Wenn es um den Mond geht, dann kommen immer wieder die gleichen Schlagwörter. Illusion, Täuschung, das Verborgene, das Unbewusste, das Unterbewusstsein und noch einige mehr. Und das klingt erstmal gut, das klingt erstmal tief, aber sei mal ganz ehrlich, hilft das dir wirklich weiter, wenn du den Mond ziehst und die Karte vor dir liegt? Wie du den Mond ein bisschen anders sehen kannst, darum geht es heute.


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Transkript der Episode

Diese Schlagworte, die ich gerade genannt habe, die sind völlig okay, die sind auch richtig und sie sind auch ein guter Startpunkt, aber da bleibt zumindest immer noch so eine Unklarheit, so eine Ungewissheit. Und das wollen wir heute knacken und zwar in drei Schritten.

Schritt 1: In welchem Bereich bist du gerade?

Der erste Schritt ist, wir schauen uns erstmal an, in welchem Bereich befinden wir uns gerade.

Und wenn du schon ein bisschen was von Tarot mitbekommen hast, weisst du ja, dass es die Grosse Arcana und die Kleine Arcana gibt. Und die Grosse Arcana, das sind die Lebensthemen, das sind die Entwicklungsschritte, das sind die inneren Zustände, das sind Phasen, in denen du gerade bist, aber auch generelle Verhaltensmuster oder Persönlichkeiten. Das sind so wirklich die grossen Dinge des Lebens und genau da befinden wir uns, wenn wir beim Mond sind.

Mond

Schritt 2: Was siehst du?

Der zweite Schritt ist, du schaust dir an, was sehe ich gerade? Du beschreibst einfach mal die Karte und da sind ganz ganz viele Symbole. Da ist ein Mond, der aber auch wie eine Sonne aussieht, da sind Flammen, da sind zwei Türme, da ist ein Hund, da ist ein Wolf, da ist ein Weg, da sind die Berge, da ist ein Teich aus dem krabbelt ein Krebs. Also ganz ganz viele Symbole, aber keine Angst, wir machen das heute nicht kompliziert, wir gehen nicht auf die einzelnen Symbole ein, sondern wir bleiben bei der Essenz.

Wie ich schon gesagt habe, da sind ganz ganz viele unterschiedliche Symbole und nicht wirklich was ist eindeutig. Schau dir mal die Sonne und den Mond an. Du weisst nicht so genau, welche Tageszeit ist es jetzt eigentlich? Ist es ein Mondfinsternis, ist es eine Sonnenfinsternis, ist es die Sonne, ist es der Mond, ist es der Vollmond?

Da ist Wasser und da sind Berge, da sind diese zwei Türme, zwischen denen sich die Szene abspielt. Da ist der Wolf und der Hund. Also da ist ganz ganz viel unklar, da schwankst du und da ist nichts wirklich ganz eindeutig.

Geht es jetzt um das Wasser oder um die Berge, um den Hund, um den Wolf, um den Mond, um die Sonne? Um was geht es da jetzt eigentlich?

Genau das beschreibt diesen Zustand des Mondes. Das hat nichts mit unseren romantischen Vorstellungen vom Mond zu tun, sondern das ist ein Zustand, in dem einiges verborgen ist, in dem es keine klare Orientierung gibt, in dem vieles vieles unklar ist. Und das siehst du schon, wenn du es einfach mal beschreibst.

Du weisst auch nicht so genau, woran du bist.

Schritt 3: Wo warst du schon einmal in dieser Situation?

Und dann kommt der dritte Schritt und da überlegst du dir, okay, wo sind die Situationen in deinem Leben gewesen, wo genau das war, wo du unsicher warst, wo du gezweifelt hast, wo du nicht wusstest, in welche Richtung du gehen sollst. Und genau diese Situation dieser Unsicherheit spiegelt auch diese Karte wieder.

Wenn du abends raus gehst und zwar der Mond vielleicht scheint, aber da weisst du auch nicht, was verbirgt sich hinter dem Busch. Du siehst nicht klar, da ist so ein komisches Gefühl dabei, da ist eine gewisse Unsicherheit, da ist vielleicht auch eine gewisse Angst da, weil du eben nicht klar siehst, weil du eben nicht weisst, was ist da noch. Du siehst halt nicht alles, das ist genauso auch wie beim Mond.

Wir sehen immer nur eine Seite des Mondes, denn der reflektiert die Sonnenstrahlen. Aber was passiert auf der anderen Seite? Was ist auf der anderen Seite des Mondes los? Also wir sehen nicht das komplette Bild, nicht das ganze Bild. Das führt einfach dazu, dass die ganze Sache unklar ist.

Das ist eben diese Situation des Mondes, diese Situation der Unsicherheit, der Ungewissheit. Und gerade wenn du so ein bisschen kopflastig bist wie ich, das ist ein Albtraum. Wir wollen Klarheit, wir wollen Struktur, wir wollen Logik, wir wollen wissen, woran wir dran sind.

Bei dem Mond ist alles so diffus und so unklar. Damit können wir Kopfmenschen schlecht umgehen, vielleicht noch ein bisschen schlechter als alle anderen. Aber die Karte zeigt dir ganz klar, die Antwort lässt sich nicht erzwingen.

Genauso wenig wie du erzwingen kannst, dass du auch die andere Seite des Mondes siehst. Das ist schon mal ein wichtiger Punkt der Essenz der Karte. Wenn du mit der Karte dich befasst und siehst, okay, da geht es um Täuschung, da geht es um Illusion.

Bei Mond siehst du nicht alles klar

Und das stimmt wie gesagt teilweise. Aber wichtig ist, dass du mitbekommst und mitnimmst, dass es da keine Klarheit gibt. Deine Wahrnehmung ist unscharf, genauso wie wenn du bei Mondlicht spazieren gehst.

Da siehst du einzelne Punkte scharf und klar, vor allem bei Vollmond, aber vieles ist auch im Verborgenen. Bei dieser Karte solltest du deshalb eben nicht fragen, was ist richtig, weil du siehst es im Moment nicht. Du erkennst es in dem Moment nicht, aber frage dich stattdessen, wo bin ich unsicher und wo versuche ich auch Klarheit zu erzwingen.

Wenn du bei dieser Frage bleibst, da merkst du, da ist ein gewisser Druck da, allein schon durch das Wort erzwingen. Wenn du nicht sofort eine Antwort hast, dann verunsichert dich das noch ein bisschen mehr. Aber was wäre, wenn du dich einfach zurücklehnst, zurücknimmst, den Druck rausnimmst, den Druck nach einer Entscheidung, nach einer Klarheit, nach wirklich Fakten, Logik, Struktur erstmal rausnimmst und anfängst zu beobachten, was ist überhaupt alles erstmal da.

Was ist hier möglich? Und dass du auch anfängst zu verstehen und zu akzeptieren, dass du in dem Moment auch nicht alles siehst und auch nicht alles klar erkennen kannst. Und das nimmt schon mal den Druck raus. Also wirklich einfach mal beobachten, wahrnehmen.

Und das ist schon mal handfester, als wenn man sagt, hör auf deine Intuition. Das ist natürlich auch absolut richtig, gerade bei dieser Karte. Aber wenn du Probleme hast, dich mit deiner Intuition zu verbinden, dann geh einfach einen Schritt zurück und schau, was ist wirklich da? Was kann ich beobachten? Was nehme ich wahr? Und da tritt schon einiges aus dieser Verborgenheit heraus.

Dieser Rahmen, diese Struktur ist, einfach mal beobachten. Dann kickt dann schon wieder wie von selbst die Intuition rein, dass du dann anfängst auch ein bisschen zu spüren. Sei einfach da in dem Fall ehrlich zu dir, ehrlich, dass nicht alles klar ist.

Nimm es hin, guck, was siehst du? Was ist da? Was musst du vielleicht auch gar nicht wissen und erkennen? Und wo sind die Sachen, bei denen du dir sicher sein kannst?

In Tarcania ist Bobbie den Mondschwestern begegnet, am Schleiersee. Da ging es auch um dieses Thema mit einem bestimmten Aspekt. Da ging es um Masken.

Natürlich, wenn wir mit Masken herumlaufen, ist auch eine gewisse Täuschung da, eine gewisse Illusion. Das fängt schon mit der Maske des Make-Ups an. Da ist auch nicht alles klar und deutlich.

Da ist etwas im Verborgenen, nämlich das, was drunter ist. Es geht in der Geschichte viel um Ehrlichkeit auch zu sich selber. Das ist es eben auch, worum es beim Mond geht: Um einen ehrlichen Umgang damit, dass du vielleicht nicht alles siehst. Aber auch um den ehrlichen Umgang damit, dass du vielleicht selber auch nicht alles zeigst. Tarot ist ein Spiegel auf deine aktuellen Situationen.

Lass dich auf diesen Spiegel einfach mal ein, ohne zu bewerten, ohne auch hinter den Spiegel schauen zu wollen, sondern beobachte, was da ist. Wo bist du unsicher? Wo versuchst du Klarheit zu erzwingen, die im Moment nicht möglich ist.

Und akzeptiere das einfach. Ich hoffe, ich konnte dir ein paar neue Anregungen zum Mond geben. Ich würde mich freuen, wenn du deine Gedanken, deine Ideen hier in die Kommentare schreibst.

Hinweis: Rider-Waite-Smith-Deck, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

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Ivana