Unser Körper ist ein Wunder. Ohne dass wir darüber nachdenken, schlägt unser Herz, arbeitet unsere Verdauung, atmet die Lunge und unser Blut wird transportiert. Alles läuft, so wie es soll, von dem ein oder anderen Zwacken ab einem gewissen Alter einmal abgesehen meistens ganz gut.

Wir nehmen unseren Körper und seine Abläufe als selbstverständlich hin. Häufig fangen wir uns erst an, uns Gedanken über unseren Körper zu machen, wenn etwas beginnt zu schmerzen oder eben nicht ganz so rund läuft.

Natürlich gibt es viele Menschen, die sich um ihren Körper gut kümmern, aber ich muss gestehen, ich gehörte eher zu der Sorte, die den eigenen Körper nicht gerade mit Aufmerksamkeit überschüttete.
Eine Ausnahme waren immer meine Reisen, denn wenn ich allein irgendwo in Asien bei ungewohnter Kost und Belastung (Klima, lange Busfahrten etc.) unterwegs war, musste ich mich auf meinen Körper verlassen. Da achtete ich im Gegensatz zu Zuhause auf die kleinsten Signale und war schon fast leicht hypochondrisch.

Irgendwann wurde mir klar, dass das eigentlich Quatsch ist: übertriebene Aufmerksamkeit auf Reisen und relative Gleichgültigkeit Daheim.

Mein Körper macht immer einen guten Job und weiß oft mehr als ich selbst. Seine Schüsse vor den Bug musste ich auch erst einmal erkennen und deuten lernen.

So fing ich dann doch an, mich mit meinem Körper anzufreunden. Ich muss sagen, wir haben inzwischen ein besseres Verhältnis und arbeiten daran, dass es noch besser wird.

Wenn es dir ähnlich geht und du auch dein Verhältnis zu deinem Körper verbessern möchtest, dann habe ich heute einige Tipps für dich:

1. Verwöhne deinen Körper

Wie du das genau machst, das bleibt deiner Phantasie überlassen. Für mich gehört unter anderem dazu, ein langes entspannendes Bad zu genießen und dann meinen Körper mit einem schönen Öl oder einer Lotion einzucremen. Dabei bedanke ich mich bei jedem Körperteil für seine “Dienste”.

Einige Beispiele: Ich bedanke bei meinen Füßen, dass sie mich überall hintragen, wohin ich gehen will. Ich bedanke mich bei meinen Beinen, dass sie so stark sind und meinen Körper tragen. Ich bedanke mich bei meinem Rücken, weil er mich aufrecht hält. Ich bedanke mich bei meinen Händen, mit denen ich wunderbare Dinge schaffen kann.

Zum Abschluss bedanke ich mich bei meinem Körper als Ganzes, denn er ist das Gefäß für meine Seele.

Das ist eine wunderbare und wertschätzende Übung dir selbst gegenüber und auch ein Akt der Selbstliebe.

2. Ernähre dich gesund

Ich fange jetzt nicht an, dir zu erklären, was gesunde Ernährung ist, zumal jede Woche etwas anderes verkündet wird.

Wenn ich jetzt anfangen würde, dir zu erklären, dass du auf Kohlehydrate in Form von Brot oder Nudeln verzichten sollst, dann wäre es absolut unglaubwürdig, genauso wie wenn ich dir raten würde, komplett Schokolade oder Rotwein abzuschwören. Für mich gehört das zu einem genussvollen – und damit auch am Ende – gesunden Leben dazu, aber in einem vernünftigen Maß.
Ich persönlich halte nichts davon, sich selbst zu kasteien, um dem aktuellen dünnen Schönheitsideal zu entsprechen.

Ich möchte dich nur daran erinnern, dass du einmal deine Ernährungs- und Trinkgewohnheiten überprüfen solltest. Wenig Zucker, wenig/kein Alkohol, viel Wasser, viel Obst und Gemüse, ich glaube, darauf können wir uns einigen.

Bewusster Genuss darf aber auch sein und das auch ohne schlechtes Gewissen.

3. Bewege dich moderat

Ich weiß nicht, wie sportlich du bist, ich bin eher eine faule Socke und in diesem Leben werde ich sicher keinen Marathon laufen. Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen.

Aber Spazierengehen, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren, Yoga oder etwas anderes, was dir Spaß macht, sollte sein. Täglich. Dein Körper ist wie eine Maschine, er braucht Bewegung, denn sonst rostet er ein, wird schlapp und fängt an, sich durch Schmerzen und Krankheiten wieder in dein Bewusstsein zu bringen.

Ein wenig Bewegung hat noch nie jemand geschadet, gar keine schon.

4. Mach regelmäßig einen Body Scan

Ein Body Scan ist eine Achtsamkeitsübung. Du gehst mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen ganzen Körper und spürst hinein, wie er sich an welcher Stelle anfühlt. Dabei beobachtest du nur, aber du bewertest nicht. Der Body Scan hilft dich, dich zu entspannen und fördert die Regeneration deines Körpers.

Während du im Geist durch deinen Körper wanderst, nimmst du bewusst alles wahr, was so passiert: Verspannungen, Emotionen, Gedanken, Gefühle, alles, was in dem Moment auftaucht. Ich wiederhole: du nimmst nur wahr wie ein Beobachter von außen und du bewertest nicht.

Für einen Body Scan solltest du dir 30-45 Minuten Zeit nehmen.

Am besten beginnst du bei deinem linken Fuß mit den Zehen, der Fußsohle, der Ferse, dem Fußrücken, dem ganzen Fuß.
Wo liegt er auf? Wie fühlt er sich an, warm oder kalt? Spürst du etwas auf der Haut?

Du wanderst du achtsam und bewusst das ganze linke Bein hoch bis zum Becken. Dann richtest du deine Aufmerksamkeit auf den rechten Fuß, das rechte Bein.

Gehe dann durch dein Becken, den Unterkörper, den Oberkörper bis in die Schultern. Dann wandere durch den linken Arm, fange da bei den Fingern an und gehe bis zur Schulter.

Anschließend ist der rechte Arm an der Reihe. Wenn du bei den Schultern angelangt bist, dann gehe durch den Hals in den Kopf. Ist der Mund leicht geöffnet oder geschlossen? Wo liegt die Zunge? Ist die Stirn gerunzelt?

Ich denke, du hast eine Vorstellung wie ein Body Scan funktioniert.

Mit seiner Hilfe wirst du deinen Körper ganz intensiv erleben, auf eine ganz neue Weise. Ich bin gespannt, wie es dir dabei gehen wird.

5. Schlafe ausreichend

Während des Schlafes regeneriert sich der Körper. Die Zellen erneuern sich, die Ereignisse des Tages werden im Traum verarbeitet, auch wenn du dich nicht immer daran erinnern kannst.

Schlafentzug gehört zu den fiesesten Foltermethoden und wenn du einige Nächte schlecht geschlafen hast, dann weißt du, was es bedeutet. Du bist schlapp, unkonzentriert, reizbar und viel anfälliger für Stress. Alles dauert ewig und deine Laune ist im Keller.

Was aber im Einzelfall ausreichender Schlaf ist, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei den meisten sind es 6-8 Stunden.

Probiere einfach einmal während des Urlaubes (Wochenende ist zu kurz), ohne Wecker aufzuwachen und beobachte, was dir dein Körper mitteilt. Wann will er ins Bett und wann wachst du von allein auf? Das gibt dir schon einmal eine gute Vorstellung, wie viel Schlaf du brauchst.

Ich gebe zu, hier habe selbst auch noch Luft nach oben, denn ich bin eine ziemliche Nachteule, aber ich kann auch nicht mehr zu lange schlafen. Daher passiert es immer mal wieder, dass ich deutlich nach Mitternacht ins Bett falle und nach 6,7 Stunden wieder aufstehe. Mal stecke ich es besser weg, mal schlechter, aber ich versuche zumindest meinen Geist vor dem Schlafengehen nicht zuzumüllen. Das bedeutet keine Nachrichten, meist keine Krimis, dafür inspirierende Bücher oder einfach auch mal eine schöne Geschichte.

Diese Tipps können natürlich auch nur ein Anfang sein, wenn du dich mit dir und deinem Körper anfreunden möchtest. Sie geben dir eine gute Starthilfe und einen Ansatzpunkt. Es lohnt sich in jedem Fall, dich mit dir und deinem Körper zu beschäftigen, denn ohne ihn wären wir nicht hier.

Und jetzt du: Verrate mir in den Kommentaren, wie es dir bei den Übungen ergangen ist oder wenn du selbst eine schöne Methode hast, dann lass uns alle daran teilhaben.

 

 

  

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