Ich möchte heute mit dir über eine Karte sprechen, die häufig unterschätzt wird, die Vier der Kelche. Wir sprechen darüber, was im Allgemeinen damit verbunden wird, aber wir gehen auch noch eine Ebene tiefer.
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Transkript der Episode

Im Allgemeinen wird mit der Vier der Kelche eines in Verbindung gebracht, Unzufriedenheit, Langeweile, Undankbarkeit, Nachdenklichkeit, Passivität und das ist auch alles richtig, aber für mein Empfinden ist das zu kurz gesprungen.
Wenn du dir erstmal anschaust, in welchem Reich befinde ich mich, da bist du bei den Kelchen im Reich des Wassers und damit werden Gefühle in Verbindung gebracht, Intuition, Beziehungen, Träume, Spiritualität, also viele von diesen weichen, weiblichen Themen.
Und bei der Vier, das ist eher ein männliches Thema mit Struktur, Ordnung, Stabilität. Und wenn du das beides zusammen nimmst, kann aus der Vier der Kelche, emotionale Stabilität werden.
Was zeigt die Karte?
Das ist auch gar nicht mal so weit her geholt, denn wenn du dir die Karte anschaust, er sitzt da an einem Baum gelehnt, also gut verwurzelt.
Er sitzt auf einem Hügel, er schaut auf die drei Kelche. Er wirkt nicht gerade sehr hyperaktiv, sondern eher wirklich in sich zurückgezogen.
Er hat die Arme verschränkt, die Beine sind verschränkt. Also er schafft da auch eine gewisse Distanz, aber so wie er da sitzt, sitzt er auch sehr stabil da. Und er betrachtet von seinem kleinen Hügel da diese drei Kelche.
Und die Drei, die steht für Wachstum, für neue Ziele, für Kreativität. Diesen einen Kelch, der neue Möglichkeiten, neue Gelegenheiten symbolisiert, den sieht er erst gar nicht. Das kann darauf hindeuten, dass er noch nicht bereit ist, einen nächsten Schritt zu gehen.
Er konzentriert sich erst mal auf diese drei Kelche, also auf seine neuen Ziele und auf das, was schon gewachsen ist.
Da ist auch sehr, sehr viel Grün auf der Karte. Auch das spricht für Wachstum, für Fruchtbarkeit. Etwas wächst heran, aber vielleicht ist es noch nicht fertig. Und die Drei ist ja noch nicht die Karte der Vollendung, das kommt ja erst später. Er hat die Übersicht über diese drei Kelche und er betrachtet sie kritisch.
Vielleicht hat er so Gedanken wie „Reicht es schon? Fehlt noch etwas? Brauche ich noch etwas?“
Und wir kennen das ja vielleicht alle, wenn wir etwas gemacht haben, wenn wir etwas geschaffen haben, gehen wir einen Schritt zurück und schauen uns das mal so ein bisschen kritisch mit verschränkten Armen an. Wir betrachten kritisch das, was da ist. Das ist durchaus auch einer der Aspekte, der bei der vier der Kelche zum Tragen kommt.
Mögliche Sichtweisen
Vielleicht ist er also noch in einem Wachstumsprozess und er verweigert sich, weiterzugehen. Da ist dieser scheinbare Stillstand der Vier durch die Stabilität, auf seinen vier Buchstaben sitzen zum Beispiel, aber er will das noch nicht so wirklich. Er will noch nicht in diese Stabilität reingehen, weil er das Gefühl hat, vielleicht braucht es noch etwas. Vielleicht bin ich noch nicht bereit für den nächsten Schritt.
Er sieht das, was da ist, er wägt es ab, aber er ist noch so ein bisschen kritisch. Vielleicht ist das auch schon ein Hinweis darauf, dass er die Fünf der Kelche schon ahnt, die ist die nächste Karte und da sind drei Kelche, die umgekippt sind.
Vielleicht ahnt er schon, dass das, was er erschaffen hat, was da gewachsen ist, dass das keinen Bestand haben wird und will sich nicht weiter emotional da reinziehen lassen, will sich da nicht weiter emotional engagieren.
Vielleicht überlegt er sich auch, was kann ich noch tun, um diese drei Kelche zu retten, aber er ist in seinem Denken eingeschränkt, weil er sieht die Möglichkeiten nicht, die ihm da angeboten werden. Also er hat da durchaus einen gewissen Tunnelblick.
Die Vier der Kelche in Bezug auf berufliche Themen
Wenn wir das auf unterschiedliche Lebensbereiche beziehen, zum Beispiel im Beruf, das kennen viele, diese innere Kündigung. Der Job, der am Anfang spannend war, der Spass gemacht hat, der einen befeuert hat, das ist mit der Zeit zur Routine geworden, zur Langeweile geworden. Man distanziert sich emotional, man findet nichts Neues, man ist froh, dass man zwar den Job hat, dass er einem die Miete zahlt, aber man geht halt hin von neun bis fünf, erledigt sein Ding und geht dann wieder. Und das Leben findet irgendwo anders statt, obwohl man sehr sehr viel Lebenszeit in diesem Beruf verbringt.
Da ist eine gewisse innere Kündigung da, da ist eine gewisse Langeweile da, aber man ist wirklich in so einem Tunnel und man sieht nicht, dass man sich vielleicht intern bewerben könnte oder dass man eine Fortbildung machen könnte, um aus diesem Trott auszubrechen. Man hat sich emotional distanziert, da ist eine gewisse Stabilität da, das Leben plätschert so dahin, es ist wenig Aufregung da, aber man hat sich auch emotional distanziert. Man trauert vielleicht ein bisschen dem nach, was man mal erreichen wollte, also die Ziele, aber man hat sich irgendwie eingerichtet.
Im beruflichen Umfeld kann das dann wirklich ein Hinweis sein, dass man noch nicht bereit ist für den nächsten Schritt, aber dass es Möglichkeiten gibt. Und da kann man sich hinterfragen, was brauche ich, um aus diesem beruflichen Trott, aus dieser Unzufriedenheit auszubrechen, was hält mich noch in dieser Struktur, obwohl ich emotional mich nicht mehr damit identifizieren kann.
Die Vier der Kelche in Bezug auf Beziehungen
Ähnlich ist es in Beziehungen.
Gerade bei langen Beziehungen schleicht sich auch so eine gewisse Routine ein. Jeder hat sein eigenes Ding, jeder hat seine eigenen Interessen, man hat sich irgendwie arrangiert. Da ist nicht mehr dieses Feuer, diese Energie, dieser Pepp aus der Vergangenheit da.
Das ist nicht Undankbarkeit, aber eine gewisse Routine, eine gewisse Langeweile. Es ist alles gleichförmig, es passiert nichts Aufregendes. Und ich sage nicht, dass wenn sowas sich in der Beziehung einschleicht, dass man eine neue Beziehung anfangen soll, sondern wirklich gucken, was ist schon da.
Mal einen distanzierten Blick, wie der Bursche auf seinem Hügel einnehmen. Mal gucken, was ist eigentlich da, was hat es ausgemacht. Was ist da aber auch gewachsen im Laufe der Zeit, in der Beziehung.
Das ist ähnlich wie im Job. Da sind ja auch Beziehungen gewachsen. Was ist zwischen uns Zweien in dieser Beziehung gewachsen? Was ist stabil, was schafft Stabilität? Aber wie könnte man neuen Pepp reinbringen? Wie könnte man da wieder neues Leben reinzubringen, ohne diese Struktur, ohne diese Stabilität zu gefährden.
Mit gemeinsamen Unternehmungen, mit gemeinsamen Hobbys. Mal wirklich miteinander reden. Wir sind bei den Kelchen, bei den Emotionen.
Da geht es auch um aktives Zuhören, um Beziehung. Also da mal schauen, okay, was kann ich in diese Beziehung reinbringen? Welchen Kelch kann ich zum Beispiel reichen, um da etwas mehr Leben wieder reinzubringen?
Da ist auch viel Grün in der Karte. Also da geht es auch um Lebendigkeit, die da ist.
Aber die Person, dieser junge Mann da in der Karte selber, der ist starr. Was hindert mich eigentlich daran, wieder da mehr Leben, mehr Energie reinzubringen, mehr Flow, mehr Gefühle? Das ist die Frage, die man sich stellen kann, wenn das in eine Beziehungslegung kommt. Woher kommt diese Langeweile und was kann ich tun, um sie zu durchbrechen? Und vielleicht ist es aber auch genug. Vielleicht brauchst du nicht mehr.
Also das sind Fragen, die du dir stellen kannst, egal in welchem Lebensbereich jetzt diese Karte auftaucht. Was brauchst du? Wie geerdet fühlst du dich? Ist es wirklich genug oder bist du einfach aus welchen Gründen auch immer emotional noch nicht bereit für den nächsten Schritt? Willst du dich emotional nicht mehr weiter engagieren? Klammerst du dich vielleicht zu sehr an diese Stabilität, die eigentlich nur eine Illusion ist, was die Fünf der Kelche, die als nächste Karte kommt, zeigt? Was kannst du tun, um für dich diese Stabilität zu schaffen, ohne in eine Starrheit zu verfallen?
Das sind Fragen, mit denen du dich auseinandersetzen kannst, wenn die Vier der Kelche kommt.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Gedanken zu der Vier der Kelche neue Impulse zu dieser Karte geben.
Denn es geht nicht nur um Unzufriedenheit und Langeweile vordergründig. Ja, es geht darum, was schafft für dich Stabilität? Was schafft für dich emotionale Sicherheit? Und bis zu welchem Grad bist du bereit, auch diese emotionale Sicherheit zu verlassen, um wieder mehr in den Flow zu kommen, damit es fliessen kann?
Hinweis: Rider-Waite-Smith-Deck, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

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