, die du auch fragen kannst.
Das war soweit mein Input zum Thema Tarot alleine lernen.
Ja, alleine lernen ist möglich, ist auch sinnvoll, aber wenn du an einem Punkt angekommen bist, wo es nicht mehr weitergeht, dann schau, was von den drei Punkten fehlt dir. Fehlt dir Struktur, spiegelst du zu sehr in die Karten rein, also projizierst du zu sehr deine eigenen Sachen rein und ist die Wiederholung mit Struktur, mit Richtung?
Ich wünsche dir spannende Erkenntnisse.
Hinweis: Rider-Waite-Smith-Deck, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

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