Wenn du anfängst, dich mit Tarot zu beschäftigen, dann kann die Menge der unterschiedlichsten Decks schon eine gewisse Herausforderung darstellen. Ich möchte dir einige Tipps an die Hand geben, damit du das richtige Deck findest, mit dem es dir Freude macht, die Karten zu entdecken.

Eines vorweg: Ich nutze Tarot als Spiegel meiner Situation, als Brücke zum Unterbewusstsein und zum Universum und nicht, um in die Zukunft zu blicken. Ich bin der Meinung, dass wir alle einen freien Willen haben und unser Schicksal selbst gestalten können. Tarot kann dazu ein Kompass und Ratgeber sein.

1. Du kannst dir dein Deck selbst kaufen

Es ist eines der Tarot-Mythen, dass du dir dein (erstes) Deck nicht selbst kaufen darfst, sondern es geschenkt bekommen musst. Das ist in meinen Augen Quatsch und ich verstehe ehrlich gesagt auch den Sinn nicht.

DU musst mit den Karten in Resonanz gehen. Sie müssen zu DIR sprechen und DIR gefallen, sonst niemand.

Natürlich spricht nichts dagegen, wenn du dir dein Wunschdeck schenken lässt. Aber die Wahl solltest du selbst treffen.

2. Deine Intuition ist entscheidend

Ich halte einen Mix aus intuitiven Zugang und Inspiration durch Bücher für den besten Weg, sich mit den Karten anzufreunden. Daher solltest du dir die Karten anschauen und in dich hineinfühlen, ob sie mit dir in Resonanz gehen.

Es nutzt nichts und nimmt dir die Freude an Tarot, wenn dir jeder sagt, dass du mit dem Rider-Waite starten sollst, du aber so überhaupt nichts damit anfangen kannst und du dich stattdessen in ein anderes Deck verliebt hast.

Deine Intuition ist das wichtigste Kriterium, wenn es um die Wahl des richtigen Decks geht. Dabei ist es egal, was andere sagen. Wirklich. Auch wenn es anerkannte Koryphäen sind, denn im Tarot gibt es keine absolute Wahrheit.

Das erinnert mich übrigens ein wenig an mein Jura-Studium. Da gab es die herrschende Meinung, eine andere Meinung und etliche Mindermeinungen und jede hatte ihre Berechtigung.

Nur einmal so als Beispiel:

Im allgemeinen (also die herrschende Meinung) ist es so, dass z.B. die Kelche das Element Wasser repräsentieren.

Doch es gibt auch andere Meinungen. So ordnet z.B. William Blake, ein englischer Dicher und Mystiker, den Kelchen das Element Feuer zu. Für Eudes Picard, der einige spanische Decks beeinflusst hat, stehen die Kelche für Luft.

Wie du siehst, so dogmatisch, wie es manche sehen, ist Tarot nicht und auch du solltest dich auf deine Intuition verlassen.

3. Wie wird deine Lieblingskarte dargestellt?

Die Darstellung deiner Lieblingskarte kann auch deine Entscheidung beeinflussen. Wenn du noch keine hast, google einfach verschiedene Tarot-Decks bei der Bildersuche oder schaue dir bei YouTube „unboxing“ Videos an. In diesem Videos packen Tarotfans neue Decks aus und zeigen alle Karten.

Welche Karte spricht dich besonders an und wie wird sie in unterschiedlichen Decks dargestellt?

Bei mir ist es der Narr. Wenn mir die Karte des Narren in einem Deck nicht gefällt, dann hat es das Deck schon sehr schwer, mich zu begeistern.

Ich liebe die Unbekümmertheit, die Abenteuerlust und die Energie des unvoreingenommenen Neubeginns. Der Narr muss einfach passen.

4. Wie werden „negative“ Karten dargestellt?

Zu den sogenannten „negativen“ Karten zählen der Tod, der Turm, der Teufel und einige der Schwert-Karten. Diese Karten sind meiner Meinung nach nicht nur negativ. Sie haben unterschiedliche Aspekte, aber das würde hier zu weit führen.

Der Tod bedeutet nicht zwingend, dass jemand stirbt. Es ist das Ende von einer Phase, einer Beziehung, einer Entwicklung und gleichzeitig wohnt in ihm auch der Neubeginn. Im klassischen Rider-Waite siehst du im Hintergrund den Sonnenaufgang,um Everyday Witch Tarot ist eine Tür einen Spalt offen, im Light Seer´s Tarot heißt die Karte Death & Rebirth, Tod und Wiedergeburt und im Shadowscapes ist es der Phoenix.

Schau dir diese besonderen Karten in dem Deck an, mit dem du liebäugelst. Wie werden diese schwierigen Themen interpretiert?

Das kann dir bei deiner Entscheidung helfen.

Minikurs Karten intuitiv lesen Ad

5. Welchen Stil magst du generell?

Magst du Jugendstil, Gothic, Steam Punk oder Comic-Stil? Inzwischen gibt es für jeden Geschmack Tarotkarten und auch Künstler wie Dali, Edmund Dulac oder Albrecht Dürer waren von Tarot fasziniert.

Ich liebe Art Noveau und daher findest du in meiner Sammlung auch 2 Decks im Jugendstil.

Je nachdem wie puristisch du bist, solltest du darauf achten, ob die Karten wirklich vom Künstler oder nur in seinem Stil gezeichnet wurden. Ich liebe Van Gogh und Impressionismus, aber mit dem Deck kann ich nicht wirklich etwas anfangen.

Der Kunststil, den du magst – oder eben auch nicht – kann auch eine Entscheidungshilfe sein, welches Tarot-Deck dich anspricht.

6. Wie viel Literatur gibt es zu dem Deck?

Die meisten Bücher gibt es zweifellos zum Rider-Waite und zum Crowley-Tarot. Diese Masse kann dich schnell überfordern.

In der Regel gibt es immer ein mehr oder weniger ausführliches Begleitbuch zum jedem Deck, das dir die ersten Schritte erleichtert.

Auch wenn ich ein Fan des intuitiven Zugangs bin und dir immer erst empfehlen würde, erst in die Karte einzutauchen, zu spüren, wie die Energie ist und was die Karte in dir auslöst, kann es nicht schaden, dann auch nachzulesen, wie andere Menschen die Karte sehen.

Für das Rider-Waite gibt es Bücher ohne Ende und daher kannst du auch viel nachlesen.

Die Gefahr ist jedoch, dass du dich schnell überfordert fühlen kannst. So ging es mir am Anfang und ich dachte, ich muss das alles in meinen Kopf bekommen. Nein, muss ich nicht, wenn ich mich den Karten auf eine andere Weise nähere.

Dennoch schaue ich immer wieder in meine Bücher und lasse mich von anderen Sichtweisen inspirieren.

7. Wie ist die Fertigungsqualität?

Das ist ein Punkt, der nicht zu unterschätzen ist. Wie liegen die Karten in der Hand? Kannst du sie gut mischen? Wie dick ist das Papier? Sind sie sauber geschnitten?

Mir ging es mit dem Everyday Witch Oracle so…. Ich liebe das entsprechende Tarot und habe mir die Orakelkarten gekauft. Leider waren sie nicht sauber geschnitten, so dass ein Teil der nächsten Karte zu sehen war. Zwar nur im Millimeterbereich, aber es stört. Ich lebe jetzt damit, weil ich sie auch nicht sooo oft nutze, aber bei Tarot wäre das ein No-Go.

Wenn man den Rezensionen trauen darf, gibt es auch Unterschiede in der Papierqualität je nach Sprache. Die Karten des Light Seer´s Tarot der englischen Version scheinen deutlich stabiler zu sein als die deutsche Version.

Du kannst leicht die Freude an den Karten verlieren, wenn du dich regelmäßig ärgerst, weil das Papier zu dick, die Karten zu labberig oder zu groß/klein sind.

Wenn du die Chance hast, sie im Buchladen anzuschauen und zu erfühlen, solltest du diese Möglichkeit wahrnehmen. Ansonsten wähle einen Online-Shop, bei dem die Rücksendung unproblematisch ist, wenn die Karten dir aus welchen Gründen auch immer nicht gefallen.

8. Du willst eine Empfehlung?

Ok, bitte sehr, mein Tipp für den Einstieg ist das Radiant Rider Waite Tarot, weil es klarer ist als das klassische Rider Waite und du viel schneller und besser Details erkennen kannst.

Meine anderen Favoriten sind das Everyday Witch Tarot, weil ich die fröhliche Art und natürlich die Katzen mag.

Das Tarot of the Abyss hat nicht mehr viel mit dem klassischen Rider-Waite zu tun, aber ich mag die Darstellungen.

Das Light Seer´s Tarot nutze ich auch sehr gerne und wenn du es elfenhaft magst, könnte dir das Shadowscapes Tarot gefallen.

Aber es gilt wirklich das, was ich am Anfang gesagt habe – dein Geschmack und deine Intuition zählen.

Denke daran, alles beginnt in dir.

Hinweis:

Die Karten stammen aus folgenden Decks (Werbung, Links gehen zu Amazon):

  • Tarot Vintage © Lo Scarabeo srl, via Cigna 110, 10155 Torino, Italy. All rights reserved, used by permission.
  • Everyday Witch Tarot by Deborah Blake and Elisabeth Alba © 2017 Llewellyn Worldwide, Ltd. 2143 Wooddale Drive, Woodbury, MN 55125. All rights reserved, used by permission
  • Shadowscapes Tarot by Stephanie Pui-Mun Law and Barbara Moore © 2010 Llewellyn Worldwide, Ltd. 2143 Wooddale Drive, Woodbury, MN 55125. All rights reserved, used by permission
  • The Light Seer´s Tarot by Chris-Anne, © Hay House Inc., All rights reserved

Kennst du eigentlich schon meinen Tarot-Starter-Guide?

Dort verrate ich dir

  • wie du dein richtiges Deck findest,
  • wie du die Karten kennenlernst,
  • wie deine erste Legung aussehen kann und
  • welche Fragen du den Karten stellen kannst.

Hole dir jetzt meinen Starter Guide mit Tipps für deinen Start mit Tarot im Austausch für deine Email-Adresse und beginne gleich, mit Tarot zu arbeiten.

  

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden