Ich arbeite ja nicht erst seit der Corona-Krise im Home-Office, sondern schon seit vielen Jahren. Selbst als Angestellte hatte ich die Möglichkeit, hin und wieder von Zuhause zu arbeiten und ich muss zugeben, ich genieße es.
Heute möchte dir meine Tipps aus meinem Home-Office verraten, damit du produktiv bleibst und nicht den Versuchungen erliegst, die natürlich das Büro in den eigenen vier Wänden hat.

Damit du mal siehst, wie mein Home-Office aussieht, habe ich ein kleines Video gemacht:

Mit einem Klick auf das Abspielsymbol verbindest du dich mit Vimeo.

 

1. Mache dir einen Wochen- und Tagesplan

Ich mache meinen Wochenplan meistens am Sonntag und verteile die Aufgaben auf die einzelnen Tage. Dabei achte ich darauf, dass ich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kundenterminen, vorbereitenden und konzeptionellen Aufgaben habe.
Ich lege also fest, wann ich an einem Kundenprojekt arbeite, Unterlagen oder Videos für meine Kurse und Workshops erstelle und mir überlege, wie ich meinen Kunden einen noch besseren Service bieten kann. Alternativ geht es auch um Abläufe im Business oder Weiterbildung.
Ich reserviere mir dazu fixe Zeitblöcke, die ich im Kalender eintrage.

2. Packe nicht jede Minute voll

Trotz aller Planung lasse ich einiges an Luft, denn es kommen mal unvorhergesehene Anrufe rein oder die Technik spinnt. Ja, das kommt auch bei mir vor und ich bin auch immer wieder kurz davor, die Kiste aus dem Fenster zu werfen. Nur weil ich Technik-Coach bin heißt es nicht, dass bei mir alles immer glatt läuft. Die liebe Technik hat auch bei mir ein Eigenleben.

3. Plane bewusst Pausen ein

Ich muss zugeben, da habe ich Luft nach oben. Pausen plane ich zwar ein, aber vergesse sie gerne. Ich tauche ab und dann vergesse ich oft die Zeit. Wenn meine Wasserkaraffe nicht in meinem Sichtfeld stehen würde, würde ich an manchen Tagen auch das Trinken vergessen.
Ein fixer Termin, der aus dem Kalender aufpoppt, kann da helfen oder bei kleineren Aufgaben die Pomodoro-Technik. Hier arbeitest du 25 Minuten fokussiert und machst dann 5 Minuten Pause. Nach 4 solcher Einheiten machst du 30 Minuten Pause.

4. Verwende vernünftige Tools

Wenn du öfter – oder so wie ich ausschließlich – im Home-Office arbeitest, dann achte auf vernünftige Tools. Dazu gehört neben einer ordentlichen Beleuchtung, die keinen Schatten wirft, ein höhenverstellbarer Schreibtisch (der vom Schweden ist gar nicht mal so teuer), ein ergonomischer Stuhl und auch eine ergonomische Tastatur und Maus.

Zu den Tools gehört auch die passende Software, die dich unterstützt. Das können Automatisierungen wie Buchungskalender sein, Grafikprogramme oder eine gute Webcam und ein Micro. Nach einer gewissen Einarbeitung solltest du deine Tools beherrschen, damit dir die Arbeit leicht von der Hand geht und du nicht jedes Mal überlegen musst, wo in aller Welt die Funktion XY ist.

5. Lüfte regelmässig

Ich reiße jeden Morgen das Fenster auf und lüfte ordentlich durch, bis mein Tee fertig ist, die Kater gefüttert sind und ich meine Wasserkaraffe aufgefüllt habe.
Für das Lüften zwischendurch sorgen auch die Kater, denn sie sitzen oft genug hinter dem Fenster, maunzen oder bearbeiten die Fensterscheibe.
Aber im Ernst – das regelmässige Lüften sorgt für Sauerstoff und zumindest ein wenig Bewegung. Das kannst du zum Beispiel auch mit der Pomodoro-Technik kombinieren.

6. Setze dich nicht im Pyjama an den Schreibtisch

Ich gestehe, das habe ich früher öfter gemacht oder sogar im Bett gearbeitet. Ich fand das nicht schlimm und um ehrlich zu sein, habe ich auch keinen großen Kreativitätseinbruch erlebt. Aber spätestens wenn dich ein Kunde spontan anzoomt oder der Postbote vor der Tür steht, kann es peinlich werden. Und letztendlich zeigt es auch deine innere Haltung. Wie ernst nimmst du dein Business? Du musst nicht im Anzug Zuhause arbeiten, aber zu locker sollte es auch nicht sein.

7. Trenne dein Büro und den privaten Bereich

Ich habe den Luxus eines eigenen Büros und ich mache nach Feierabend auch bewusst die Tür zu. Wenn du nicht die Möglichkeit hast, versuche dir eine Ecke freizuräumen, die zumindest nicht zu gemütlich ist, denn das verführt zum Herumtrödeln.
Wenn du vorübergehend am Wohnzimmer- oder Küchentisch arbeiten musst, dann schaffe mit den entsprechenden Utensilien (Block, Stifte, Terminkalender, Handy, Telefon….) ein Mini-Büro, das du nach Feierabend wieder zusammenpackst.

8. Mach es dir im Home-Office schön

Bei aller Professionalität, du darfst dich auch in deinem Büro wohlfühlen. Dazu gehören bei mir Bilder an den Wänden, teilweise auch Andenken von meinen Reisen, mein Zimmerbrunnen, der beruhigend plätschert und mein Diffuser. Der verdampft ätherische Öle, die meine Laune oder meine Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflussen. Außerdem riecht es auch gut.

9. Definiere und bestehe auf Regeln

Regeln geben Struktur und einen Rahmen, für dich und deine Familie. Ich habe den Luxus, dass ich tagsüber meist allein bin und es stört mich niemand. Aber wenn mein Mann auch mal im Home-Office ist, dann gilt z.B. die geschlossene Tür als Tabu. Dann bleibt auch die Kaffeemaschine aus, denn der Lärm, den der Vollautomat macht, hört man im Video. Da bin ich Perfektionist und das darf nicht sein.
Wenn deine Familie auch Zuhause ist, dann mach Regeln, an die sich alle halten. Nur weil du Daheim bist, hast du nicht frei. Das ist manchmal schwer zu verstehen, besonders für Kinder (und Katzen), aber es hilft nichts. Du hast deinen Job zu machen und je mehr sie dich ablenken, desto länger dauert es.
Während der Bürozeiten darfst du nicht gestört werden. Punkt.

 

10. Räume den Schreibtisch am Abend auf

Chaos gleich am Morgen auf dem Schreibtisch ist extrem abtörnend und macht nicht gerade Laune. Räume daher deinen Schreibtisch am Abend auf. Das ist ein kleines Feierabendritual und ich beschließe so meinen Tag.

11. Hausarbeit in Maßen ist ok

Ich weiß, es ist verlockend, schnell mal die Waschmaschine oder den Geschirrspüler einzuschalten und dann auch später alles einzuräumen, gerade wenn ich an so berauschenden Dingen wie Buchhaltung sitze.
Das alles ist eine wunderbare Ablenkung und es muss ja auch gemacht werden. Lieber gleich als später, denn sonst könnte ich ja die nasse Wäsche in der Maschine vergessen und die gammelt dann tagelang vor sich hin.

Das ist alles prima Ausreden, aber im Ernst, so schlimm finde ich es nicht, denn manchmal tut eine Denkpause gut. Wenn du etwas komplett anderes machst, dann kann sich auch der Knoten im Hirn schneller lösen und dir einen kreativen Kick geben.
Aber achte darauf, dass es nicht zu viel wird, sonst leidet deine Arbeit.

12. Tausche dich aus

Ich achte darauf, dass ich nicht komplett zum Eremiten mutiere und tausche mich mehrmals in der Woche mit meinen Buddies aus. Da reden wir zwar auch über´s Business, aber auch privat, ähnlich wie andere Menschen in der Kaffeeküche im Büro. Das ist für mich auch sehr wichtig, denn sonst sind meine sozialen Kontakte tagsüber sehr reduziert und beschränken sich meist auf Louis, meinen Bürokater.
Zwischenmenschlichen Austausch, nicht nur mit Kunden, sondern eben auch mit anderen Solopreneuren, Unternehmern, Selbständigen, hilft dir dabei, andere Blickwinkel einzunehmen, mal deine Gedanken zu reflektieren und natürlich ist der Spaßfaktor auch nicht zu unterschätzen.
Achte darauf, dass du dich mit Menschen (on- und offline) umgibst, die gut drauf sind, ähnliche Ziele haben und dich unterstützen.

Hast du noch weitere gute Tipps fürs Home-Office? Dann schreibe sie doch einfach in die Kommentare.

  

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