Wie du vielleicht weißt, bin ich gerade in die Schweiz gezogen und wir haben uns entschlossen, wirklich viel wegzuwerfen, viel loszulassen und viele der Möbel zu verkaufen.

Ein Grund war, dass die Möbel einfach überholt waren und nicht mehr zu uns passen, der andere Grund ist, dass sie alt sind und es sind sich einfach nicht gerechnet hat, sie mit in die Schweiz zu nehmen. Der Umzug war ohnehin einfach sakrisch teuer.
Dazu kamen noch etliche Kartons und Bananenkisten, die seit dem Einzug auf dem Speicher standen, ohne dass sie je geöffnet worden wären. Über alte Klamotten spreche ich erst gar nicht.

Du liest oft, das Loslassen befreit, du dich gut und leicht fühlst und das mag sicher auch oft der Fall sein. Aber ich will dir heute erzählen, was sonst noch so in einem vorgeht oder besser gesagt, in mir vorgegangen ist.

Ich habe in den letzten Wochen viel weggeworfen. Ich hatte mir als Devise vorgenommen, mich von Dingen zu trennen, die ich nicht wirklich mag oder die nicht nützlich sind.

Traurig sein ist normal

Da sind viele Postkarten, Geburtstagskarten, Eintrittskarten oder Flyer von meinen Reisen in den Papiersack gewandert. Aber auch als ich meine Siedeküche ausgeräumt habe, da wurde es mir wehmütig ums Herz.
Mit all den Dingen waren Erinnerungen verbunden. Etliche davon existieren in meinen Tagebüchern und Fotos. Mein Besuch bei den Wolkenmädchen von Sigiriya genauso wie mein Ausflug nach Patan in Nepal, meine Seifen in der Hexenküche ebenso wie die ganzen Kinobesuche wie die Konzerte von AC/DC oder Haindling. Und auch wenn es nur Papierfetzen waren, die ich seit Jahr und Tag nicht angefasst habe, es waren Erinnerungen.

Da einen Schnitt zu machen, das tat irgendwie weh.

Ja, ich würde all das wohl auch im neuen Heim in irgendeiner Kiste verstaut haben und vielleicht erst beim nächsten Umzug oder nie wieder in die Hand nehmen, aber es war ein Teil von mir und nein, es fühlte sich nicht befreiend an, nur wie ein Schnitt. Und Schnitte tun weh. Ein oberflächlicher weniger als ein tiefer, aber du spürst jeden.

Jetzt begann ein neuer Abschnitt in meinem Leben und ich freue mich darauf. Und ja, ich wollte auch einen Cut, einen Neuanfang.

Egal, was dir andere erzählen, rechne damit, dass da auch Trauer sein kann, wenn du etwas loslässt. Wehmut, Erinnerungen, all das wird seinen Platz und seinen Raum fordern, seinen Tribut verlangen. Ja klar, ich kann mir viele Situationen vorstellen, in denen ein Schnitt befreiend wirkt, aber es ist nicht immer so.

Was hält dich da, wo du bist, selbst wenn du dich verändern willst?

Da sind Orte, Menschen und auch Gegenstände, die dich eine kurze oder auch eine lange Weile begleitet haben.

Aber du hast dich verändert genauso wie ich mich verändert habe. Wir alle verändern uns täglich, stündlich. Jeder Erfahrung und Begegnung beeinflusst uns, mal mehr, mal weniger. Und dann wird es einfach irgendwann einmal Zeit, loszulassen.

Bei manchen Menschen oder Dingen geht es leichter, bei manchen schwerer.

Aber viele Dinge halten dich zurück, wie eine Ankerleine oder ein Gummizug, der dich immer wieder zurückzieht oder dich nicht von der Stelle kommen lässt. Wenn du jedoch weitergehen willst, dann willst du nicht permanent zurückgehalten werden. Du willst dich bewegen, dich verändern und neue Erfahrungen machen.
Da mischen sich dann doch Freude über das Neue, das kommt mit der Traurigkeit, so einiges zurückzulassen. Das ist übrigens auch ein prima Trick des Egos, um uns in der kuscheligen Komfortzone zu halten.

Wenn Traurigkeit und sentimentale Gefühle hochkommen, dann lasse sie zu. Das, was hinter dir liegt, hat dich zu dem Menschen gemacht, der du bist. Jede Erfahrung hat dich geprägt und du darfst ruhig traurig und sentimental sein, wenn du an sie denkst.
Setze dich nicht unter Druck, nimm deine Gefühle an. Es sind deine Gefühle, deine Erinnerungen und kein Mensch der Welt hat das Recht dir zu sagen, wie du dich fühlen sollst.

Nur du kannst wissen, ob du erleichtert oder traurig bist. Lass dir nicht einreden, dass du dich nach dem Loslassen befreit. leicht oder sonstwie fühlen musst.
Es geht um dich, deine Gefühle und deine Wahrnehmung, nicht um irgendwelche normierten Gefühlsstandards, nicht darum, wie es sein soll. Alles ist gut und in Ordnung, so wie es ist.

Loslassen ist ein unglaublich persönlicher Vorgang und deine Herangehensweise mag eine andere sein als meine. Anders ist anders, nicht besser und nicht schlechter. Es mag befreiend sein oder bedrückend. leicht oder schwer, freudig oder traurig.

Nimm für dich wahr, was es ist und vergleiche dich vor allem nicht mit anderen. Du bist das Maß für dich, sonst niemand. Werte nicht, beobachte, was bei dir passiert und lasse deine Gefühle zu.

Nimm dir Zeit, schwelge ruhig in (positiven) Erinnerungen, denke an die schönen Momente, aber reiße nicht alte Narben auf, denn Gefahr besteht auch.

Loslassen ist nicht immer oder nicht nur befreiend, es tut auch weh. Aber es ist notwendig, wenn du dich weiterentwicklen, wenn du vorangehen, wenn du immer mehr zu dir selbst finden möchtest.

Und jetzt du: Schreibe mir doch in die Kommentare, wie es dir beim Loslassen geht.

 

 

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Ivana

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