Wie ich mit Karten arbeite und wie ich sie einsetze, das habe ich schon in einem anderen Artikel beschrieben und heute möchte ich Dir ein praktisches Beispiel dazu geben.

Eine meiner Lieblingskarten im Tarot ist die erste Karte, die Karte 0, der Narr.

Ich benutze hier übrigens das Rider-Waite Tarot*.

Die Karte

Wenn Du Dir das Bild des Narren so anschaust, siehst Du einen unbekümmerten jungen Mann, der auf Wanderschaft ist. Er trägt einen Hut, auf dem lustig eine Feder wippt.
Auf seiner Schulter liegt ein Stab, an dessen Ende seine Habseligkeiten in einem Bündel hängen.
Er hat eine Blume in der Hand, ein kleiner Hund tollt um ihn herum. Er scheint vor sich hinzuträumen und schaut nicht auf den Weg. Er ist voller Vertrauen und Zuversicht, dass ihm nichts passieren kann.
Die Sonne scheint und im Hintergrund sind die Berge.

 

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Meine Impulse zur Interpretation

Der Narr ist die erste Karte der Großen Arkana und mit ihm beginnt die Reise.

Er ist spontan, fröhlich, neugierig, sorglos und lebt auch ein wenig in den Tag hinein. Er ist risikofreudig, verspielt und kümmert sich nicht um Konventionen. Er hat etwas Kindliches, Unvoreingenommenes.

Er trägt sein Bündel, seine Erfahrungen mit einer gewissen Leichtigkeit. Es ist kein Rucksack, der ihn belastet und auf die Schultern drückt, sondern ein kleines Bündel, das einfach locker hängt.

Er ist voller Vertrauen in seinen Weg und in seine Zukunft. Kannst Du das auch von Dir behaupten?

Der Hund steht für seine Instinkte, seine Intuition. Er ist ein treuer Begleiter, der immer bei ihm ist und ihn nicht aus den Augen lässt.
Er warnt ihn, wenn er im Begriff ist, etwas Falsches zu tun, wie gerade noch einen Schritt weiter zu gehen und in den Abgrund zu stürzen. Aber ob er immer auf seinen kleinen Freund hört?

Der Narr ist ehrlich. In vergangenen Zeiten war der Narr der Einzige, der dem Herrscher offen seine Meinung sagen konnte, ohne gleich den Kopf zu verlieren.

Gelb ist in dieser Karte sehr dominant. Wenn Du die klassische Farbenzuordnung der Elemente kennst, dann weißt Du, dass Gelb dem Osten zugeordnet ist und das Element des Ostens ist in der westlichen Welt die Luft. Der Osten repräsentiert Kommunikation, Reisen, Leichtigkeit, Neubeginn.

Er ist ein wenig Hans-guck-in-die-Luft, ein wenig Abenteurer, irgendwie eine Mischung aus Till Eulenspiegel und Indiana Jones.

 

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Wie kann der Narr Dich unterstützen?

Manchmal stecken wir im Leben fest, es scheint nichts voran zu gehen. Da sind die ständigen “ich müsste” und “ich sollte” und ganz besonders oft ist da das “ich kann nicht”, das in den meisten Fällen ein “ich will nicht” ist, wenn wir einmal ehrlich sind.

Der Narr kann dir hier mit seiner Leichtigkeit und Unbekümmertheit auf die Sprünge helfen. Welche unkonventionellen Ideen hast Du, unterdrückst sie aber?

Welche neuen Wege würdest Du gern einmal gehen? Was würdest Du gern einmal ausprobieren, traust Dich aber nicht?

Wo hast Du noch Dir eine kindliche Unbefangenheit bewahrt, wo hast Du sie verloren?

Wie steht es um Dein Vertrauen in Deinen Weg, in Deine Zukunft? Lass Dich vom Narren inspirieren und denke nicht zu sehr an Morgen, sondern genieße den Tag, den Moment.

Sei doch einmal närrisch, pfeif auf die Meinung der anderen und mache, was Dir gefällt. Pippi Langstrumpf hat viel von dem Narren und ist eine meiner Heldinnen.

Genau wie der Narr schaut sie nicht zurück, geht nach vorne und wenn ein Plan nicht funktioniert, dann halten sich beide nicht lange damit auf, zu ergründen, warum er nicht funktioniert, sondern überlegen, welchen Weg sie wählen können, damit er funktioniert.

 

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Der Narr verlässt sich nicht nur auf seine Erfahrungen (Du erinnerst Dich, der Beutel…), sondern hört auch auf sein Bauchgefühl.

Wie sieht es da bei Dir aus? Glaubst Du, dass Du wirklich alle Entscheidungen rational und ohne Dein Bauchgefühl triffst?
Lass Dir gesagt sein, Du magst rational es vom Kopf her begründen, aber wenn Du ganz ganz ehrlich bist, Dein Bauchgefühl, Deinen Instinkt kannst Du nicht unterdrücken, selbst wenn Du es glaubst.

Du kennst doch sicher auch dieses flaue Gefühl, wenn sich etwas in Dir sträubt, Du es aber machst, weil es “vernünftig” ist.

Weil meine erste Selbstständigkeit eine Vernunftsgeschichte war, habe ich sie grandios gegen die Wand gefahren – eine wertvolle Erfahrung, definitiv. Sie (und noch ein paar andere Erfahrungen) haben mich gelehrt, auch auf meine Intuition zu hören.

Das Unterbewusstsein weiß schon, was richtig ist, nur hören wir oft nicht zu.
Und irgendwann tritt es uns gegen das Schienbein. Der Hund des Narren wird ihn sicher anbellen und vielleicht auch kneifen, wenn er weiter in Richtung Abgrund steuert.
Hört er nicht auf ihn, dann muss er dafür die Rechnung mit ein paar Schrammen, gebrochenen Knochen oder schlimmeren zahlen.

Der Narr ist ehrlich. Er wird Dir sagen, was er denkt und Dir den Spiegel vorhalten. Das mag nicht immer angenehm sein, ist aber oft heilsam.

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Bei aller Narretei, vergiss nicht ganz den Kopf. Zu große Sorglosigkeit, Leichtsinnigkeit und Risikobereitschaft können Dir in manchen Situationen mehr schaden als nützen.

Bei vielen Menschen der närrische Anteil einfach zu klein und es lohnt sich, ihn hervorzuholen und fördern. Der Kopf und die Ratio werden sich schon melden, wenn Du zu großen Unfug machen willst. Aber prüfe auch hier, ob nicht doch der Narr ein wenig mitsprechen sollte.

Der Narr kann Dir dabei helfen, wenn Du etwas verändern möchtest. Dann brauchst Du seine Unbekümmertheit, seine Leichtigkeit, sein Urvertrauen und seinen Mut, Dich einfach auf den Weg zu machen, auf Konventionen zu pfeifen und Dein Ding zu machen.

Wenn du ihn näher kennenlernen willst, dann kannst du ihm in einer Meditation begegnen.

Sei närrisch im besten Sinn des Wortes.

Ich unterstütze Dich gern dabei, in Kontakt mit Deinem Narren zu treten. Verlasse die ausgetretenen Wege und vereinbare ein Erstgespräch mit mir.

Und jetzt Du: Wo bist Du närrisch, wo wärst Du es gerne? Was sind Deine Gedanken zum Narren? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

Nutzung der Kartenbilder: Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania Verlag, Krummwisch, © Königsfurt-Urania Verlag, Krummwisch/Deutschland. www.koenigsfurt-urania.com

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Ivana