Du zerdenkst nicht Tarot, weil du zu verkopft bist, sondern du zerdenkst es, weil du es falsch gelernt hast.
Viele von uns lernen entweder Tarot mit Bedeutungslisten oder es kommt dieses „Fühl mal in dich rein.“
Beides sorgt für Chaos und Verwirrung und ich hoffe, ich kann das heute beseitigen.
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Transkript der Episode
Wenn du Karten ziehst, dann suchst du erst mal nach Bedeutung. Also so ging es mir zumindest sehr sehr lange. Dann fing ich an, wie quasi automatisch diese ganzen Bedeutungen aus den Bedeutungslisten einfach abzuspulen, also das, was ich gelernt habe. Ich habe nicht daran geglaubt, dass das, was ich denke, was mein erster Impuls ist, dass das richtig ist. Ich habe gezweifelt. Ich wollte die Deutung „richtig“ machen und war völlig unsicher.
Es gibt keine absolute Wahrheit im Tarot
Richtig übrigens in Anführungszeichen, weil es keine richtige und keine falsche Deutung im Tarot gibt. Das möchte ich jetzt gleich noch mal klarstellen. Also all das, was du siehst und hörst und liest, das sind Meinungen.
Das sind Meinungen von einzelnen Personen, aber es steht nirgends das und das und das ist die absolute Wahrheit im Tarot und das verinnerliche bitte, denn deine Wahrheit ist genauso richtig und wichtig wie meine Wahrheit. Das ist schon mal ein ganz wichtiger Punkt und das Problem war, wie ich gedacht habe, denn ich wollte alles richtig machen. Ich, typisch Kopfmensch, Juristin noch dazu, da gibt es nur schwarz und weiss.
Ich wollte, wie gesagt, alles richtig machen und es hat mich nur noch ins Chaos und in die Verwirrung gestürzt. Ich habe selber Listen gehabt. Ich habe mir teilweise selber auch die Listen geschrieben mit Keywords, mit Deutungen und ich dachte irgendwann mal, die ganzen Listen sind das Problem, weil die sich ja auch teilweise widersprechen.
Schlag mal ein paar Tarotbücher auf und du hast ganz unterschiedliche Bedeutungen oder teilweise sich widersprechende Deutungen und Bedeutungen. Je nachdem, wann die Bücher geschrieben wurden, von wem sie geschrieben wurden, welche Erfahrungen auch diese Person gemacht hat.
Wie gesagt, eine einzig wahre, richtige Deutung gibt es nicht und ich dachte, eben diese ganzen Bedeutungslisten sind das Problem und das ist sozusagen die Wurzel allen Übels.
Nicht die Bedeutungslisten sind das Problem, sondern wie du damit umgehst
Spoiler, nicht die Listen sind das Problem, sondern der Umgang damit und früher habe ich diese Listen, gerade wenn sie von Koryphäen stammten, als der Weisheit letzter Schluss genommen, als wirklich die absolute Wahrheit.
Ich habe nicht verstanden oder ich habe lange nicht verstanden, dass die Listen wirklich nur ein Startpunkt sind, ein Punkt, von dem aus du weiter gehst, von dem aus du die Karten weiter entdeckst. Und ja, genau deshalb arbeite ich heute auch in meinen Kursen, wie dem Pfad der Karten, noch mit Listen, mit Bedeutungslisten, auch mit Listen zu hellen und zu dunklen Seiten, aber ich versuche klarzumachen und jetzt zum Beispiel auch hier, dass die Listen eben nicht abschliessend sind. Es ist keine absolute Wahrheit und sie sind nicht vollständig, können sie auch gar nicht sein, denn je nachdem, wer du bist oder in welchen Lebensumständen du bist oder welche Frage du hast, haben die Karten und die Bedeutung immer wieder mal eine andere Nuance.
Oder wenn du auch unterschiedliche Karten hernimmst, zum Beispiel den Wagen beim Waite Smith Deck, ist das sehr statisch, da liegen die Sphingen. Bei anderen Decks ist Bewegung drin, da kannst du nicht die Bedeutung und die du vom Waite Smith Deck hast, einfach auf das andere Deck überstülpen und genau das ist der Punkt. Die Bedeutungen, die Deutungslisten, die Keywords sind der Startpunkt und ich habe es häufig so gemacht, dass ich, wie gesagt, das ganze abgespult hat, statt die Karten mal anzuschauen.
Das mag jetzt vielleicht banal klingen, aber das kann echt zum Game Changer werden oder wird es sein, wenn du wirklich beginnst, die Karten anzuschauen. Denn Tarot ist keine Bedeutungsabfrage. Wir sind jetzt hier nicht im Französisch- oder Latein- oder Spanisch-Unterricht, wo du die Bedeutungen wie Vokabeln runter ratterst, sondern es geht um Beobachtungen.
Dein Startpunkt: Was passiert auf der Karte?
Ganz banal, du ziehst eine Karte und statt dich zu fragen, was bedeutet das, was sind die Bedeutung fragst du dich, was sehe ich? Du fängst an, die Karte zu beschreiben und das beruhigt deinen Kopf, das beruhigt dein Hirn, weil es ist erst mal mit dem Beschreiben beschäftigt, ohne zu analysieren und ohne die Bedeutungen gleich abzuspulen und zu versuchen, die Karte zu interpretieren.
Der Kopf ist beschäftigt mit der Beschreibung, aber nicht mit der Analyse
In welchem Elemente-Reich bin ich?
Dann als zweiten Schritt, dann kommst du in den Bereich, in welchem Element, in welchem Bereich bewege ich mich. Also ist jetzt der Bereich Kopf mit den Schwertern betroffen oder Herz mit den Kelchen oder Handlung, Energie mit den Stäben oder was Greifbares, was Realistisches, was Materielles im Bereich der Münzen und das beides setzt sich zusammen. Das sind zwei Hälften, die ineinander greifen und dann kickt die Intuition schon ein, weil du eben nicht im Analysieren bist, du bist nicht im Deuten, du bist im Hinschauen. Also kurz, was sehe ich und welcher Bereich ist betroffen und das können wir hier mal gleich bei der Karte mal ausprobieren.

Also was sehe ich?
Also ich sehe einen Handwerker, der in seine Tätigkeit vertieft ist, der schon einige Exemplare hergestellt hat, der konzentriert ist, der fokussiert ist.
Ich bin bei den Münzen also, es geht um was, was wirklich real wird, was man anfassen kann, wo es wirklich um etwas Materielles geht. Da brauchst du nicht die Bedeutungsbücher, die sagen, es geht um Meisterschaft durch Tun. Das hast du selber durch die Betrachtung herausgefunden. Du brauchst keine Bedeutungslisten, wo es darum geht zu sagen, okay, es geht um Perfektionismus. Ja, er macht immer und immer wieder dasselbe und je häufiger er das macht, desto besser wird es.
Es ist ganz logisch. Es geht nicht darum, dass du erkennst, dass es um Konzentration geht, dass er wirklich nicht abgelenkt ist. Das siehst du schon, wenn du ihn dir anschaust und so weiter.
Die Bedeutungslisten sind super als Startpunkt oder wenn du irgendwie mal völlig auf dem Schlauch stehst, um dir so einen Anschub zu geben, aber sie sind nicht der Weisheit letzter Schluss und sie sind auch, wie gesagt, nicht abschliessend.
Vergiss es, dass du irgendwann Tarot vollständig und ohne Zweifel verstehen wirst
Was auch wichtig ist zu verstehen ist, dass viele eine komplett falsche Erwartung haben, dass sie Tarot ohne Zweifel irgendwann mal komplett verstehen. Werden sie nicht, auch noch ein Spoiler.
Denn die Zweifel wird es immer geben. Denn irgendwann fängst du vielleicht doch wieder an, dich zu vergleichen oder dir nicht selber zu vertrauen. Oder du liest irgendwas, was total toll ist, was total cool ist und denkst dir, oh Gott, darauf wäre ich nie gekommen.
Die Zweifel, die kommen, aber durch eine gute Tarotpraxis bringen dich diese Zweifel nicht mehr aus dem Konzept, sondern du hältst dich dann wirklich an der Karte fest, an dem, was du siehst. Und Sicherheit, die entsteht halt nun einfach mal durch Übung. Insofern ist das auch wirklich eine gute Karte. Die kannst du nämlich auch super für deine Tarotpraxis, für deine Legungen anwenden. Übung macht tatsächlich den Meister. Das passiert nicht durch auswendig lernen, sondern, genau wie es er hier macht, durch tun.
Wenn du unsicher bist, dann beschreibe einfach, was du beobachtest. Das habe ich ja schon erwähnt und da erlaubst du dir einfach auch die Karte zu entdecken. Du musst nicht genau wissen, welche Farbsymbolik hinter hier dem Rot oder diesen Türkis steckt oder hinter dem Grün.
Du musst nicht erklären, warum die Münzen an dem Stamm hängen. Du musst nicht erklären, warum eine jetzt hier auf dem Boden liegt oder warum der Pfad in die Stadt nicht bis zu ihm geht. Diese ganzen Symboliken brauchst du nicht, wenn du erstmal wirklich die Karte entdeckst.
Das sind schon tiefere Schichten. Tarot ist wie so eine Blume, die sich öffnet mit den Bedeutungen. Wenn du dann tiefer in die Symboliken einsteigen kannst oder willst, wirst du natürlich noch viel mehr entdecken.
Aber jetzt für den Start, für das Üben, einfach wirklich nur beobachten und gucken, in welchem Element, in welchem Bereich bin ich da zu Hause. Und wenn du das machst, dann beginnst du dir zu vertrauen, dann wirst du auch sicherer und dann beginnt Tarot mit dir zu sprechen.
Hinweis: Rider-Waite-Smith-Deck, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

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