Kennst du das auch? Überall stolperst du über Tipps, wie du effektiver deinen Tag gestaltest, fitter und schlanker wirst, am besten 10 Jahre jünger aussiehst und nur noch positiv denken kannst, damit auch dein Mindset ja nur auf Erfolg programmierst.

Dafür gibt es etliche Apps und Gadgets, die dir erzählen, wie viel du noch essen darfst, um dein Gewicht zu halten, wie viele Schritte du noch gehen musst, um dein Tagesziel zu erreichen etc.

Du trackst dich und führst genau Buch, um das Beste und Meiste aus dir herauszuholen. Das nennt man heute dann gern Selbstoptimierung.

Warum eigentlich?

In den Medien wird uns erzählt, dass wir nur dann toll sind, wenn wir unsere Ziele erreichen. Im Job ist das nicht anders, da gibt es Zielerreichungsgespräche und Jahresziele, an denen du gemessen wirst. Das war zumindest bei meinem Job so, bei deinem ist es vielleicht ähnlich.

Ja, ich bin auch der Meinung, dass ich Ziele im Leben brauche und auch haben will, um mich selbst anzuspornen.

Wenn ich nicht weiß, wo ich landen will, lande ich irgendwo, am Ende da, wo ich gar nicht hin wollte. Das ist wie bei einer Reise. Wenn du nicht genau weißt, dass du an den Gardasee nach Bardolino willst, landest du womöglich am Nordkap. Soll auch sehr schön sein, ist aber eben nicht Bardolino. Also ja, Ziele sind an sich gut.

Aber wie bei so vielen Dingen macht die Dosis das Gift.

Halte dich jeden Tag ein wenig in der Sonne auf, das hebt die Stimmung. Grille dich, dann schadet das der Haut und im schlimmsten Fall wirst du krank.

So ist das mit den Zielen und der Selbstoptimierung auch. In vernünftigen Grenzen ist es eine super Sache und wenn du es übertreibst, dann wird es dich krank machen und auf dein Gemüt schlagen.

Aber es ist doch wichtig, den Tag optimal zu nutzen und auch das richtige Mindset zu haben.

Sagt wer? Und vor allem, wer sagt, was eigentlich die optimale Nutzung des Tages und die richtige Einstellung ist?
Für mich ist die richtige Nutzung eines Tages mal durchzuarbeiten und mal einen Nachmittag in der Hängematte zu entspannen. Oder ich gönne mir auch mal ein Wochenende, an dem ich nichts tue. Echt nichts, also auch keine Freizeitaktivitäten. Ich relaxe, träume, lese oder beobachte die Wolken.

Andere würden das als unproduktives Herumgammeln sehen, denn ich mache ja in der Zeit nichts. Stimmt, nach außen hin nicht.

Aber ich lade meine Batterien auf, entspanne mich, lasse Ruhe und Stille zu, in der kreative Ideen entstehen können. Dein Handy lädst du ja auch auf, wenn der Akku zur Neige geht oder? Warum nicht auch deinen persönlichen Akku.

Und ja, es ist wichtig und richtig, die Dinge nicht immer kohlrabenschwarz zu sehen. Es ist richtig und richtig, das zu visualisieren, was man erreichen möchte.

Natürlich ist es hilfreich, wenn du deine negativen Glaubenssätze zu den Akten legst und dich lieber auf positive programmierst.

Aber du bist auch nur ein Mensch und keine Rundumdieuhrpositivdenk-Maschine. Nimm es an, wenn es dir mal lausig geht und hänge ruhig einmal in den Seilen.

Nirgends in der Natur gibt es nur Sonnenschein und eitel Freude. Auch da gibt es dunkle Stunden, Vernichtung, Tod, Schmutz. Das Leben besteht nun einmal aus vielen Facetten und jede einzelne gehört dazu.

Letztendlich bestimmst du, was für dich im Moment wichtig ist. Und wenn es eine Stunde in der Hängematte ist, dann ist es einfach so, auch wenn alle anderen meinen, dass du unbedingt joggen gehen solltest, weil du dein Soll noch nicht erfüllt hast.

Selbstoptimierung als Falle

Wenn du in die Selbstoptimierungsfalle tappst, dann öffnest du Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen Tür und Tor.

Du wirst nämlich wunderbar vergleichbar und glaube mir, es gibt IMMER jemand, der schöner, schneller, schlanker, klüger, was auch immer sein wird als du.

Du fängst an, einen Punkt zu vergleichen und ahnst dabei nicht, was dieser andere Mensch dafür vielleicht tut. Vielleicht macht er es schon länger als du, vielleicht hat er ein besonderes Talent oder vielleicht hat er einfach früher angefangen.

Du lässt dir am Ende von anderen diktieren, was gut ist, was ein Erfolg ist und damit bestimmen andere dein Leben. Willst du das wirklich?

Du fängst an, dich selbst unter Druck zu setzen. Du musst ja noch 1000 Schritte gehen oder endlich auf Zucker verzichten, um gesund zu sein. Dieser Druck macht dich verbissen und frustriert.

Und vergiss einfach, dass du erst dann glücklich, liebenswert, schön etc. sein wirst, wenn du xy erreicht hast. Dann zieht nämlich dein Leben mit den ganzen schönen kleinen Momenten an dir vorbei, während du vor dich hin optimierst.

Und wo liegt der Ausweg?

Optimierung ist auch ok, ich merke es ja selbst, wenn ich mich auf Facebook etc. vertrödel und mal meine Sachen nicht gebacken bekomme.

Es ist ok, sich Techniken anzuschauen, die dir helfen, Zeit zu sparen, damit du die Dinge, die du erledigen willst, besser und schneller erledigen kannst. Aber nicht, um noch mehr To-Dos auf die Liste zu packen, sondern mal die Beine lang zu machen, spazieren zu gehen, zu malen oder sonst etwas „unnützes“ zu tun, was deiner Seele gut tut.

Und es ist auch ok, Zeit zu vertrödeln. Nicht ok ist, sich ewig darüber zu ärgern, denn das ist vergeudete Energie. Nimm es hin, du kannst es nicht ändern, wenn die Zeit weg ist.

Wenn es dich wirklich stört, dann ändere etwas. Wenn nicht, dann akzeptiere, dass du nun einmal nicht mit der breiten Masse schwimmst. Das kann vielleicht im ersten Moment ein wenig Angst machen, aber am Ende wirst du zufriedener sein, wenn du nach deinen Werten lebst statt nach den Werten anderer, gerade, wenn sie sich deutlich von deinen unterscheiden.

Im Ernst: überlege dir, was dir wichtig ist und vor allem warum. Und dann überlege, wie du es auf deine Weise erreichen und umsetzen kannst.

Auf diese Weise optimierst du mit Herz und Verstand.

Vielleicht entsprichst du damit nicht dem gängigen Erfolgsideal und es braucht auch vielleicht etwas Mut, um gegen den Strom zu schwimmen.

Aber hej, es ist dein Leben und du solltest es auf die für dich beste Weise leben. Nicht nach meiner besten Weise oder nach der besten Weise von Freunden oder deinen Eltern, sondern nach deiner Weise.

Bleib bei dir und lebe frei!

Wie ist es bei dir? Steckst du noch ein wenig in der Optimierungsfalle oder hast du dich schon befreit?

 

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Ivana

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Ivana

4 Kommentare

  1. Selbstoptimierung…was für ein gruseliges Wort! Mich strengt dieses schneller-höher-tiefer-weiter-breiter unglaublich an. Es scheint an Hochverrat oder Asozialität zu grenzen, wenn man gut für sich sorgt und den eigenen Weg nach den eigenen Gesetzen und Regeln geht. Das ist ein enormer gesellschaftlicher Druck, der da herrscht und mir gelingt es nicht immer, mein schlechtes Gewissen draußen zu lassen, wenn ich mich hin lege, nichts tue, schlafe oder lese…Leider ist das scheinbar auch in allen Lebens- und Arbeitsbereichen so. Ich erlebe es grad zum zweiten Mal in Bezug auf meine Tätigkeit. Vor lauter Ärger darüber hab ich einen Blogbeitrag dazu verfasst…erscheint aber erst nächste Woche Donnerstag. Insgesamt, sprichst Du mir aber völlig aus der Seele!

    1. Author

      Hallo SAM,

      so ist es, es braucht schon inzwischen echt Mut, nicht dauernd alles zu tracken und ständig aktiv zu sein. Plan und eine gewisse Optimierung finde ich durchaus ok, um einfach schneller zum gleichen Ergebnis zu kommen. Aber dann bitte auch die freie Zeit mal genießen und nicht gleich wieder vollpacken.
      Ich bin gespannt auf deinen Beitrag!

      Liebe Grüße,
      Ivana

  2. Mir ist aufgefallen, dass ich bei manchen Dingen (zB Cyber-Sprache) nicht mehr mitkomme und machte mir deswegen Sorgen. Ich hatte die Angst, irgendwann die Welt nicht mehr zu verstehen.
    Aber wozu sollte ich das? Ich will MICH verstehen. Wenn ich das tue, dann bin ich zufrieden.
    Auch ich habe noch vor über einem Jahr Tips auf meinem Block gegeben, wie man Zeit sparen kann. Zu manchen Dingen stehe ich heute noch dahinter, denn es brachte mir tatsächlich viel mehr Freizeit und somit Freiheit. Doch eine Änderung habe ich vorgenommen. Es gibt nicht mehr den blauen Montag. (Ein Tag an dem ich nichts mache.) Es gibt viele blaue Tage hintereinander und plötzlich ist die Energie da um produktiv zu sein.
    Seitdem ich aufgehört habe anderen gefallen zu wollen fange ich an so zu sein, wie ich mich mag. Und weil ich immer mehr zu mir finde und dadurch gelassener werde, mag ich mich jetzt immer mehr und dabei entdeckte ich, wie entgegenkommend das Umfeld ist. Es wird immer freundlicher, als es ohnehin schon war.

    Heute früh hatte ich kurz mal wieder so Pflichtgedanken und, dass ich hier und dort mehr Disziplin ausüben sollte.
    Doch dann sah ich deinen Beitrag.
    Ich sehe es als Zeichen und danke dir dafür mich erinnert zu haben, dass ich mich von meinen Weg nicht mehr abbringen lassen soll.

    LG
    Edith

    P.S.: Ich sollte es doch selber besser wissen. Ich brauche es mir nur zu wünschen und schon geht dieser Wunsch in Erfüllung. Ich muss ihn nur zulassen.

    1. Author

      Liebe Edith,

      diese Aussage „Seitdem ich aufgehört habe anderen gefallen zu wollen fange ich an so zu sein, wie ich mich mag. Und weil ich immer mehr zu mir finde und dadurch gelassener werde, mag ich mich jetzt immer mehr und dabei entdeckte ich, wie entgegenkommend das Umfeld ist.“ ist super und auch der Kern, worum es bei mir geht… so sein, wie man ist. Das braucht Mut, Vertrauen und Liebe zu sich selbst. Und das hast du, Gratulation!

      Liebe Grüße,
      Ivana

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