Ich sehe es immer wieder bei Vorstellungsrunden, sei es in der Gilde oder in meinen Kursen, es fällt vielen Menschen schwer, den Zugang zu Tarot zu finden und ich kann das wirklich gut nachvollziehen, denn mir ist es auch nicht anders ergangen. Ich habe viel gelesen und versucht, allein Tarot zu meistern und bin krachend gescheitert. Die Bücher haben sich teilweise widersprochen und ich wusste nicht, was nun wirklich stimmt. Als Juristin haben Bücher für mich tatsächlich eine gewisse Autorität und ich war überzeugt, dass das, was ich lese, die Wahrheit ist. Dass es nur ein Ausschnitt ist, habe ich erst später verstanden.

Damit du nicht so viel Zeit verlierst wie ich, möchte ich dir heute meine sieben Schlüssel vorstellen mit denen du Tarot meistern kannst.

1. Deine Intuition

Die Intuition ist für mich ein unverzichtbarer Schlüssel, um eine persönliche Beziehung zu Tarot herzustellen.

Für mich ist Intuition zum einen das berühmte Bauchgefühl, das sich mal leise, mal laut zu Wort meldet, wenn du gerade dabei bist, etwas zu tun, das nicht gerade im Einklang mit dir und deinem wahren Selbst ist, wenn es gegen deine Werte oder Überzeugungen, aber auch gegen deine bisherigen Erfahrungen geht.

Diese innere Stimme von der „Bleib bloß in deiner Komfortzone-Stimme“ zu unterscheiden ist eine echte Kunst.

Beide haben diesen dringenden warnenden Unterton und wollen, dass du etwas nicht tust.

Doch wenn du genauer in dich hineinspürst, wirst du den Unterschied mit ein wenig Übung erkennen. Ist es Angst oder ist es Liebe?

Dann sind da noch diese Impulse, das Gefühl, etwas einfach machen zu müssen. Hier kann alles Mögliche der Auslöser sein, ein Bild, ein Lied, ein Satz… und da ist der Drang, diesem Impuls zu folgen, egal, was da kommen wolle und egal, was das Hirn dazu sagt. Diese Gedankenblitze sind Grüsse von deinem höheren Selbst, dem Universum, dem Göttlichen und schubsen dich in die richtige Richtung.

Zum anderen ist Intuition auch erfahrungsbezogen. Dein Hirn kann blitzschnell eine Situation erfassen und sie mit deinen Erfahrungen abgleichen, um dich zu warnen und zu schützen.

Der erste und einfachste Schritt mit deiner Intuition Tarot zu erfassen ist, einfach die Karte anzuschauen. Was siehst du ganz objektiv? Was für Ideen, welche Gedanken kommen dir, wenn du die Karte einfach anschaust? Erinnert sie dich an eine Situation, die du gerade erlebt hast oder die dir noch gegenwärtig ist? Was fällt dir zu dieser Karte ein?

Jede Karte ist eine Einladung zur Veränderung deines Blickwinkels und so solltest du die Karten betrachten, als Einladung, um etwas Neues über dich und diese Karte, die gerade vor dir liegt, zu erfahren.

Es ist deine Intuition in Verbindung mit den Karten, die zu dir spricht. Ich sehe die Karten als eine Brücke zur Seele und nur du weisst, ob die Brücke breit ist oder schmal, gerade oder gebogen, kurz oder lang, aus Holz oder aus Stein. Was ich damit sagen will ist, dass du den Mut haben solltest, die Karten zu dir sprechen zu lassen statt dich nur auf Deutungen Dritter zu verlassen.

2. Die traditionellen Bedeutungen

Jetzt kommt der scheinbare Widerspruch zu dem, was ich gerade gesagt habe: Du solltest auch die traditionellen Bedeutungen kennen. Beachte aber bitte die Reihenfolge: erst deine Intuition, dann die allgemein anerkannten Deutungen.

Du fragst dich jetzt vielleicht, warum sie auch wichtig sind. Nun, die Gestalter des Rider Waite Smith Decks und des Thoth Tarot waren Mitglieder des Order of the Golden Dawn und haben viele spirituelle Traditionen in die Karten einfliessen lassen. Der Aufbau, die Farben und Symbole haben für sie ganz bestimmte Bedeutungen gehabt und das solltest du nicht völlig ausser Acht lassen, wenn du dich mit Tarot beschäftigst. Es ist ein wichtiges Element, neben deiner Intuition.

Die meisten Decks, die du heute bekommst, orientieren sich an diesen beiden und nehmen die Bildsprache mehr oder weniger auf. Daher macht es Sinn, die ursprünglichen Karten und deren Bedeutungen zu kennen, um das auch auf andere Decks übertragen zu können.

Tarot Der Magier
Tarot Kraft

Symbole wie z.B. das Unendlichkeitszeichen findest du in vielen anderen Decks beim Magier und der Kraft. Die Grundthemen, die Essenz der Karten ist meist ähnlich und wenn du das ursprüngliche System kennst, tust du dir einfach leichter.

Ich lege mir dazu immer wieder alle Karten aus unterschiedlichen Decks nebeneinander, vergleiche und notiere mir, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede mir auffallen. So gehe ich alle 78 Karten durch und schaue natürlich auch, was in meinen Büchern steht. Ich stimme nicht immer mit den Deutungen überein, aber wenn ich einen Gedanken zu einer Karte passend finde, dann schreibe ich es mir auch auf.

Doch keine Panik, du musst nicht endlos viele Bedeutungen auswendig lernen, um die Karten zu deuten. Wenn du dir die Zeit nimmst, dich erst einmal selbst mit den Karten zu beschäftigen und sie intensiv zu betrachten, dann wirst du dir schon sehr viel erschliessen können. Am Ende ist es deine Entscheidung, wie tief du selbst gehen willst. Möchtest du jedes Symbol und jeden Aspekt erfassen oder reicht dir die grundlegende Bedeutung?

Es ist wie bei einer Sprache. Manchen reicht es, wenn sie im Urlaub einigermassen zurechtkommen, andere wollen ihre Lieblingsserie oder ihren Lieblingsautor im Original geniessen. Je nachdem, was du willst, wirst du mehr oder weniger an Zeit und Aufwand investieren.

Wenn du diese Mischung aus intuitiver und traditioneller Bedeutung für die Grosse Arkana kennenlernen möchtest, dann lade ich dich zu meinem neuen Kurs, der Arcanum Quest ein. Dort gehen wir in 8 Wochen durch die 22 Karten und du lernst die traditionellen Bedeutungen und du bekommst einen persönlichen Zugang, indem du auch deiner Intuition freien Raum lässt. Ich führe dich in einer Meditation in jede Karte und wir schauen uns auch unterschiedliche Varianten der jeweiligen Karten an. Alle Infos zum Kurs findest du hier.

3. Die Elemente

Du weisst vielleicht schon, dass die 56 Karten der Kleinen Arkana bestimmten Elementen zugeordnet werden. In der Episode 27 habe ich schon ausführlich darüber gesprochen. Doch auch die 22 Karten der Grossen Arkana werden den Elementen zugeordnet und diese Zuordnungen zu kennen hilft dir dabei, dir eine weitere Ebene zu erschliessen. So werden z.B. der Narr, der Magier, die Liebenden, die Gerechtigkeit und der Stern dem Element Luft zugeordnet.

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass für mich nicht alle Zuordnungen passen. Ich habe teilweise eine andere Meinung zu dem, was für mich stimmig ist. Aber das ist das Schöne an Tarot, es ist nichts in Stein gemeisselt. So gibt es auch abweichende Meinungen zu den Zuordnungen von Schwertern und Luft, Stäben und Feuer, Kelchen und Wasser, Scheiben und Erde. Éliphas Lévi, der als Wegbereiter des modernen Okkultismus gilt und Freimaurer war, hat die Schwerter mit der Erde in Verbindung gebracht und die Scheiben mit der Luft.

Meiner Meinung nach solltest du dich am Anfang mit der „herrschenden Meinung“ auseinandersetzen. Das wird es dir einfacher machen.

Gerade wenn du dich mit Decks wie mit dem Tarot de Marseille, dem Thoth Tarot oder dem Wild Unknown Tarot beschäftigst, deren Karten der Kleinen Arkana keine Geschichten erzählen, brauchst du einen Orientierungs- und Unterscheidungspunkt, um die Bedeutungen der Karten zu unterscheiden und sie zu deuten. Das sind zum einen die Elemente und zum anderen die Ziffern. Was kann denn sonst die Grundlage dafür sein, dass du z.B. die Fünf der Scheiben anders deutest als die Fünf der Stäbe oder der Kelche?

Doch auch bei den anderen Decks, deren Karten Alltagsszenen zeigen, hilft es dir, die Karten besser zu verstehen, wenn du sie mit den Energien und Korrespondenzen der Elemente verbindest. Es legt wie bei einer Zwiebel eine weitere Bedeutungsschicht frei.

4. Die Ziffern

Auch die Ziffern haben im Tarot eine Bedeutung und wenn du diese kennst, hilft dir dieses Wissen dabei, die Karten zu deuten. Im Grunde kannst du dir mit Kenntnissen über die Elemente und die Bedeutungen der Ziffern die komplette Kleine Arkana und auch bis zu einem gewissen Grad die Karten der Grossen Arkana erschliessen. Das klingt doch schon wesentlich entspannter als „Ich muss die Bedeutungen von 78 Karten auswendig lernen.“

Die Numerologie hat ihre Ursprünge im Alten Babylon und Pythagoras, den wir alle noch aus der Schulzeit kennen, hat sich mit der Metaphysik der Zahlen beschäftigt. Auch in anderen Kulturen wie im Alten Ägypten, bei den Germanen, in Indien und China spielten und spielen noch heute Zahlen in den spirituellen Traditionen eine wichtige Rolle. Selbst in der Bibel findet man Hinweise auf Numerologie.

Wenn du dich schon ein wenig mit Numerologie beschäftigt hast, wirst du viele Übereinstimmungen beim Tarot entdecken, aber auch Abweichungen.

Tarot Fünf der Scheiben

So wird in der „klassischen“ Numerologie die Fünf mit Abenteuer, Freiheit und Rebell(ion) in Verbindung gebracht. Wenn du dir die Fünfen im Tarot anschaust, sind es eher Themen wie Kontrolle, Konflikt, Instabilität, Einschränkung und Veränderung. Gerade die Fünf der Scheiben mit den beiden Bettlern vor dem hell erleuchteten Fenster hat so gar nichts mit Abenteuer und Freiheit zu tun.

Daher finde ich es wichtig, dass du dir auch selbst Gedanken machst, wo für dich die Gemeinsamkeiten bei den Assen, den Zweien etc. sind. Für den Anfang vergleiche die Karten aus einem Deck und später kannst du auch noch weitere Decks dazunehmen und schauen, wo du Parallelen und Unterschiede erkennst.

In der Tarot-Gilde, meinem Mitgliederbereich, haben wir uns mit dem Thema Numerologie an einem Abend ausführlich beschäftigt. Die Aufzeichnung steht dir zur Verfügung, auch wenn du später einsteigst.

5. Die richtigen Fragen

Je konkreter deine Fragen sind, je genauer und auf den Punkt, desto konkretere Antworten wirst du bekommen.

Du kannst zwar Tarot nach der allgemeinen Situation befragen und du wirst eine Antwort bekommen. Doch in der Regel wird sie so allgemein wie deine Frage sein. Damit verschenkst du einiges an Potenzial.

Am besten stellst du offene Fragen wie z.B. „Was kann ich tun, um zu…? Dann hast du am meisten davon, denn du bekommst neue Impulse und auch konkrete Handlungsvorschläge. Was du daraus machst, ist immer deine eigene Entscheidung.

Ich würde dir empfehlen, immer stärkende Fragen zu stellen, also Fragen die in Richtung Selbstermächtigung gehen. „Warum hat er mich verlassen ?“ ist zwar eine offene Frage, bringt dich aber nicht wirklich weiter und du steckst in einer Opferrolle fest.

„Was kann ich tun, um XY für mich zu gewinnen/zurückzubekommen?“ ist ebenfalls eine offene Frage, aber du machst dich von anderen und ihren Entscheidungen abhängig. Auch das bringt dich nicht wirklich weiter.

Ich bin eher dafür Fragen zu stellen, die dir wirklich helfen. Das wären z.B. Fragen wie

  • Was kann ich ändern, damit meine Beziehung besser läuft?
  • Wie kann ich mich für eine neue Beziehung öffnen?
  • Was bin ich bereit zu geben und zu empfangen?
  • Was ist für mich in einer Beziehung wichtig?
  • Wie sieht für mich eine erfüllte Partnerschaft aus?

Mit solchen Fragen schaffst du Klarheit für dich, du reflektierst und bist in einer ganz anderen Energie. Du bist aktiv statt dich auszuliefern.

Diese Grundsätze kannst du natürlich auch auf alle anderen Bereiche übertragen, auf Beruf, Business, Spiritualität, etc.

Für Ja/Nein-Fragen ist Tarot weniger geeignet, auch wenn es hier Möglichkeiten gibt, den Karten eine Antwort zu entlocken. So kannst du z.B. die Karten so mischen, dass auch umgekehrte Karten gezogen werden. Die aufrecht gezogenen stehen für ein Ja, die umgekehrten für ein Nein.

Ich persönlich mache das aber nicht, sondern stelle immer nur offene Fragen.

6. Übung

Genauso wenig wie du ein Instrument oder eine Sprache lernst, wenn du nur darüber liest, wirst du Tarot nicht meistern, wenn du nur Bücher liest und nicht praktisch mit den Karten arbeitest. Dabei ist es egal, ob du nur für dich oder auch für andere die Karten legst. Du kannst mit einfachen Legungen mit einer oder drei Karten anfangen, um zu üben. Wenn du magst, kannst du auch fiktiven Personen die Karten legen, deiner Lieblingsserien- oder Romanfigur zum Beispiel.

Du musst dich nicht gleich stundenlang mit den Karten beschäftigen, aber eine Viertelstunde am Tag kannst du bestimmt entbehren statt auf Social Media unterwegs zu sein. Selbst Mozart hat geübt und konnte nicht von Stunde Null an Klavier spielen und komponieren.

Je mehr du dich mit den Karten befasst, desto schneller wirst du Zusammenhänge und Querbezüge zwischen ihnen erkennen. Dir wird es immer leichter fallen, die Geschichte zu erzählen, die du in ihnen siehst und die Frage von dir und/oder deinen Kunden flüssig zu beantworten.

Ohne Übung und Praxis werden deine Fähigkeiten mit der Zeit wieder abnehmen, so wie bei mir meine Französisch-Kenntnisse aus der Schulzeit quasi nicht mehr vorhanden sind. Ja, ich komme schon wieder rein, wenn es sein muss, aber mit konsequenter Übung wäre es sicher besser. Nur hat es im Moment keine Priorität. Aber du verstehst, was ich meine.

7. Geduld

Sei geduldig mit dir. Wenn du ein Buch über Tarot gelesen hast oder z.B. meinen Praxiskurs besucht hast, dann hast du einen Grundstein gelegt, eine Basis. Danach hast du schon eine gewisse Vorstellung über Tarot und die Bedeutung der einzelnen Karten. Mir ist es am Anfang so gegangen, dass ich immer noch nachgeschaut habe, weil ich unsicher war. Vielleicht geht es dir genauso und ich kann dich beruhigen, das ist völlig normal. Nach einem Wochenendkurs Italienisch erwartest du auch nicht, dass du fliessend die Sprache kannst. Du wirst üben und Geduld mit dir haben müssen.

Hab auch Geduld mit dir und den Karten. Versuche nicht gleich von Anfang an alle Aspekte der Symbolik, der Astrologie und vielleicht sogar noch der Kabbala zu verstehen. Lass dir hier wirklich Zeit und überfordere dich nicht, denn sonst verlierst du die Freude daran.

Meiner Meinung nach kommst du schon sehr weit, wenn du dich auf die Karten konzentrierst, ohne noch eine Ausbildung in Astrologie zu machen oder tief in die Kabbala einzutauchen. Das sind natürlich Felder, die dabei helfen können, die Karten noch besser und noch tiefer zu verstehen, aber wenn es dich nicht anspricht, dich nicht fasziniert, dann lass es und zwinge dich nicht dazu, nur weil „es dazugehört.“

Hinweis: Rider-Waite-Smith-Deck, gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Kennst du eigentlich schon meinen Tarot-Starter-Guide?

Dort verrate ich dir

  • wie du dein richtiges Deck findest,
  • wie du die Karten kennenlernst,
  • wie deine erste Legung aussehen kann und
  • welche Fragen du den Karten stellen kannst.

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Ivana