Manche sind der Meinung, dass du dir selbst nicht die Karten legen kannst oder sollst, aber ich teile diese Meinung absolut nicht. Wenn du dir selbst die Karten legst, ist es ein Schritt hin zu deiner Seele, deinem Innersten. Du lernst dich selbst besser kennen, hast eine Auszeit mit dir selbst, gewinnst Klarheit, verbindest dich mit deiner Intuition und nutzt die Karten als Spiegel, um Entscheidungen zu treffen.

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Doch, und da gebe ich den Menschen recht, die es ablehnen, du hast natürlich deine eigene Brille auf und es ist kaum möglich, dir selbst gegenüber objektiv zu sein. Und ja, es ist manchmal gut, wenn du dir die Karten legen lässt, weil du einfach eine andere Sichtweise bekommst. Daher lasse ich mich auch selbst coachen, die Karten legen und bin in einer Mastermind.

Meiner Meinung nach ist die Kombination aus beidem – dir selbst die Karten zu legen und sie dir in schwierigen Situationen legen zu lassen, ideal.

Es gibt einige wichtige Punkte, auf die du achten solltest, wenn du dir selbst die Karten legst. In diesem Artikel gebe ich dir einige Tipps, die dir helfen, dich vorzubereiten und das Beste für dich herauszuholen.

Ich erzähle dir, wie ich es mache, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit. Lass dich gern inspirieren und entwickele deinen eigenen Weg.

Der einzige Punkt auf den du wirklich achten solltest, wenn du für dich die Karten legst ist, dass du dich nicht selbst anlügst und versuchst, die Karten und die Deutung in die Richtung zu manipulieren, wie du es gern hättest.

1. Schaffe eine ruhige und angenehme Umgebung

Es ist wichtig, eine ruhige, entspannte und angenehme Umgebung zu schaffen, wenn du dir selbst die Karten legst. Stelle sicher, dass du an einem Ort bist, an dem du nicht gestört wirst und wo du dich wohl fühlst. Schalte das Handy und alle anderen Ablenkungen aus, damit du dich voll und ganz auf die Karten und dich selbst konzentrieren kannst.

Sorge für eine angenehme Temperatur, zünde eine Kerze an und nimm deine Lieblingssteine dazu.

Wenn du magst, kläre die Atmosphäre mit einer kleinen Räucherung. Dazu kannst du ein getrocknetes Salbeiblatt nehmen und es verglimmen lassen, ein Räucherstäbchen anzünden oder du räucherst mit Weihrauch.

Vergiss nicht, auch dich selbst zu reinigen. Wasche dir die Hände und/oder verreibe ein paar Tropfen ätherisches Öl (Weihrauch, Palo. Santo, Copal) zwischen deinen Händen und streiche damit deine Aura aus.

2. Formuliere eine klare Frage

Es ist wirklich wichtig, eine klare Frage zu formulieren, die dich zu einer Lösung bringt. Daher halte ich von Fragen wie „Wann bekomme ich die Gehaltserhöhung?“, „Wann finde ich meinen Traumpartner?“ „Liebt er/sie mich noch?“, „Kommt er/sie zu mir zurück?“ etc. absolut nichts. Mit diesen Fragen gibst du die Verantwortung ab, statt selbst dein Leben zu gestalten und die Verantwortung für dich und dein Leben zu übernehmen.

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Sei so klar wie möglich, denn dann wird auch deine Antwort klar sein. Auf diese Weise verringerst du auch die Gefahr, dass du die Frage und damit die Antwort in eine Richtung (unbewusst) manipulierst, die du hören möchtest, statt eine Antwort zu bekommen, die du brauchst.

Wenn du dir selbst in die Tasche lügen und nur deine Vorstellung bestätigt haben möchtest, dann kannst du das Reading gleich bleiben lassen. Ja, die Karten halten dir den Spiegel vor und du bekommst auch mal eine unbequeme Antwort, aber eine ehrliche, mit der du wachsen kannst. Und darum geht es doch eigentlich oder?

Zudem hilft dir eine klare Frage dabei, die Legung zu interpretieren, denn du hast damit schon einen Rahmen gesteckt.

3. Erde und zentriere dich

Für mich gehört das Erden und Zentrieren unverhandelbar dazu, wenn ich mit den Karten arbeite. Ich stelle mich barfuss / ohne Schuhe auf die Erde und visualisiere, wie Wurzeln durch den Boden bis hin zum Erdmittelpunkt wachsen. Die Energie von Mutter Erde fliesst durch die Wurzeln in mich und erfüllt mich.

Dann stelle ich mir vor, wie ein silberner Strahl aus der Unendlichkeit des Universums durch mein Scheitelchakra in mich hineinfliesst, mich erfüllt und sich mit der roten Energie von Mutter Erde verbindet.

Ich bitte darum, mich zu öffnen und ein Kanal für die Botschaft zu sein.

Ich lehne mich bewusst zurück, um eine gewisse Distanz zwischen mir und der Frage zu schaffen und so eine objektivere Perspektive einzunehmen.

Es ist wichtig, dass du dir klar darüber bist, dass deine persönlichen Gefühle und Überzeugungen das Reading einfärben. Wenn du jedoch bewusst eine etwas distanzierte Haltung einnimmst, dann wird dein Reading auch neutraler und ehrlicher.

4. Wähle das passende Deck

Es gibt viele verschiedene Tarot-Decks, die du verwenden kannst, und es ist wichtig, das richtige Deck für dich zu wählen. Jedes Deck hat seine eigenen Symbole und Interpretationen. Nimm das Deck, das dir zusagt und mit dem du dich wohl fühlst.

Je nach Thema wähle ich mein Deck und daher ist es nicht verkehrt, mehrere zu haben. Für den Anfang ist das Rider-Waite-Smith immer eine gute Wahl, wenn es dich anspricht. Es gibt inzwischen hunderte Decks, die genau dieses Deck als Grundlage haben, aber mit eigener Interpretation und Symbolik.

Das Everyday Witch Tarot*, das Sufi Tarot *, das Golden Art Noveau *oder das Deck von Andrea Aste gehören für mich zu den universell einsetzbaren Decks und da nehme ich das, was mich gerade anspricht.

Wenn es um Schattenarbeit geht, greife ich gern auf das Dark Wood Tarot* oder das Dark Manison Tarot* zurück. Bei Beziehungen wähle ich meist das Crystal Visions Tarot*, bei beruflichen oder Business-Themen das Modern Witch Tarot*.

Egal, welche Decks ich oder jemand anderes dir empfiehlt, nimm bitte das Deck, das mit dir in Resonanz geht. Das ist das einzig wahre Auswahlkriterium.

5. Verwende eine passende Legung

Eine Legung ist eine bestimmte Anordnung der Karten, die dir hilft, deine Frage zu beantworten. Es gibt viele verschiedene Legesysteme, die du verwenden kannst, aber mache es dir nicht zu kompliziert.

Du kannst schon viel mit 2 oder 3 Karten erfahren und es muss nicht immer das keltische Kreuz sein.

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Du kannst natürlich auch eine eigene Legung kreieren. Wenn du deine Frage formuliert hast, dann überlege dir, welche „Unterfragen“ es geben könnte.

Ich gebe dir mal ein Beispiel: Wenn deine ursprüngliche Frage ist „Wie kann ich die Beziehung zu mir selbst fördern und meine Selbstliebe stärken?“ könntest du eine Legung mit diesen Fragen machen:

  • Karte 1: Wie ist meine gegenwärtige Beziehung zu mir selbst?
  • Karte 2: Welche Bedürfnisse habe ich im Moment?
  • Karte 3: Welche Glaubenssätze oder Überzeugungen hindern mich gerade daran, mehr in die Selbstliebe zu gehen?
  • Karte 4: Welche Schritte kann ich gehen, um meine Bedürfnisse zu erfüllen?
  • Karte 5: Wie kann ich in Zukunft meine Selbstliebe stärken?

Wenn du dir selbst ein Legesystem überlegst, statt eines aus einem Buch oder dem Internet zu nehmen, hast du schon eine ganz andere Beziehung dazu. Lass dich inspirieren, aber mache daraus deine persönliche Legung, denn das hat eine besondere Energie.

6. Verbinde dich mit den Karten

Bevor du mit der Legung beginnst, nimm dir Zeit, um dich mit den Karten zu verbinden.

Ich nehme sie zwischen meine Hände und halte sie an mein Herz. Dabei stelle ich mir vor, wie die Energie aus Mutter Erde und dem Universum auch in und um die Karten strömt. Dann atme ich einige Male tief ein und aus, konzentriere mich auf die Frage und beginne zu mischen.

Wenn der Impuls kommt, höre ich auf, fächere die Karten aus und ziehe die entsprechende Anzahl der Karten.

7. Interpretiere die Karten

Nachdem du die Karten gezogen und ausgelegt hast, ist es Zeit, sie zu interpretieren.

Schau dir jede Karte einzeln an und überlege, wie sie sich auf deine Frage bezieht. Berücksichtige auch die Bedeutung der Position der Karte in der Legung.

Denke daran, dass es keine „richtige“ oder „falsche“ Interpretation gibt. Es geht um deine Deutung und was für dich stimmig gerade in dieser Situation ist, welche Details du gerade jetzt entdeckst und wie sie im Zusammenhang mit deiner Frage stehen.

Es ist wichtig, dass du auf deine Intuition zu achtest und offen gegenüber neuen Gedanken bist, auch wenn sie dem widersprechen, was du gelernt oder gelesen hast.

Achte auf deine innere Stimme und wenn sie sagt, dass es in diesem konkreten Zusammenhang z.B. bei der Fünf der Pentakel nicht um materiellen Mangel geht, sondern um Ausgrenzung, dann ist es eben so. Es kommt immer auf die Frage, die konkrete Position der Karte und deine Intuition an.

Wenn du mit der Deutung stockst, dann fang erst einmal an zu beschreiben, was du siehst. So kommst du in den Flow und meist klinkt sich deine Intuition wieder ein. Erzähle die Geschichte der Karte und achte auch auf Details, die die vielleicht vorher nie aufgefallen sind.

Wenn das nicht hilft, dann kannst du noch ein oder zwei Karten zur Klärung ziehen. Mehr würde ich dir nicht empfehlen, denn irgendwann wird die Menge der Karten dich eher verwirren als zur Klärung beitragen.

Wenn du Bücher zu Rate ziehst, dann nimm sie erst dann zur Hand, wenn du mit deiner eigenen Deutung fertig bist.

Denke dabei immer daran, dass es im Tarot keine allgemeingültigen Regeln und Interpretationen gibt. Deine Intuition ist der Maßstab. Die anderen Sichtweisen können dich inspirieren, deinen Blick weiten oder verändern, aber wenn es sich für dich nicht schlüssig anfühlt, dann musst du die Deutung nicht übernehmen.

8. Schreibe deine Deutung auf

Es ist in jedem Fall sinnvoll, wenn du deine Legung mit Datum und Deutung aufschreibst, damit du später darauf zurückkommen und deine Fortschritte verfolgen kannst.

Schreibe auf, welche Frage du gestellt hast, welches Legesystem du verwendet hast und welche Karten du gezogen hast. Notiere deine Interpretationen und alle Einsichten, die du während der Readings erhalten hast.

Wenn du magst, kannst du auch ein Foto deiner Legung machen und es einkleben oder du verwendest ein digitales Notizbuch, wie z.B. OneNote.

9. Reflektiere deine Legung

Nachdem du deine Legung abgeschlossen hast, ist es wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um zu reflektieren. Überlege, was du aus dem Reading gelernt hast und wie du diese Einsichten in dein Leben integrieren kannst.

Denke hier auch noch einmal kritisch über deine eigenen Überzeugungen nach und hinterfrage sie. Sei dir dessen bewusst, dass sie einen Einfluss auf deine Deutung haben, mal mehr, mal weniger. Indem du dir deiner Vorurteile, Glaubenssätze und Vorannahmen bewusst wirst, kannst du deine eigene subjektive Wahrnehmung ausgleichen und ein objektiveres Verständnis für dein Reading gewinnen.

Betrachte deine Deutung aus verschiedenen Blickwinkeln. Stelle dir vor, wie andere Personen deine Situation sehen würden und wie sie die Karten deuten würden. Wenn du unterschiedliche Perspektiven in deine Deutung miteinfliessen lässt, bekommst du einen ausgewogenere und objektivere Sichtweise auf dein Reading.

10. Sei geduldig und liebevoll zu dir selbst

Sei geduldig mit dir selbst und erlaube dir, zu lernen.

Sei liebevoll zu dir selbst und nimm dir Zeit, um deine Fähigkeiten zu entwickeln und zu verfeinern. Denke daran, dass das Lesen der Karten ein Prozess ist, und je mehr du übst, desto besser wirst du.

Tarot ist so ein grosses Feld und es gibt immer wieder Neues zu lernen, Neues zu entdecken. Mit jedem Reading, mit jedem Deck, mit jedem Buch erweiterst du deinen Horizont.

Am wichtigsten ist es, dass du dabei bleibst. Tarot ist wie eine Sprache. Nur das Lesen von Büchern wird dich nicht weiterbringen, doch mit Übung wirst du es beherrschen. Es liegt an dir, wie tief du einsteigst, aber jede*r kann Tarot lernen und es lohnt sich. Du eröffnest dir damit eine neue Welt und tauchst in ein neues Universum ein, in dem du dir selbst auf einer ganz neuen Ebene begegnest.

Deck: Rider-Waite-Smith, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist

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Ivana