Du liest es immer wieder – die Aussage, dass du “nur” deine EINE, deine WAHRE Leidenschaft finden musst . Sie ist die Grundlage für deine Zufriedenheit, dein Business, deinen Erfolg und überhaupt die Basis für alles.

Ich muss ehrlich sagen, das hat mir auch immer eingeleuchtet. Wenn ich ständig 1000 Dinge im Kopf habe und ausprobiere, dann kann ich einfach nicht in allem tiefes Wissen und eine atemberaubende Expertise entwickeln.
Schon während meines Jurastudiums hab ich heimlich die Kommilitoninnen und Kommilitonen beneidet, die völlig in den Paragraphen aufgegangen sind. Ich habe stattdessen lieber meinen Rucksack gepackt und bin gereist oder habe mich mit damals, also vor 30 Jahren, so merkwürdigen Dingen wie Unterbewusstsein, Spiritualität oder unterschiedlichen Weltanschauungen beschäftigt. Heute ist das ja inzwischen völlig normal.
Auch später als Angestellte habe ich nach mehr oder weniger vielen Jahren immer entweder gekündigt oder intern eine neue Aufgabe übernommen.

Und ich muss zugeben, ich habe auch unter meiner Unbeständigkeit ein wenig gelitten.

Was bin ich eigentlich? Unbeständig? Flatterhaft? Angst davor, mich festzulegen?

Als ich mich selbständig gemacht habe, kam dann das Thema in neuem Gewand: Finde deine EINE Leidenschaft, baue dir ein Business darum und werde erfolgreich. Mist, ich schien dem Grundmuster nicht zu entkommen und das frustrierte mich ziemlich lange.
Vor ein paar Jahren lief mir dann der Begriff Scanner oder Multipassionate über den Weg und ich erkannte mich wieder. Das sind, um es kurz zu machen, Menschen, die viele Interessen und viele Talente haben. Sie fliegen wie die Bienen von Blüte zu Blüte, bleiben vielleicht auch mal länger auf einer Blüte sitzen, aber dann lockt schon die nächste. Oder sie pendeln zwischen ihren Lieblingsblüten hin und her, ohne sich für die EINE Favoritin zu entscheiden.
Wenn du zu dem Scannerthema mehr wissen willst, kann ich dir das Buch “Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast “von Barbara Sher (Werbung) empfehlen.

Es gibt also durchaus auch viele andere, die ähnlich wie ich ticken. Sie begeistern sich für viele unterschiedliche Themen, statt bei einem zu bleiben.
Das war zum einen beruhigend, zum anderen aber auch wenig befriedigend. Ich konnte nun dem Kind einen Namen geben und was jetzt?
Ich wusste, was ich bin, aber wie in aller Götter Namen kann das mir weiterhelfen, wenn ich auch in meinem Business zwischen meinen Hauptthemen Technik, Mindset und Spiritualität hin und her springe?
Wie sollen die Menschen da draußen wissen, für was ich nun wirklich stehe, wenn ich mich nicht auf ein Thema festlege?
Muss/Darf ich wirklich nur für ein Thema brennen?


Glaub mir, ich habe es mit dem Festlegen versucht. Ernsthaft, wirklich, auch über einen längeren Zeitraum. Aber irgendwas fehlte immer. Bis ich die ganze Sache einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtete und das hat mich mit meiner Rastlosigkeit versöhnt.

Ein anderer Blickwinkel kann helfen

Vielleicht kennst du ja das Persönlichkeitsmodell mit den 4 Farben: Der ehrgeizig-dynamische Rote, der empathisch-hilfsbereite Grüne, der logisch-strukturierte Blaue und der kreativ-flatterhafte Gelbe, der einfach Spaß haben will.

Ich habe mich im Rahmen einer Seelenreise zu jenem gelben Anteil von mir begeben, mit dem ich mich eigentlich nicht wirklich identifizieren konnte, denn für mich stand er für Party, Oberflächlichkeit, Unzuverlässigkeit.
Das sind einfach Dinge, mit denen ich nichts am Hut habe.
Aber bei dieser Seelenreise habe ich auch hier die Perspektive gewechselt und erkannt, dass das einfach meine Vorurteile waren.
Der Gelbe – mein gelber Anteil – tickt nicht so. Ja, er möchte Spaß haben, Leichtigkeit leben und neugierig sein dürfen.
Er möchte neue Dinge ausprobieren und es darf ok sein, dass er sich ein solides Wissen aneignet, ohne bis auf den tiefsten Grund der Dinge vorzudringen, sie bis ins letzte Detail zu erfassen. Es ist völlig in Ordnung, dass er dann, wenn die Neugier befriedigt ist, wieder weiter zieht, weil es dann einfach langweilig ist, weil etwas anderes spannender ist und er neue Impulse braucht.

Das war der erste Schritt zur Heilung meines Verhältnisses zu einem Anteil in mir, mit dem ich immer gehadert habe. Ich musste einfach nur eine andere Sichtweise darauf gewinnen und die musste aus mir selbst kommen.

Was ist das übergeordnete Thema?

Ich habe erkannt, dass meine Leidenschaft nicht ein Thema ist, sondern eine Eigenschaft – Neugier, Experimentierfreude, Lust auf das Unbekannte und darauf, etwas Neues zu erschaffen. Das spiegelt sich auch in einem meiner wichtigsten Werte wieder – Freiheit. Ich (meine persönliche Sichtweise) kann nicht frei fühlen, wenn ich mich auf Jahre auf etwas festlege und nicht rechts und links schaue. Ich fühle mich eingesperrt, wenn ich mich nur mit einem Thema befasse. Ich fühle mich wie in einem Käfig, wenn ich keine Abwechslung habe.
Wenn ich mir jedoch die Erlaubnis gebe, immer wieder etwas anderes zu machen oder zwischen meinen Lieblingsthemen herumzuspringen, dann fühle ich mich frei und lebendig.
Ich liebe es, neue Websites entstehen zu sehen, neue Programme zu kreieren, neue Seelenreisen zu schreiben und immer wieder meinen Ideen in die Realität zu bringen, um andere Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen.

Und wie sieht das im Business aus?

Doch da war immer noch die Frage, wie ich das ins Business transportiere. Für was möchte ich wirklich stehen, wie kann ich meinen Kundinnen bei ihren Herausforderungen im Business helfen?
Der erste Schritt war anzunehmen, dass ich nun einmal so ticke, wie ich ticke.
Der zweite Schritt war zu akzeptieren, dass ich einfach ein Generalist bin und kein Spezialist. Ich bin richtig gut in vielen Bereichen, weil ich mich damit schon Jahre, Jahrzehnte beschäftige. Aber ich musste meinen Frieden damit machen, dass ich eben nicht in jedem Gebiet ein Spezialist sein kann und auch nicht sein muss.
Der dritte Schritt war zu begreifen, dass auch ein Generalist ein Experte ist, nicht nur der Spezialist. Meine Expertise ist breit, aber nicht in allen Bereichen gleich tief. Ich bin da eher pragmatisch. Der letzte Schritt war (und ist es aktuell immer noch), meine Themen zu verbinden, so dass es ein rundes und stimmiges Ganzes gibt.

Doch was hast du, haben meine Kundinnen davon, dass sie mit mir zusammenarbeiten?

Ich verbinde Spiritualität, Mindset-Arbeit, Business und Technik, denn für mich sind das keine Widersprüche, sondern alles ergänzt sich zu einem wunderbaren Ganzen.

Ich baue mit ihnen ein solides und belastbares Fundament für ihr Business. Ich helfe ihnen ihren individuellen Weg in die Klarheit zu gehen, zu erkennen, wie sie ticken, was sie ausmacht, was ihr roter Faden, ihre Motivation ist. Ich zeige ihnen, wie sie herausfinden, mit wem sie arbeiten wollen, wie sie anderen Menschen helfen. Für diese innere Arbeit greife ich auf die unterschiedlichsten Methoden zu. Ich habe Entspannungstrainerin gelernt, eine Ausbildung als NLP-Coach, bin Advanced Theta Healer, Reiki-Meisterin, schamanisiere, meditiere. Ich bin Volljuristin und habe lange im Personalbereich und in der Personalentwicklung gearbeitet. Von all dem profitieren meine Kundinnen. Ich schöpfe aus der Fülle, verbinde unterschiedliche Wege zu einem neuen Weg, zu ihrem individuellen Weg.

Wenn diese Basis da ist, dann geht es an die Umsetzung in einer Website und in der Sichtbarkeit nach außen. Hier greife ich auf mein Wissen aus 20 Jahren zurück und wenn ich selbst nicht weiterkomme, da weiß ich, wo ich die Lösung finde. Meine Neugier treibt mich an, diese Herausforderung zu knacken und da kann ich auch wirklich hartnäckig sein. Ich muss nicht ein Script programmieren können, um ein technisches Problem zu lösen. Das macht der Spezialist. Ich muss nur wissen, wo ich es finde, verstehen, was es tut und so einbinden, dass es funktioniert.

Wie kann diese EINE Leidenschaft aussehen?

Ich möchte noch einmal auf die Ausgangsfrage zurückkommen: Brauchst du wirklich die EINE Leidenschaft, um erfolgreich zu sein?
Ja, aber es kommt auf deine Sichtweise an und wie du deine Leidenschaft definierst. Wenn du, so wie ich ein Scanner bist, wirst du ähnlich frustriert sein, wenn du dich nicht festlegen kannst. Definierst du aber deine Neugier, deine vielen Interessen, deine Begeisterungsfähigkeit, deine Bereitschaft, dich auf etwas Neues einzulassen als deine Leidenschaft, dann sieht deine Welt schon wieder ganz anders aus.
Lebe diese Leidenschaft und nutze deine Kreativität, um dein Business zu erschaffen, das dich und deine ganze Persönlichkeit authentisch zeigt.

  

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden