Wenn du dich mit Tarot beschäftigst, gibt es viele Möglichkeiten, wie du deinen Zugang zu den Karten verbessern kannst. Eine dieser Möglichkeiten ist das Führen eines Tarot-Journals oder Tarot-Tagebuchs.

In der heutigen Episode erfährst du, warum du ein Tarot-Journal führen solltest und wie es dir helfen kann, deine Beziehung zu den Karten zu vertiefen.

Du kannst dir die Episode anhören oder weiterlesen:

Bevor wir anfangen, möchte ich eine Frage beantworten, die mir oft gestellt wird:

Was nimmst du am besten für ein Tarot-Journal?

Es gibt die unterschiedlichsten Formen und alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Ich habe lange ein schönes Notizbuch benutzt. Für jede Karte hatte ich eine Seite reserviert, aber mit der Zeit wurde es immer mehr und der Platz hat mir nicht mehr gereicht.

Einige nehmen einen Ringorder und haben damit nicht das Platzproblem, denn du kannst immer weiter Blätter an der richtigen Stelle einfügen.

Für mich ist es nichts, denn ich finde Ordner, selbst wenn es nicht DIN A4-Ordner sind, zu sperrig.

Eine weitere Alternative sind Notiz-Apps wie OneNote oder Evernote. Hier hast du ebenfalls nicht das Platzproblem. Du kannst zudem auch ganz einfach Fotos, z.B. von deinen Legungen, einfügen, ohne dass es irgendwann das Volumen sprengt wie bei einem „echten“ Notizbuch.

Für mich ist hier der Nachteil, dass ich tippen muss, aber gerade bei einem Tarot-Journal liebe ich es, mit der Hand zu schreiben.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, meine Notizen aus meinem Papier-Notizbuch in ein elektronisches Notizbuch, in meinen Remarkable, zu übertragen.

Die klaren Vorteile sind für mich, dass ich mit der Hand schreiben kann, die lange Akku-Laufzeit und natürlich der fast unbegrenzte Platz. Zudem kann ich daraus meine Notizen einfach exportieren und wenn ich mir einigermaßen Mühe gebe, dann kann der Remarkable auch meine Handschrift in getippten Text umwandeln. Ich muss auch nicht extra den PC einschalten oder auf der kleinen Handytastatur meinen Text in die App tippen. Das wäre mir persönlich zu umständlich.

Ich will dir auch die Nachteile nicht verschweigen: zum einen kostet der Remarkable einiges, genau wie der Kindle Scribe* (Werbung) und du kannst keine Bilder hinzufügen. Für mich ist das ok, denn ich schreibe tatsächlich nur und für mich überwiegen die Vorteile.

Wenn du ein Tablet hast und einen Stift, mit dem du auf der Tablet-Oberfläche schreiben kannst, kannst du mit der Hand z.B. in OneNote schreiben und Fotos einfügen. Auf die Weise kannst du beides wunderbar kombinieren.

Ich ziehe dennoch den Remarkable vor, denn wenn ich erst einmal meinen Computer eingeschaltet habe, dann bleibe ich meist nicht in OneNote, sondern checke auch Mails, Social Media etc. Diese Ablenkung habe ich beim Remarkable eben nicht.

Digitales und analoges Tarot-Journal

Warum solltest du ein Tarot-Journal führen?

Dein persönliches Nachschlage-Werk

Im Laufe der Zeit wird dein Tarot-Journal dein ganz individuelles und persönliches Nachschlagewerk zu den Karten. Du hast die Bedeutungen, die für dich Sinn machen, alle an einer Stelle notiert und du kannst auch erkennen, wie sich deine Sichtweise zu bestimmten Karten verändert oder immer tiefer wird.

Ich würde dir in jedem Fall empfehlen, nicht nur die offensichtlichen Bedeutungen aufzuschreiben, sondern dir auch zu überlegen, was die helle und was die dunkle Seite der Karte ist.

Wenn du auch deine oder fremde Legemuster notierst, dann hast du mit der Zeit eine wunderbare Sammlung, auf die du immer wieder zurückgreifen kannst. Wenn du dich von anderen Tarot-Expert*innen anregen lässt, notiere auch die Quelle, damit du vielleicht bei einem anderen Thema dich erneut inspirieren lassen kannst.

Nach und nach wirst du so dein ganz eigenes Tarot-Buch füllen und es wird deine ganz persönliche Gedankenstütze.

Reflexion zu deinen Legungen

Ich würde dir empfehlen, alle deine Legungen zu notieren, mit Legemuster, Datum, Deck und deiner Deutung. So kannst du Muster erkennen, wie z.B. häufig wiederkehrende Karten bei einem Thema.

Gerade wenn du merkst, dass bestimmte Karten in einem Kontext, z.B. Beruf, Business, Beziehung, immer wieder (nachweislich) kommen, ist es ein Hinweis darauf, dass du dich vertieft mit gerade diesen Karten beschäftigen solltest. Eine Legung zu bzw. über diese Karten wäre eine Möglichkeit.

Zusätzlich zu den Legungen kannst du auch notieren, welche Schritte du nun unternehmen wirst oder was du verändern willst.

Nach ein paar Wochen kannst du überprüfen, was du umgesetzt hast bzw. welchen Weg du gegangen bist und wie sich das in der Legung gezeigt hat.

Manchmal kann es durchaus vorkommen, dass die ein oder andere Karte erst im Nachhinein Sinn macht und auch das führt dazu, dass du die Karten immer besser kennenlernst, wenn du sie rückblickend mit deiner Frage in Verbindung bringst.

Ich würde dir auch empfehlen, deine Tageskarte(n) aufzuschreiben und mit wenigen Stichpunkten deine Deutung zu notieren und wie du die Karten im Tagesverlauf erlebt hast. Wenn du mal keinen Bezug zwischen der Karte und deinem Tag herstellen kannst, ist es auch nicht schlimm, das passiert mir auch hin und wieder. Aber in der Regel erkenne ich durchaus die Themen der Karten im Tag wieder.

Basis für persönliche Reflexion

Du kannst einzelne Karten oder auch Kombinationen von 2, 3 Karten zu einem bestimmten Thema ziehen und es als Grundlage für dein persönliches Journaling nehmen.

Ich habe z.B. eine ganze Weile neben meiner Tageskarte eine weitere Karte gezogen und mir die Frage gestellt. „Wie kann mich dieser Karte bei Selbstliebe unterstützen?“

Das wird dann spannend, wenn Karten wie der Turm kommen oder die 10 der Schwerter, bei der eine Person, die von 10 Schwertern durchbohrt ist, auf dem Boden liegt.

So lernst du dich selbst besser kennen, aber auch die Karten. Mit der Zeit bekommst du auf diese Weise immer mehr Übung darin, die Karten auch in einem ungewöhnlichen Kontext zu interpretieren.

Dokumentation deiner Entwicklung

Wenn ich vergleiche, was ich früher zu den Karten oder den Legungen notiert habe und was ich jetzt schreibe, dann sehe ich deutlich eine Entwicklung.

Waren es früher eher Stereotype und offensichtliche Deutungen, so  sehe ich heute, dass ich viel kreativer und intuitiver geworden bin. Ich bin sicher, dir wird es ähnlich ergehen und es wird dir Freude machen, deine Fortschritte schwarz auf weiss zu sehen.

Zudem kannst du auch überprüfen, wie gut deine Deutungen waren. Das bedeutet nicht, dass du Zukunftslegungen machen musst, denn auch bei Handlungsempfehlungen oder bei Tendenzen, wie sich etwas entwickeln könnte, erkennst du erst im Nachhinein, wie zutreffend deine Deutung der Karten war.

Selbst wenn du danebengelegen hast, ist es eine wertvolle Lektion, denn du erkennst, was die Karten auch hätten bedeuten können und du lernst daraus.

Gerade bei herausfordernden Legungen ist es spannend zu sehen, wie du die Karten bei der Legung selbst gesehen hast und wie du sie heute deuten würdest.

Das ist ohnehin ein spannendes Experiment – eine frühere Legung mit denselben Karten noch einmal einige Wochen oder Monate später zu Übungszwecken zu deuten. Was blieb gleich und wo hat sich dein Horizont erweitert? Wie würdest du heute die Karten sehen? Was würdest du anders deuten?

Kreativer Zugang zu den Karten

Um die Karten und damit auch dich selbst besser kennenzulernen, kannst du dich den Karten auf eine kreative Weise nähern und deine Gedanken in deinem Journal aufschreiben.

Eine Möglichkeit wäre eine Geschichte zu einer Karte zu schreiben, die du als besonders herausfordernd empfindest. Du kannst dir auch überlegen, welche reale oder fiktive Person dieser Karte entspricht, welches Musikstück, welche Landschaft etc. Du kannst die Karte selbst zeichnen und das, was sie für dich bedeutet oder ein Gedicht über diese Karte schreiben.

Deine persönliche Auszeit mit den Karten

Selbst wenn es wenige Minuten sind, ist das Schreiben eine persönliche Auszeit.

Du kannst ein kleines Ritual daraus machen und es geradezu zelebrieren. Du nimmst dir Zeit für dich und benutzt die Karten als Brücke zu deiner Seele. Was möchte sie dir mitteilen?

Was spricht dich gerade heute in der Karte oder in den Karten an?

Was fällt dir besonders auf und welche Bedeutung gibst du diesen Bildern?

Was sagt das gerade in diesem Moment über dich aus?

Was kannst du daraus lernen?

Was kommt in ein Tarot-Journal rein?

Mein altes Papier-Journal und mein neues digitales beginnt mit der Grossen Arkana. Ich notiere meine Gedanken zu den Karten, welche Botschaft sie für mich haben etc. Danach kommen die Karten der Kleinen Arkana, Notizen zu den Elementen und den Nummern.

Natürlich dürfen auch nicht meine Legungen und Deutungen fehlen.

Je nachdem, was du nutzt, kannst du auch Fotos der Karten oder deiner Legungen hinzufügen, Zeichnungen, Geschichten über die Karten, deine eigenen Assoziationen etc. Deiner Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist dein Tarot-Journal und daher sollte dort alles seinen Platz finden, was für dich auf deiner Tarot-Reise wichtig ist.

Ein Tarot-Journal ist eine sehr persönliche Angelegenheit und es gibt kein Richtig und kein Falsch. Nimm diese Episode einfach als Anregung, aber werde selbst kreativ.

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Ivana