Gerade wenn du am Anfang bist und mit mehreren Karten arbeitest, kann sich schnell ein Gefühl der Unsicherheit einschleichen. Du fragst dich, ob du richtig deutest, ob das alles so passt. Am Anfang machen viele einen oder mehrere Fehler und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen, damit deine Legungen nicht nur an der Oberfläche kratzen.


Hinweis: Mit dem Klick auf das Video verbindest du dich mit YouTube und es werden Daten in die USA übertragen

Transkript der Episode

1. Die richtige Bedeutung sofort präsent haben wollen

Viele denken sich, ich muss jetzt die eine richtige Bedeutung dieser Legung herausfinden und da setzt man sich ganz, ganz stark unter Druck, denn es gibt nicht die eine absolute richtige Deutung oder Bedeutung und auch nicht eine abschliessende Deutung.

Es kommt immer auf die Frage und auf den Kontext an und wenn du dich darauf verbeisst, „Ich muss jetzt das Richtige sagen, was vielleicht auch mein Gegenüber erwartet“, dann setzt du dich sehr, sehr stark unter Druck.

Besser ist, einfach mal hinschauen und die Situation auf der Karte erst mal beschreiben. Dann kann sich auch dein Gegenüber oder du selber, wenn du für dich legst, einfach mal besser einklinken und spul nicht wirklich all die Bedeutungen ab, die du schon für die Karte kennst, die du irgendwann mal gelernt hast, sondern setze sie wirklich in Bezug zu der Frage und, wenn du ein Legemuster verwendest, auch zu der Position. Schau einfach mal hin.

Die Karten, die Positionen und die Fragen bilden einen Rahmen und an dem sollst du dich halten und nicht alles einfach abspulen, was du zu dieser Karte weisst.

2. Karten isoliert deuten

Viele deuten die Karten nacheinander, also erst die erste, die zweite, die dritte und so weiter. Das sind aber Einzelteile und wenn du dir ein Puzzle vorstellst, da liegen ganz, ganz viele Einzelteile auf dem Tisch, das ist auch Chaos, da passt nichts irgendwie zusammen. Aber wenn du anfängst, diese Puzzleteile zusammenzulegen, sie zu verbinden, dann ergibt es auf einmal Sinn und genauso ist es auch beim Kartendeuten.

Wenn du viele Einzelteile hast und sie nur isoliert deutest, statt sie als Einheit zu sehen, gibt es keine runde Geschichte. Ich weiss, das klingt gerade am Anfang herausfordernd und das ist es auch, das weiss ich selber. Aber es braucht Übung und dann wird das schon rund. Wenn dir einer erzählt, du kannst zack, nach einem Wochenende perfekt die Karten deuten, am besten vielleicht auch noch so komplexe Legemuster wie das Keltische Kreuz, glaub diesen Menschen nicht.

Es ist Übung, aber so wie du irgendwann mal schreiben und lesen gelernt hast, es war am Anfang auch sehr, sehr mühsam, die einzelnen Buchstaben und dann Wörter zu schreiben, genauso ist es auch beim Tarot. Nicht nur die einzelnen Karten, sondern das Ganze gibt das Bild. Also vermeide das, die Karten isoliert zu deuten, sondern schaue sie dir an und schaue dir dann insgesamt an, was ist die Kernaussage, was ist die Kernbotschaft.

3. Jedes einzelne Symbol deuten

Viele erliegen auch der Versuchung, zu viel zu deuten und wirklich jedes einzelne Symbol auf der Karte zu deuten. Das wird sehr, sehr schnell auch unübersichtlich. Konzentriere dich auf die Essenz, auf die Kernaussage und das ist auch eine Herausforderung, aber versuche dich auf einen Satz pro Karte zu reduzieren. Ich weiss, man möchte gerne viel erzählen, man möchte gerne sehr ausführlich sein, man möchte gerne seine Expertise zeigen, aber das überfordert dein Gegenüber.

Wenn du dir überlegst, wenn jemand für dich die Karten legt und wirklich auf jedes einzelne Symbol eingeht und alles einzeln deutet, was weisst du danach am Ende? Vielleicht den ein oder anderen Punkt, der mit dir in Resonanz gegangen ist, aber wichtig ist dann tatsächlich die Zusammenfassung, die Essenz, das mal wirklich auf den Punkt zu bringen. Und genau das macht auch einen guten Kartendeuter, einen guten Kartenberater aus, den Gegenüber nicht mit zu viel Informationen zu überhäufen, sondern es auf den Punkt zu bringen. Wenn man unsicher ist, dann ist man auch versucht, das Ganze relativ allgemein zu halten.

4. Zu allgemein bleiben

Was ich dir empfehle ist, den Bezug zur Situation und zur Frage immer wieder herzustellen, immer wieder auf die Frage Bezug zu nehmen. Sonst bleibst du vage, sonst hältst du dich sehr, sehr allgemein und dein Gegenüber oder auch du selber, wenn du für dich selber legst, kann damit nichts anfangen. Zu diesen diffusen und allgemeinen Aussagen gehört auch noch, dass du dich nicht konkret ausdrückst, weil du Angst hast, etwas falsch zu machen.

Das ist absolut nachvollziehbar. Dann werden viele Weichmacher wie könnte, würde, sollte oder möglicherweise verwendet werden. Versuche das wirklich zu vermeiden.

Mach eine klare Aussage und dann wird es auch klarer für dich und es bringt deinem Gegenüber mehr.

5. Angst vor falschen Aussagen

Aber jetzt noch mal zu dem Punkt, die Angst davor, falsch zu liegen. Genau diese Angst führt zu diesen ganzen Fehlern, die ich gerade aufgezählt habe.

Zu viel zu erzählen, Weichmacher zu verwenden, die Karten isoliert zu deuten, statt den Gesamtüberblick zu geben. Diese Angst ist absolut verständlich und absolut nachvollziehbar. Aber wie kommst du da raus?

Zum einen, wenn du eine Aussage triffst, guck auch wirklich, findet sich diese Aussage in den Karten wieder.

Ist das jetzt deine Fantasie? Ist es schon ein Coaching? Wenn du schon ins Coaching abdriftest, dann trenne das konkret. Dann sage „Okay, wir verlassen jetzt mal die Karten und stelle die Fragen“, stelle die Coachingfragen, die dir durch die Karten inspiriert einfallen.

Wenn du wirklich nur eine Kartendeutung machst, dann bleib bei den Karten.

Finden sich die Aussagen, die du triffst, in den Karten wieder?

Ein wichtiges Element ist auch, dass du nicht die Zukunft vorher sagst, sondern die Karten wirklich als Spiegel nimmst, als Spiegel der aktuellen Situation, als Spiegel, in dem man vielleicht nicht ganz so gerne schauen möchte, weil da ein Pickel auf der Nase ist, also eine unangenehme Wahrheit vorhanden ist, die man nicht wirklich sehen möchte, die aber tatsächlich da ist.

Mit dieser Wahrheit konfrontiert zu werden, das mag man nicht oder nicht immer, auch wenn man genau weiss, okay, ich muss da einfach mal hinschauen. Wenn du die Situation beschreibst, wenn du auch im Dialog mit deinem Kunden gehst oder ehrlich zu dir bist, dann bist du in dem Moment dein eigener Kunde, dann wirst du schon merken, okay, stimmt das? Ist es wirklich eine Blockade? Ist es wirklich ein Hindernis, über das ich rüber muss? Das ist keine Zukunftsvorhersage. Das ist das Spiegeln der Situation und dann das Aufzeichnen der Möglichkeiten.

Was die Zukunft bringt, was du aus diesen Möglichkeiten, was du aus dieser Erkenntnis machst, das liegt bei dir. Wir haben einen freien Willen und wie du deine Zukunft, dein Leben gestaltest, liegt bei dir und nicht in den Karten. Die Karten schreiben deine Zukunft nicht fest.

Das ist auch wirklich wichtig, dir zu vergegenwärtigen und wenn du deinem Kunden Möglichkeiten, Lösungsansätze gibst, ist es seine Verantwortung oder ihre Verantwortung, was diese Person daraus macht. Du zeigst die Möglichkeiten, du zeigst, was die Karten dir zeigen. Was der Mensch daraus macht, ist seine Verantwortung.

Was auch wichtig ist, werde dir dessen bewusst, du kannst nicht objektiv sein. Deine Deutung wird immer, auch wenn du dich bemühst, objektiv zu sein oder so objektiv wie möglich zu sein, du wirst immer deine Deutung sagen. Die ist durch deinen Filter geprägt, durch deine Erfahrungen, durch deine Kenntnisse, all das.

Das gleiche Legemuster, die gleichen Karten, die gleiche Frage bei einer anderen Person, wird eine andere Interpretation sein, weil wir nicht objektiv sein können. Setze dich da nicht unter Druck. Du gibst dein Bestes, du gibst deine Deutung, also habe keine Angst davor, was falsch zu machen.

Was auch ein guter Tipp ist, geh mit deinem Gegenüber in Dialog. Frage die Person, ob das mit ihr in Resonanz geht, ob das ihr was sagt. Lass dir selber auch auf die Karten schauen und die eigenen Deutungen erzählen.

Also lieber ein Dialog statt ein Monolog und dann kannst du auch schon erkennen, ob das in Resonanz geht.

Vertraue auch auf deine eigenen Beobachtungen und das geht gut, indem du reflektierst und indem du deine Deutungen auch aufschreibst. Dann kannst du im Nachhinein sehen, okay, das habe ich umgesetzt, das habe ich gemacht, da lag ich richtig und da lag ich vielleicht falsch.

Wenn du dir dann nochmal die Karten anschaust und vergleichst, was habe ich damals gesagt, was habe ich damals gedacht, was war meine Deutung, was ist dann am Ende daraus rausgekommen, ist das Ergebnis, auch wenn es ein anderes ist als das, was du gesehen hast, findet sich das in der Karte wieder?

Da kannst du lernen. Also vertraue auf deine Beobachtungen, notiere sie und blätter immer mal wieder zurück, um abzugleichen zwischen dem, wie es sich entwickelt hat und zwischen dem, was du gedacht hast, wie es sich entwickelt.

Ganz wichtig, spiel so ein bisschen Detektiv und sei neugierig, was dir die Karten zeigen. Also sammle Hinweise, die in Bezug auf die Frage, auf die Situation, auf das Legemuster passen und verbinde sie miteinander. Ich glaube, das ist der wichtigste Hinweis, einfach die Karten nicht isoliert zu betrachten, sondern sie im Kontext zu betrachten und sie miteinander zu verbinden und am Ende tatsächlich eine Zusammenfassung zu geben, die das wirklich auf den Punkt bringt.

Das ist Übungssache. Ich würde dir empfehlen, entweder mit dir selber zu üben oder mit rein fiktiven Situationen oder Personen. Ich würde dir davon abraten, echte Personen zu nehmen, denn dann klinkst du dich in deren Energie ein und das ist wie Ausspionieren, wie durch Schlüsselloch gucken und das mag, glaube ich, keiner von uns.

Wenn du übst, nimm absolut fiktive Personen, fiktive Ereignisse. Nimm von mir aus Harry Potter oder irgendeine Person aus irgendeiner Serie, also nicht reale Person und übe das einfach damit. Dann wirst du schon merken, du wirst immer sicherer werden. Es ist wie beim Schreiben. Am Anfang malst du die Buchstaben und malst die einzelnen Worte und mit der Zeit wird es immer flüssiger und genauso ist es auch mit dem Deuten der Karten.

Ich wünsche dir spannende Erkenntnisse.

Kennst du eigentlich schon meine 5 intuitive Tarotübungen (nicht nur) für Kopfmenschen?

Dieses kostenlose Mini-Training zeigt dir einen einfachen Weg, Tarot klar und intuitiv zu nutzen.

Du lernst, Karten zu ziehen ohne Bedeutungen zu suchen und ohne ins Zerdenken zu kommen.

Kurz. Alltagstauglich. Ohne Vorwissen.

Sichere dir jetzt meine 5 Übungen (0 €/CHF) im Austausch für deine Email-Adresse und beginne gleich, mit Tarot zu arbeiten.

Meine Coaching- und Beratungsangebote:

  

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden