6 Möglichkeiten, wie Du Löwenzahn nutzen kannst

6 Möglichkeiten, wie Du Löwenzahn nutzen kannst

Im Frühling sprießt er überall, der gelbe Löwenzahn. Vielen Gärtnern ist er ein Dorn im Auge, weil er sich als Pusteblume rasend schnell und weit verbreiten kann und dort wächst, wo man ihn nicht gebrauchen kann. Will man ihm zu Leibe rücken, zeigt er sich als hartnäckiger Überlebenskünstler.

Löwenzahn kannst Du wunderbar in der Küche nutzen.

Ganz markant sind beim Löwenzahn die Bitterstoffe. Sie fördern die Verdauung und Löwenzahn hat auch eine harntreibende Wirkung. Er wird bei Appetitmangel, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Nicht verwendet werden soll er bei Gallensteinleiden sowie beim  Verschluss der Gallenwege.

Wenn Du Löwenzahn sammelst, dann achte darauf, dass die Wiese nicht an einer vielbefahrenen Straße liegt und auch nicht von zu vielen Hundebesitzern zum Gassigehen benutzt wird.

Die Löwenzahnblüten sollten für die ersten vier Rezepte immer ganz geöffnet sein.

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1. Löwenzahngelee

Du brauchst:

  • 150-200 Gramm Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • Saft einer Zitrone
  • Gelierzucker

Vom Löwenzahn nimmst Du nur die gelben Blütenblätter. Die zupfst Du aus den grünen Blütenkelchen und das ist schon eine fieslige Arbeit. Die Blütenblätter kochst Du auf und lässt es über Nacht ziehen. Dann seihst Du es ab und presst die Blütenblätter ordentlich aus.

Du fügst zu der Flüssigkeit den Zitronensaft und den Gelierzucker dazu und kochst es nach Anleitung ein.

Während Du darauf wartest, dass es zu kochen anfängt, spülst Du die Gläser, in die Du das Gelee füllen wirst, mit kochendem Wasser aus.

Wenn das Gelee fertig ist, gießt Du es in die sterilisierten Gläser, verschraubst sie und stellst sie für mindestens fünf Minuten auf den Kopf.

Mein Urteil:

Das Gelee schmeckt lecker nach Frühling. Ich mochte es recht gern, aber die Zupferei war mir persönlich zu viel Aufwand.

2. Löwenzahnhonig

Für den Honig brauchst Du keine Bienen, sondern Du kannst ihn selbst machen.

Du brauchst:

  • 300 Gramm Löwenzahnblüten
  • 1500 ml Wasser
  • Saft von 2 Zitronen
  • 1,5 Kilo Zucker

Von den Blüten brauchst Du mal wieder nur die gelben Blütenblätter. Die bringst Du im Wasser zusammen mit dem Zitronensaft zum Kochen. Nachdem das Ganze ca. 30 Minuten gekocht hat, seihst Du es durch ein feinmaschiges Sieb ab. Dann kommt der Zucker zu der Flüssigkeit und Du kochst es noch einmal für etwa 45 Minuten ein. Pass auf, dass die Flüssigkeit nicht überkocht. Der Topf sollte etwa zur Hälfte gefüllt sein.

Je länger Du die Flüssigkeit einkochst, desto zäher wird sie. Und da sie noch nachdickt, wenn sie auskühlt würde ich Dir raten, den Honig nicht viel länger zu kochen, denn sonst kann es passieren, dass es nur noch ein harter Klumpen wird, den Du nicht mehr aus dem Glas bekommst. Ist mir nämlich passiert…

Den Honig füllst Du wie das Gelee in Gläser, die Du vorher heiß ausgespült hast.

Mein Urteil:

Schmeckt lecker, aber Du musst wirklich aufpassen, dass Du den Honig nicht zu sehr einkochst. Bei einigen Gläsern habe ich den Honig nicht mehr aus dem Glas bekommen.

3. Löwenzahnschnaps

Du brauchst:

  • Viele Löwenzahnblüten
  • Wodka oder Korn (ich nehme immer Wodka)
  • braunen Zucker

Hier bin ich nicht so pingelig und nehme die ganzen Blüten, also mit dem Grün. Sie kommen in eine Flasche mit großer Öffnung, vorzugsweise aus Glas. Die Flasche fülle ich inzwischen bis oben mit den Blüten und gieße es dann mit Wodka auf. Früher habe ich weniger Blüten genommen, jetzt ist die Flasche immer voll.lz_schnaps

Dann kommt noch brauner Zucker dazu. Auf eine 0,5-Liter-Flasche etwa 3-4 Eßlöffel, aber ich mache das ehrlich gesagt nach Gefühl und nicht nach Mengenangabe.

Ich lasse das Ganze mindestens 4-6 Wochen an einem sonnigen Platz ziehen und seihe es dann ab. Erst lasse ich den Schnaps durch ein Leintuch laufen und presse die Blüten aus. Dann filtere ich das Ganze noch einmal durch einen Kaffeefilter, um die Schwebstoffe zu entfernen.

Mit der Zeit dunkelt der Schnaps noch nach, das ist völlig normal.

Der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber immer besser.

Mein Urteil:

Der Löwenzahnschnaps ist nach meiner Erfahrung ein hervorragender Magenbitter und räumt wirklich gut nach einem schweren Essen auf oder wenn Du Dir den Magen verdreht hast.

4. Löwenzahnseife

Auch hier werden nur die gelben Blütenblätter verwendet. Diese lässt Du etwa zwei Wochen in Olivenöl ziehen, das Du zum Sieden verwendest. Die Blütenblätter bleiben im Öl und werden dann mitverrührt.

Mein Urteil:

Eine nette Kräuterseife, die aber recht aufwändig ist. Auf die Seife an sich hat der Löwenzahn keine Wirkung. Er gibt ihr nur eine schöne hellgelbe Farbe, die aber mit der Zeit verblasst.
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5. Falsche Kapern

Du brauchst:

  • Geschlossene Löwenzahnblüten, dazu kannst Du auch geschlossene Gänseblümchenblüten nehmen
  • 200 ml guten Balsamico-Essig
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Zwiebel
  • 1/4 TL Salz

Du wäschst die geschlossenen Blüten, schneidest die Zwiebel in Ringe und halbierst den Knoblauch. Das füllst Du in ein Glas, dass Du vorher mit heißem Wasser ausgespült hast. Den Essig kochst Du mit dem Salz auf und gießt ihn über die Blüten mit dem Knoblauch und der Zwiebel. Das Glas stellst Du für eine Weile auf den Kopf.

Wenn Du Knoblauch nicht magst, kannst Du ihn natürlich weglassen.

Nach 6-8 Wochen kannst Du die falschen Kapern genießen. Du kannst sie im Salat verwenden, im Kräuterquark, zu Pasta oder auf einem Brot.

Mein Urteil:

Die falschen Kapern sind im Salat wirklich lecker. Den Balsamico zum Anmachen hast du schon und die falschen Kapern werden dank Essig, Knoblauch und Zwiebeln auch nicht schlecht, wenn du sie mehrere Monate stehen lässt.

6. Salat

Je älter die Blätter sind, desto bitterer schmecken sie. Für einen Salat solltest Du daher nur die jungen zarten Blätter verwenden, denn sie schmecken nur leicht bitter. Wenn Dir das immer noch zu bitter ist, dann kannst Du die Blätter für ca. 10 Minuten in warmen Wasser einweichen, das schwemmt die Bitterstoffe heraus.

Du kannst einen reinen Löwenzahnsalat machen oder die Blätter zu anderem Blattsalat dazumischen.

Mein Urteil:

Junger Löwenzahn gibt durch die leicht bittere Note einem Frühlingssalat einen gewissen Pfiff.

Wichtiger Hinweis:

Die Wirkweisen, die ich beschreibe, sind entweder traditionelle Überlieferungen oder eigene Erfahrung. Sie ersetzen keinen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden wende Dich bitte an einen Arzt oder Heilpraktiker. Ich stelle keine Diagnosen, gebe keinerlei Heilversprechen und verordne keine Heilmittel. Meine Tätigkeiten fallen nicht unter das Heilpraktikergesetz. Ich gebe keine medizinischen Ratschläge und führe keine medizinischen Behandlungen durch. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich kein Arzt und keine Heilpraktikerin bin.

Und jetzt Du: Welche Rezepte hast Du für Löwenzahn?

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Ivana

Ivana

Als ganz besondere Reisebegleiterin verbinde ich Naturspiritualität mit persönlicher Entwicklung. Ich begleite in meinen Coachings Frauen dabei, in ihren Mut, ihre Selbstliebe und ihr Vertrauen zu kommen, um ein Leben nach ihren Vorstellungen und Werten zu leben.
Ivana

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2 Kommentare

  1. Hallo Ivana,

    danke für deinen Artikel und anbei noch ein paar Anmerkungen: wem das Auszupfen der Löwenzahnblüten zu beschwerlich ist kann auch durchaus die kompletten Blütenkörbchen nehmen. In den Hüllblättern befinden sich noch einige gesunde Bitterstoffe, die dem Gelee und Sirup eine interessante Note verleihen.

    Hier mein Sirup Rezept: 1l Blüten (soviele wie locker in ein Litermaß gehen), bitte nur an sonnigen Tagen sammeln, damit noch schön viel Pollen drin sind. Die Blüten nicht waschen, sondern nur auslegen um eventuellen Bewohnern eine reele Chance zur Flucht zu geben. Die Blüten in einem Liter Wasser kurz aufwallen lassen und eine Nacht zugedeckt ziehen lassen. Am nächsten Tag abseihen, den Saft von einer Bio Zitrone und Orange dazugeben , 1:1 mit Zucker mischen. Aufkochen, 1 Tl Ascorbinsäure unterrühren und in sterile Fläschchen abfüllen.
    Ich nehme den Sirup allgemein zum Süßen und mische ihn vor allem in meine Salatsaucen( Löwenzahnsalat:))

    Noch Folgendes zu den Bitterstoffen: es wäre jammerschade, den Löwenzahn zu wässern, denn die Bitterstoffe brauchen wir dringend, nachdem es den Züchtern ja gelungen ist, sie unserem Kuturgemüse weitgehend abzuzüchten. Gerade im Frühling bringen sie unseren Stoffwechsel in Schwung und helfen dem Körper “ Altlasten“ zu entsorgen. Bitter macht fröhlich und hat die positive Nebenwirkung, dass der Körper weniger Lust auf Süßes empfindet. Außerdem gewöhnt man sich sehr schnell an die Bitterstoffe.

    Löwenzahn kann auch wunderbar im wilden und grünen Smoothie verarbeitet werden…..Blatt, Stängel und Blüte.

    In Vorfreude auf ein löwenstarkes Frühjahr, Annemarie

    1. Author

      Hallo Annemarie,

      vielen Dank für Dein Siruprezept!
      Ich werde es mal versuchen, aber ich hatte mit Sirup (Holunder) eigentlich immer Pech trotz sterilisierter Flaschen. Der ist mir immer recht schnell umgekippt. Wenn Du da noch einen Tipp hast…

      Ich finde es mit den Bitterstoffen auch nicht schlimm, aber manche müssen sich da erst ein wenig herantasten.

      Liebe Grüße und einen schönen Frühling!
      Ivana

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